Dacia Duster im Handelsblatt Autotest

Hilfe, wo ist mein Make-up-Spiegel?

Die ungeschminkte Wahrheit über den Dacia Duster zu schreiben, fällt nicht schwer. Dem SUV fehlt der Wohlfühl-Faktor. Dafür löst das "Anti-Status-Mobil" aber andere Werbeversprechen ein. Sogar im noblen Golfclub.
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Unschlagbar günstig: der Dacia Duster Quelle: Sebastian Schaal

Unschlagbar günstig: der Dacia Duster

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfEin paar Vorurteile habe ich schon: Ein SUV zum Basispreis von 17.890 Euro? Was mich da wohl erwartet? Dass gerade ich diesen Testwagen fahre, hat seinen Grund: Ich spiele Golf. Und Dacia hat den Duster mit einigen lustigen Spots beworben, einer davon spielt auf dem Parkplatz eines Golfclubs. Alexander M. erzählt, dass er unter Status-Symptomen leidet. Man sieht ihn aus einem SUV aussteigen, einen Golfschläger aus dem Kofferraum nehmen und auf den nebenstehenden Duster einschlagen. Slogan:  „Das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen.“

Und jetzt teste ich die Reaktionen im Golfclub. Meine Kollegen pflegen Vorurteile und sind überzeugt, dass das Billig-SUV schlecht ankommen wird. Schließlich sind doch alle Golfer wohlhabend und die Autos auf dem Parkplatz sind entsprechend luxuriös. Glauben sie.

Dass die Vorurteile nicht stimmen, zumindest nicht uneingeschränkt, zeigt der Blick über den Parkplatz: Der ein oder andere ältere Golf, ein Polo und ein kleiner Peugeot stehen hier. Aber zugegeben, einen neuen Bentley, zwei Porsche 911er und dazu noch ein gutes halbes Dutzend SUVs neueren Baujahrs findet man wahrscheinlich selten auf einem Parkplatz, auf dem überhaupt nur gut 30 Autos stehen. Und mitten drin der Dacia Duster, fast wie im Fernsehspot! Er fällt aber eigentlich gar nicht auf.

Was auffällt ist natürlich, dass ich ein „neues“ Auto habe. Der ist aber knuffig, höre ich. Aber niemand mokiert sich über das doch sehr günstige Auto – vor allem im Vergleich zu Porsche Cayenne, BMW X5 oder Audi Q5. Niemand rümpft die Nase, dabei hatten die Kollegen doch gerade solche Reaktionen provozieren wollen, ja sogar erwartet.

Doch die Golfer auf dem Parkplatz zeigen ganz andere Emotionen. Der Dacia Duster ist nämlich ein absoluter Sympathieträger. Viele haben bereits etwas über das Modell gelesen und noch mehr haben die Werbung im Kopf. Keiner will den Duster mit dem Golfschläger zertrümmern.

Ein kleines Erdbeben unter dem Sitz
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17 Kommentare zu "Dacia Duster im Handelsblatt Autotest: Hilfe, wo ist mein Make-up-Spiegel?"

