Dacia Dokker im Handelsblatt Autotest
Rette sich, wer will

Dacia bleibt seinem Konzept „mehr Raum für weniger Geld“ treu. Der Hochdachkombi Dokker auf Basis des Lodgy führt allerdings selbst Minimalisten an ihre Grenzen. Und nicht alles wirkt beim Raumwunder zu Ende gedacht.
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DüsseldorfGanz schön groß. 4,36 Meter lang ist der Dacia Dokker, dazu satte 1,81 Meter hoch und immerhin noch 1,75 Meter breit. Platz für Vater, Mutter, Kind, die Nachbarn, Gepäck und den Familienhund. Der rumänische Billighersteller, der dem französischen Mutterkonzern Renault regelmäßig die Verkaufszahlen rettet, bleibt sich selbst treu.

Auf Basis des Vans Lodgy hat Dacia einen Hochdachkombi geschnitzt, der bei der reinen Funktionalität kein Auge trocken lässt. Fünf Sitze, ein üppiger Laderaum, Kopf- und Beinfreiheit, hinten beidseitig Schiebetüren und eine Doppeltür zum be- und entladen. 8.990 Euro kostet die Basisversion des Dokker. Auch beim Preis machen die Rumänen auf dem Papier keine Kompromisse.

Beste Voraussetzungen, die Verkaufserfolge der Vorgänger und Geschwistermodelle zu wiederholen. Bislang blieb dem Dokker, trotz Anmutung des altehrwürdigen Renault Kangoo, der große Durchbruch versagt, während Sandero, Logan und Duster es in die Topliste des Kraftfahrzeugbundesamts für Neuzulassungen schaffen.

Den ersten Eindruck teilt sich der Dokker mit allen anderen Dacia: Sieht billig aus, ist merklich preisbewusst verarbeitet, schafft den Transport von A nach B ohne auffällig zu werden.

Man könnte den Test eigentlich abkürzen und schreiben, was für jeden dieser Billigheimer Gültigkeit besitzt. Wer ein reines Nutzfahrzeug haben möchte, auf Komfort und modernste Sicherheitsstandards verzichten kann und will, soll beherzt zugreifen.

Doch in diesem Fall greift dieser Rat etwas zu kurz. Denn beim Dokker hat sich Dacia, so zumindest der Testeindruck, in den eigenen Stärken verheddert. Das betrifft sowohl den Preis, das Raumangebot als auch die alltägliche Sparsamkeit.

Im alltäglichen Fahrverhalten ist dem hohen Rumänen wenig vorzuwerfen. Der 115-PS-Benziner des Testwagens in der Ausstattungsvariante „Lauréate“ reichen für die meisten Situationen, wenngleich der Dokker obowhl nur 1,28 Tonnen schwer vermeidbar träge wirkt – trotz eines Drehmoments von 190 Newtonmeter. Zumindest leer. Rette sich, wer kann wäre eindeutig zu hart. Rette sich, wer will trifft es eher.

Mit dem Raum auf den Vordersitzen hat es Dacia schon fast übertrieben. Die Sitzhöhe ist auf Höhe eines waschechten Transporters, nach dem Schaltknüppel muss in der Tiefe des Raumes blind gestochert werden.

Das Schaltgestänge pendelt meist locker in der Hand, die Gänge gehen nicht nur weich rein, das Schalten gleicht dem Umrühren von Kuchenteig. Das Piepen der Parksensoren verkünden die Rückwärtsfahrt gerne, obwohl dieser noch gar nicht eingelegt ist. Dazu bedarf es übrigens Kraft und Entschlossenheit. Eine Sperre? Fehlanzeige.

Trotz Schiebetüren und damit praktisch Rundum-Verglasung ist der Dokker eine Grabstätte der Übersicht. Ständig verschwinden entscheidende Teile des Verkehrs hinter dem Dach, den Säulen oder dem gefühlt endlosen Heck des Fahrzeugs.

Selbst mit Parksensoren wird das Einparken in der Großstadt zum Lotteriespiel. Gerade die Säule der Doppeltür am Heck steht mittig im Rückspiegel. Und die Sensoren sind nicht serienmäßig verbaut. Das Verlangen, unschuldige Passanten um Beistand zu bitten, war selten so hoch.

Der große Laderaum ist, neben den großzügigen Sitzreihen, ohne Zweifel ein dickes Pro. Die teil- und umklappbare Rückbank wird zur ebenen Fläche. Durch die Schiebetüren lässt sich jeder Winkel des Laderaums erreichen.

Gerade, wer den Wagen auch einmal für den Baumarktbesuch, den Ausflug zu Ikea oder zum Fußballturnier der Kinder mitnimmt, wird die unendlichen Weiten zu schätzen wissen.

Kommentare zu " Dacia Dokker im Handelsblatt Autotest: Rette sich, wer will"

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  • Rollender Schrott.

    Der Dacia ist mit Abstand das schlechteste aller modernen Autos. Die Mängelreporte sind haarsträubend.

    Wer soetwas kauft und meint er hätte ein Schnäppchen gemacht, kann nicht rechnen.

    Die Kiste verkauft sich, weil wir in einer Krise leben und viele Leute zu den Verlierern gehören. Niemand würde sich so ein Auto zulegen, wenn er nicht aufgrund mangelnder Kapitalkraft dazu gezwungen wäre.

    Immer zum schmunzeln, die ständige "Verteidigung" und Pseudo Argumente der Besitzer für den Kauf dieses Wagens. Damit enttarnen sie sich selbst. lol

  • Die Daten des Wagens - auch die des tatsächlichen Verbauchs - sind besser als die des ersten Caddy ohne Huckepack auf Basis Golf 5.
    Und der kostete in den Basisversion (mit ca 80 Ps) im Jahre 2005 schon ca 14.000 Euro! Das neueste Modell noch erheblich mehr.
    Wer einen solchen Kombi NEU HEUTE für 9000 oder 10000 Euro erwerben kann , der wird sich von der Miesmacherei des Artikels kaum beeindrucken lassen.

    Familien mit Kindern, die stadtnah wohnen , am Häusle bauen, gerne komfortabel mit reichlich Gepäck in Urlaub fahren, die Fahrräder der Kinds gerne einfach in den Laderaum schieben wollen (Dachträger überflüssig, übrigens auch schon bei Golf+ und B-Klasse problematisch hoch , wird da aber merkwürdigeweise nie kritisiert ), Wasch- und Spülmaschine selber transportieren aber wegen Zweitfahrzeug keine gigantischen Jahresfahrleistungen zusammenbringen, die wissen die günstige und praktische Karre zu schätzen und nehmen kleine Nachteile in Kauf.
    Bei dem günstigen Preis fällt auch die jährliche Abschreibung gering aus.
    Einzig die etwas mickrige Anhängelast (beim Caddy sind es 350 kg mehr gebremst) finde ich lästig für Häuslebauer und Camper.

    Natürlich ist der praktische und günstige Wagen nichts für Lifestyle Junkies und Leute die einen teuren Multivan leasen müssen, um vor dem Kindergarten ihren vermeintlichen sozialen zu Status demonstrieren.

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