Citroen DS5 Hybrid4 im Test Fahren wie Hollande in Frankreich

Wenn ein echt futuristischer Raumkreuzer in der Mittelklasse landet, dann kann er nur von Citroen kommen. So wie der neue DS5 Hybrid4, den auch François Hollande fährt. Kein Wunder, bei so viel präsidialem Sitzkomfort.
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Entdecke den Franzosen in Dir! Mit dem Citroen DS5 Hybrid4 eine leichte und angenehme Übung, findet Handelsblatt Online-Redakteur Frank G. Heide. Quelle: Silke Heide

Entdecke den Franzosen in Dir! Mit dem Citroen DS5 Hybrid4 eine leichte und angenehme Übung, findet Handelsblatt Online-Redakteur Frank G. Heide.

(Foto: Silke Heide)

Typisch Deutsch. Citroen-Modelle kannte ich bisher nur vier Stück, die DS, natürlich die Göttliche, mittlerweile das Auto des Mentalisten. Dann, aus den 70ern, den seltenen sportlichen SM mit Maserati-Motor, ebenso elegant wie teuer und anfällig. Dritter im Bunde ist der AMI, wie Belmondo und Gainsbourg so hässlich, dass er attraktiv wirkt. Und natürlich die Ente, der 2 CV, eine rollende Weltanschauung.

Und nun also der DS5 Hybrid4. Der Citroen des neuen französischen Präsidenten. Mit ihm ist Monsieur Hollande im strömenden Regen den Champs Elyssée entlang gerollt, tapfer winkend, nass bis auf die Knochen.

Unterwegs im Citroen DS5 Hybrid4: Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande kurz vor der Amtseinführung am 15. Mai 2012. Quelle: dapd

Unterwegs im Citroen DS5 Hybrid4: Frankreichs neuer Präsident Francois Hollande kurz vor der Amtseinführung am 15. Mai 2012.

(Foto: dapd)

Kann diese moderne Staatskarosse das große Citroen-Vermächtnis in die Zukunft transportieren? Immerhin war der namensgebende DS, als er 1955 vorgestellt wurde, eine echte Design-Revolution mit avantgardistischen Formen und wegweisender Technik, wie der unvergleichlich komfortablen Hydropneumatik-Federung und mitlenkendem Kurvenlicht.

So französisch wie Froschschenkel und de Funes

Schon bei der ersten Betrachtung von außen ein gutes Gefühl: Ja, das ist französische Avantgarde. Komplett eigenständiges Design, Zukunftsglaube trifft auf fortschrittliche Diesel-Hybrid-Technik, das ganze ist so selbstbewusst elegant verpackt, das bauen nur die Franzosen.

Was am französischen Präsidenten-Auto gefällt - und was nicht
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Der DS5 ist eine sehr eigenwillige Mischung aus Kombi und Coupe, mit auffällig großer Kühlerschnauze, hohen Seitenwangen, sichelförmigen Leuchten, flacher, abgedunkelter Fensterlinie und schrägem, verspoilertem Heck. Bestimmt kein Auto für Jedermann, aber ein echter Hingucker, der polarisiert.

Innenraum-Fahrerseite
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Sitzen auf französisch. Das heißt im DS5 u.a. auf den wirklich schön gestalteten und sportlich wirkenden Sitzen, die natürlich beheizt sind und fast endlos verstellbar sind, auch eine ausgesprochen wohltuende Rückenmassage zu genießen. Ein Knopfdruck genügt und diese Funktion massiert im erweiterten Bereich des Hohlkreuzes in sechs Zyklen zu je zehn Minuten. Fantastique! Sehr bald möchte man auch Kurzstrecken nicht mehr ohne fahren.

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Der Verbrauch liege bestenfalls bei 3,8 Litern, der CO2-Ausstoß bei 99 g/km, schreibt der Hersteller. Im Test waren solche Rekordwerte nicht zu erfahren. Bei einem Mix von zwei Drittel Autobahn mit Berufsverkehr und einem Drittel Stadtverkehr waren Verbräuche von 5,8 bis 6,3 Liter Diesel realistisch.

Beifahrertür-innen
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Blick auf die Innenseite der Beifahrertüre: Materialauswahl und Verarbeitung sind vom Feinsten, das Niveau ist teilweise deutlich oberhalb der Mittelklasse.

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Coupeartig nach hinten abfallende Dachlinie mit schwarz getönten Scheiben und einem kleinen Spoiler. Das sieht ein bisschen aus wie beim unübersichtlichen Range Rover Evoque, ist aber funktionell besser geraten.

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Das Finish ist fast so avantgardistisch wie beim Original von 1955: eine aggressive Front mit Lüftern wie Reißzähnen und LED-Leuchten wie Sicheln.

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Avantgarde bietet sich auch im Innenraum, vor allem für den Fahrer: Er sitzt hoch wie in einem Geländewagen und genießt einen guten Überblick. Aber mit dem unten abgeflachten Lenkrad und der mächtigen Mittelkonsole fühlt er sich wie in einem Sportwagen.

Der DS5 ist eine sehr eigenwillige Mischung aus Kombi und Coupé, mit auffällig großer Kühlerschnauze, hohen Seitenwangen, sichelförmigen Leuchten, flacher, abgedunkelter Fensterlinie und schrägem, verspoilertem Heck. Eine Chromspange reicht beidseits der Motorhaube vom Kühler bis zur Scheibe. Sie ist für nichts gut, - und wunderschön. Bestimmt kein Auto für Jedermann, aber ein echter Hingucker, der polarisiert.