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  • Der Dacia-Duster im Vergleich ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.Den PS-Protzen sollte eh das aggressive Lichtgehupe und drängel auf Autobahnen endlich mit einem Tempolimit erschwert werden.Für die sind mit 180 KMh Vorausfahrende immer noch lahme Krücken denen man auf die Pelle rücken muß.Die ohnehin Unbelehrbaren treffen sich dann ohne Führerschein mit Bus und Bahn bei der MPU ("Idiotentest").
    Ich fahre den Duster Prestige 4x4 Diesel seit genau einem Jahr (18.000 KM) und es ist einfach ein Spassauto.Der Neupreis mit Vollausstattung, ESP-ABS- Radio-elektr.Fensterheber vorne-Klimaanlage-extra Winterbereifung mit Felgen und Schneeketten lag bei 20.600 EURO.
    Extra Winterreifen und Ketten für zusammen 700 EURO sind eigentlich überflüssig, da der Duster mit Ganzjahresreifen ausgestattet ist. Aber ich bin ein Mensch der gerne Gürtel und Hosenträger trägt.....
    Der Verbrauch liegt zwischen 6 und 8 ltr.Diesel p. 100 Kilometer, je nach Beladung und Fahrweise.Als Bewohner des Hochschwarzwaldes mit entsprechender Berg-und Tal-Topographie hatte ich im vergangenen Winter die Lacher auf meiner Seite, als Edelkarossen mal wieder reihenweise an Steigungen hängen blieben.
    (Ein Grund warum ich mich von Mercedes nach vielen Jahren verabschiedet habe und nie einen BWW im Hochschwarzwald fuhr.)
    Nach 18.000 Kilometer Autobahn-Landstrasse-Passfahrten in den französischen Alpen im Winter nicht eine Reparatur, kein Nachbesssern, bis auf einen halben Liter Motorenöl nachfüllen.
    Nach der Vorstellung einiger "Experten" soll ein SUV die Eigenschaften eines Rennwagens und Unimog in sich vereinen. Selbst Fahrzeugtester scheuen nicht die Angaben von soundsoviel Sekunden von Null auf Hundert.
    (Mein Duster braucht 12 Komma irgendwas Sekunden...)
    Wir fahren in der Familie noch einen AUDI TT Roadster und einen Opel Astra. Interessant am Rande: Bei extremen Winterverhältnissen steht mein Auto nie in der Garage, sondern wurde entweder von meiner Frau oder meiner Tochter "geklaut".

  • Ach, jeh. Ob ein SUV, und sei es noch so "kompakt", wirklich die richtige Basis für ein wirtschaftliches Kurzstreckenfahrzeug ist? Dazu noch ein Diesel? Da ist dann ein Verbrauch von acht Litern eher als Disziplinarmaßnahme zu verstehen. Ich selbst fahre das Fahrzeug bisher mit Verbräuchen zwischen 4.7 und 6.5 l/100km, das kommt mir nicht wirklich unmodern vor. Wäre ich in der glücklichen Situation, nur 2.5 km vom Arbeitsplatz entfernt zu wohnen, würde ich das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen. Ich freue mich dennoch über den halbwegs fairen Test.

  • Nach 2 Jahren Duster ist meine Erfahrung in Bezug auf "Spritzigkeit" eine andere. Gerade in Bezug auf die Beschleunigung unter 100 kmh braucht er keinen Vergleich mit meinem BMW 318d scheuen. Allerdings wird er auf der Autobahn etwas laut. Wobei ich schon manchen Luxusklassewagenfahrer sichtlich geschockt habe, als ich ihn auf der Autobahn zügig überholte. Denn die Beschleunigung ist auch oberhalb 160 kmh leicht zu unterschätzen. Er schafft übrigens über 180. Aber das will man ja eigentlich nicht mit so einem Fahrzeug, den ich eigentlich als optimal für Straße/Gelände erachte. Qualitätsmängel in der Verarbeitung musste mein Autohaus schon (problemlos) ausbessern, aber nach dieser Zeit bin ich zufrieden wie am esten Tag und zufriedener als mit meinem BMW.

  • Im übrigen gab es vom Handelsblatt im Februar diesen Jahres einen Artikel zu einem 14 Tagestest der wie folgt ausgefallen ist (Zitat Handelsblatt vom 22.02.2012 Artikel von von Thomas Lang):
    "Das Fazit nach 14 Tagen mit dem Dacia Duster fällt positiv aus. Alleine wegen seines orkanartigen Gebläses, das bereits nach wenigen Kilometern sibirische Kälte im Innenraum vertreibt, hat er sich schnell den Spitznamen "König der Karpaten" verdient. Geräumig, alltagstauglich, unauffällig stellt er klar, dass er wirklich preiswert, aber keineswegs billig ist."

  • Wozu Schminkspiegel in einem "Geländewagen"? das wäre doch ungefähr so, als würde Porsche ein "Senioren und Versehrte" (=SUV) Auto bauen ;-)

  • Könnte es sein daß auch Leute einen Duster kaufen die Autos kennen und deshalb andere Kenngrößen für sich setzen? z.B. keine 275 PS brauchen?

  • Ein netter Testbericht, der mich allerdings eher zum Schmunzeln denn zum Nachdenken bringt. Wer einen Duster kauft der weiß warum, sei es der Preis, sei es daß er / sie mit der Ausstattung zufrieden ist oder dass er / sie eben ein SUV braucht.

