Dacia Duster im Autotest
Alles eine Frage des Anspruchs

Als „Anti-Statussymbol-Auto“ kämpft der Dacia Duster gegen die ausnahmslos teurere SUV-Konkurrenz. Ist auch das überarbeitete Modell nur ein Pfennigfuchser oder inzwischen ein Auto, mit dem man sich sehen lassen kann?
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Düsseldorf„Geht ja gar nicht!“, rufen die einen und drehen sich weg. „Interessant. Was kostet der denn?“, fragen die anderen und schauen sich dieses Auto genauer an. Das war 2010, als Dacia mit dem Duster einen wahren Preisbrecher in das modische SUV-Becken warf. Der Wagen mit viel schwarzem Plastik außenrum polarisierte, die rumänische Renault-Tochter legte in der Werbung nochmals ordentlich nach.

Der Slogan „Das Anti-Statussysmbol-Auto“ war eine selbstbewusste Spitze gegen die Konkurrenz, traf aber ganz offensichtlich den Nerv der Autokäufer: 400.000 verkaufte Duster in vier Jahren können nicht irren.

Doch auch im preisbewussten Segment gilt der alte Spruch von Stillstand und Rückschritt, deshalb hat Dacia seinem einzigen Allrad-Modell nach vier Jahren Bauzeit eine kleine Schönheitskur gegönnt – und sich dabei von dem einstigen Leitspruch etwas entfernt.

Es ist wirklich Chrom im neuen Waben-Kühlergrill, der uns da entgegenglänzt. Auch das modern und fesch gestaltete Innenleben der Scheinwerfer zeigt, dass sich hier jemand Gedanken um den optischen Auftritt des Dusters gemacht hat. Nach dem vollkommen pragmatischen Anti-Statussymbol-Auto, das nur fahren können musste, sieht das nicht mehr aus.

Nicht umsonst hat Dacia den Werbeslogan geändert, jetzt ist von „Deutschlands günstigstem SUV“ die Rede. Der Grundpreis von 10.490 Euro schlägt sogar noch den russischen Beitrag Lada Taiga (ab 11.250 Euro), wobei der Lada auch eher Geländewagen als SUV ist.

Zurück zum Duster. Nach der kleinen Überraschung an der Front wandern die Blicke an der Seite des Wagens entlang und entdecken einen weiteren Beleg dafür, dass der überarbeitete Duster doch etwas mehr auf sein Aussehen und seinen Status achtet: die neuen Seitenschweller. Die Anbau-Teile in Alu-Optik wirken geradezu sportlich, als wollten sie dem Duster ein paar Muskeln verleihen.

Schade nur, dass dieser optische Blender einen handfesten Nachteil bringt: An den ausladenden Schwellern streifen beim Ein- und Aussteigen gerne die Hosenbeine entlang – nicht gerade die sauberste Angelegenheit. Der Spruch „Wer schön sein will, muss leiden“ galt bislang eher wohl für Fahrer, die sich zum Flanieren in der Stadt in ihre brettharten und tiefen Sportwagen schlängeln mussten. Nun offenbar auch für die Piloten eines Dacia Dusters.

So ein unnötiger Schweller mag eine vernachlässigbare Kleinigkeit sein, doch sie ist eine von vielen Kleinigkeiten, die im Duster – speziell im Innenraum – auffallen. Was jetzt folgt, mag nach einer langen Mängelliste klingen. Doch bei jedem Detail kommt es auf den eigenen Anspruch an, ob man damit leben will oder nicht.

Kommentare zu " Dacia Duster im Autotest: Alles eine Frage des Anspruchs"

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  • Ich bin seit 20 Monaten Besitzer eines Dusters 4x4. Insgesamt ist ihr Artikel zwar objektiv, in einigen Punkten muss ich jedoch energisch widersprechen.

    "So taugt der Allrad für verschneite Hügel, matschige Feldwege und regennasse Wiesen, für mehr reichen Technik und Bodenfreiheit nicht aus."

    Dazu gibt es von 4x4 Fachjornalisten eine ganz andere Meinung.
    Exemplarisch siehe hier:
    http://www.4wheelfun.de/supertest/dacia-duster-dci-110-4x4-im-supertest-was-kann-der-billig-offroader-im-4wheel-fun-haertetest-1960007.html
    Vergleichen Sie das auch mit den Supertests von Yeti und X5 dort..

    Auch ettliche Videos auf Youtube zeigen da ein ganz anderes Bild.
    https://www.youtube.com/watch?v=vYY-M5sdX3M
    Der Duster 4x4 hält auch mit echten Geländewagen noch ganz gut mit. Die Allrad-Technik von Konzernschwester Nissan funktioniert ohne jeden Schnickschnack in der Praxis hervorragend.

    Meine eigene Erfahrung im Winter und bei Nässe abseits von befestigten Straßen ist: Er fährt einfach. Es geht auch wenn's muss.

    Der Durchschnittsverbrauch liegt bei mir über's Jahr gemittelt bei ca 6,4l - Das sind 1,2l mehr als die Werksangabe. Manchmal habe ich auch eine 5 vor dem Komma. Werksangabe und Praxis liegen da bei anderen Herstellern deutlich weiter auseinander. (BMW..)

    Herausragend für mich ist der Fahrwerkskomfort bei jedem Untergrund und Geschwindigkeit.
    Das haben Sie zwar auch selbst festgestellt, aber: Das kommt beim 4x4 auch durch die Einzelradaufhängung hinten, die der reine Fronttriebler nicht hat. Ihr Spartipp relativiert sich dadurch wieder.
    Ebenso: Platz, Sitzposition und Ein/Aussieg an den Rücksitzen. Vergleichen Sie auch das mal mit der Konkurenz. Der Punkt war für mich mit zwei fast erwachsenen Kindern der letztendlich entscheidende für den Kauf.

    Mein Fazit: Für den Preis in Summe unschlagbar. Mit ein paar Abstrichen muss - und kann - man im Alltag leben. Das größte Manko ist wohl das Markenimage. Vielleicht gehört da auch ein bischen Mut zum Duster

  • Entgegen Ihrer Annahme habe ich mit Dacia überhaupt nichts zu tun. Ich habe mich mit diesem Fahrzeug lediglich intensiv befasst, bevor ich mir selbst eines bestellt habe. Der Duster war ursprünglich für Länder mit ganz anderen Straßenverhältnissen gedacht, als bei uns. Der normale Dusterfahrer (insbesondere des 4x4) fährt nur selten und kurze Strecken auf der Autobahn. Er weiß die anderen Stärken des Duster zu schätzen. Da kratzt ihn der durch den hohen Luftwiderstand bedingte relativ hohe Verbrauch auf der Autobahn wenig. Übrigens: Derselbe Motor läuft auch in Fahrzeugen von Mercedes Benz. Dort gilt er dann als sparsam.

  • Wer bedankt sich in Leserkommentaren für einen "ingesamt objektiven Artikel"? Wenn Sie schon von der Dacia-PR-Abteilung sind, dann sagen Sie es doch auch offen ;-)

    PS: Tempo 130 (wie im Artikel geschrieben) würde ich jetzt nicht als schnelle Autobahnfahrt bezeichnen....

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