HUD wie im Kampfjet

Innen setzt sich der Eindruck fort, auch hier diese schicke Mischung aus ganz individuellen Designelementen und dem elegant umgesetzten Wunsch, sich unbedingt aus der Masse abzuheben. Man ahnt schon gleich, dass man Probleme haben wird, mit all den Knöpfen und Tasten, aber sie sehen verdammt gut aus.

Avantgarde bietet sich auch im Innenraum, vor allem für den Fahrer: Er sitzt hoch wie in einem Geländewagen und genießt einen guten Überblick. Aber mit dem unten abgeflachten Lenkrad und der mächtigen Mittelkonsole fühlt er sich wie in einem Sportwagen. Quelle: Frank G. Heide

Avantgarde bietet sich auch im Innenraum, vor allem für den Fahrer: Er sitzt hoch wie in einem Geländewagen und genießt einen guten Überblick. Aber mit dem unten abgeflachten Lenkrad und der mächtigen Mittelkonsole fühlt er sich wie in einem Sportwagen.

(Foto: Frank G. Heide)

Im Handschuhfach lauert ein abschreckende 372 Seiten langes Handbuch. Kurz nachgedacht: Würde ein selbstbewusster Gallier das nun wirklich lesen? Das Buch bleibt im Fach.

Die ersten Fahreindrücke sind so futuristisch, wie der DS5 von außen wirkt. Beim Druck auf den Startknopf fährt ein supermodernes HUD (Head-Up-Display) aus, die wichtigsten Informationen werden halbtransparent und nur für den Fahrer sichtbar in Höhe der Windschutzscheibe angezeigt. Das ganze Auto schweigt, und rollt zunächst mit der Kraft des hinten sitzenden Elektromotors aus der Parklücke, absolut lautlos.

 

Der Dieselmotor vorn schaltet sich ein wenig später zu, wenn seine Kraft gebraucht wird, also etwa beim zügigen Ampelstart. Der ist aber meist eine mittlere Enttäuschung, weil der DS5 einfach kein sportliches Auto ist. Er sieht ein bisschen aus wie ein Raumschiff, und ein Raum-Kreuzer ist er auch: Mit viel Platz und Übersicht, aber mit einem Diesel, dessen Drehmoment nicht wirklich zieht, und dessen Getriebeabstufungen das reinste Waterloo sind. Mehr dazu im Kasten „Fahr-Erfahrungen“ auf der nächsten Seite.

Sitzen wie Gott in Frankreich
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7 Kommentare zu "Citroen DS5 Hybrid4 im Test: Fahren wie Hollande in Frankreich"

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  • Ich fahre den DS5 nun seit Ende März 2012 und habe bis jetzt 9000 km ohne irgendwelche Probleme zurückgelegt.
    Der Diesel mit 163 PS und Schaltgetriebe ist völlig ausreichend. Die Anfahrschwäche im 1. Gang ist größer als bei vergleichbaren Modellen (BWM 318d oder Audi A4 2,0 TDI). Das Auto macht einfach Spaß und man sieht es nicht x-mal am Tag wie vergleichbare deutsche Premiummodelle.

  • Citroen ist eine Marke mit einem enormen Charisma .
    Citroen = Auto = Mensch = Lieb .

  • da soll der neue Konig mal aufpassen was passiert, wenn die Kalesche mit präsidialer Sicherheit ausgestattet ist und 1 Tönnchen mehr wiegt: Da brauchzt's 'nen extra Gaul um an der Kreuzung überhaupt los zu kommen

  • also bietet es sich an,noch etwas zu warten,je schlechter die Nachrichten über einen Autobauer um so günstiger werden die Autos bzw die Gebrauchten.

    Finde es ist ein schönes Auto auch der Innenbereich sehr nett gestaltet, gerade mit kleinen Kindern ist so ein Panoramadach schön. Die einschätzung von @ Jens als realen Kunden von Citrön ist für mich sehr hilfreich.

  • yappy, vollkommen i.o.

    warum nur a´sind alle anderen Autokäufer nur so dumm und erkennen nicht, wie wunderbar doch Opel und PSA ist???

    - Opel geht pleite
    - PSA lebt nur von extrem massiv staatlichen Subventionen (ca. 2 mrd € / a)

  • Ich selbst bin als Vielfahrer mit meinem Opel Signum sehr zufrieden. Der Citroen C2 meiner Frau hat genauso wenig Rost wie mein OPEL. Auch von der Haptik hat sich bei Citroen sehr viel getan. Ich gebe zu auf der IAA empfand ich den DS5 noch als sehr futuristisch. Aber jetzt kann ich mir gut vorstellen den Wagen als reinen Diesel (Hybrid rentiert sich leider nicht bei meinem Fahrprofil) ins Auge zu fassen. Unser keliner Citroen hat die letzten 70.000 km mit einem Mangel (Fehler am Injektor) sehr gut überstanden. Warum dann nicht auch zur Königsklasse im PSA-Konzern greifen. Wird doch auch bald in Rüsselsheim zusammengeschraubt.

  • oje, dann soll der nette Herr mal aufpassen, dass ihm seine Nobelkutsche nicht wegrostet, bevor er am Ziel angekommen ist.

    Man sagt ja zu recht, dass man mit einem staatlich subventionierten Franzosen IMMER ein Neues Auto hat. Die werde NIE alt.

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