    Die Mehrheit der Leute die in Deutschland täglich am Steuer sitzt braucht wohl eher weder ein 4x4-Fahrzeug oder die weichgespülte SUV-Variante. Förster, Baustellenleiter o.ä. nehme ich hier mal aus. Daher kann ich mir das Grinsen auch schwer aus dem Gesicht vertreiben wenn es darum geht den Duster dadurch "zu testen" dass man ZUM Golfplatz fährt. ÜBER den Golfplatz zu fahren wäre da schon eher als "Test" zu bezeichnen. Als Oft-In-Den-Ostblock-Fahrer habe ich ein SUV gefahren und dort halte ich es auch für sinnvoll. Mit einen Porsche Cayenne durch die Innenstadt zu cruisen will ich zwar nicht verdammen, halte es aber für fraglich. Ok, das muß jeder selbst entscheiden.

    Ich hatte einen Duster bisher einmal selbst zum Test. Und der sah "etwas anders" aus. Nach einer Autobahnfahrt bei ca. 110 bis 130 Km/h "durfte" mein Testwagen sich dort beweisen wo er m.E. hingehört. Dazu zählten Feldwege genauso wie eine Sandgrube und dort konnte er zeigen was in seiner Geländetauglichkeit steckt. Und ehrlich gesagt, da tat er genau das was ich erwartet habe, er wühlte sich durch und schlug sich tapfer. Dementsprechend sah er dann auch aus.

    Die Grundausstattung und Allradantrieb ist schon ganz gut. Einige Zusätze vielleicht noch und mein größter Wunsch geht wohl nicht in Erfüllung, eine Automatik nebst Cruisecontrol. Schade.

    Ansonsten kann ich mir vorstellen mir auch einen Dacia als nächstes Fahrzeug zuzulegen. Ich bin alt genug keine Geschwindigkeitsrekorde auf Autobahnen hinlegen zu müssen. Ich brauche keine elektronischen Helferlein die im Zweifel versagen, denn ich fahre oft dort wo es den ADAC nicht gibt. Was ich transportiere passt i.d.R. in den Kofferraum (ich bin kein Golfer). M.a.W so ein Auto reicht mir.

  • Ooooh,
    jetzt fühlen sich aber ein paar der Auto-Unsachverständigen auf ihre nicht vorhandenen Schlipse getreten. Denn einen DACIA kauft bloß, wer von Autos keine Ahnung hat und sich eigentlich auch nicht dafür interessiert. Sondern bloß irgendein "billiges" Vehikel will. Meine 275 PS stecken auch nicht in einem SUV, (denn das braucht eigentlich auch nur der, der dauernd große Anhänger zieht), sondern in einer komfortablen Limousine.
    Aber kauft ruhig eure Billigware, ihr Ahnungslosen, ihr werdet sehen, was ihr davon habt. Neidisch wird aber darauf niemand sein, nur keine falschen Hoffnungen.

  • 275 PS braucht kein Mensch?
    Überlassen wir das doch jedem selbst, noch sind wir nicht (ganz) im Sozialismus, der allen vorschreibt, was sie brauchen.
    Ich kann die Duster-Fahrer genauso verstehen wie die Q7-Fahrer. Für mich kämen aber beide Modelle nicht in Frage. Mir reichen zwei Sitzplätze und ins Gelände will ich auch nicht...

  • Wer ein Auto kauft und über den Wiederverkaufswert orakelt, der konsumiert zuviel Werbung am Frühnachmittag.
    Wer heute ein Auto kaufen möchte ohne diesen peinlichen Elektroschnickschnack, der hat es schwer. Selbst beim farblosen Golf sind die Werkstattauslöser serienmäßig mit dabei. Und ein Golf für 16.000 Euro?? Da zeigt man nicht nur, dass man kein Profil und Geschmack hat, sondern auch nicht mit Geld umgehen kann !
    Aber glücklicherweise geht es mir nach den Verkaufszahlen gerade der Dacias nicht alleine so. Und was die Pannenstatistik angeht, brauche ich mich mit meinem Dacia auch nicht zu verstecken. Und besser als der Q7 sieht der Duster alle mal aus.
    Und wofür brauch ich 275 PS in einem SUV ? Eben das braucht kein Mensch.

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