Dacia Duster im Handelsblatt Autotest
Hilfe, wo ist mein Make-up-Spiegel?

Die ungeschminkte Wahrheit über den Dacia Duster zu schreiben, fällt nicht schwer. Dem SUV fehlt der Wohlfühl-Faktor. Dafür löst das "Anti-Status-Mobil" aber andere Werbeversprechen ein. Sogar im noblen Golfclub.
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DüsseldorfEin paar Vorurteile habe ich schon: Ein SUV zum Basispreis von 17.890 Euro? Was mich da wohl erwartet? Dass gerade ich diesen Testwagen fahre, hat seinen Grund: Ich spiele Golf. Und Dacia hat den Duster mit einigen lustigen Spots beworben, einer davon spielt auf dem Parkplatz eines Golfclubs. Alexander M. erzählt, dass er unter Status-Symptomen leidet. Man sieht ihn aus einem SUV aussteigen, einen Golfschläger aus dem Kofferraum nehmen und auf den nebenstehenden Duster einschlagen. Slogan:  „Das Statussymbol für alle, die kein Statussymbol brauchen.“

Und jetzt teste ich die Reaktionen im Golfclub. Meine Kollegen pflegen Vorurteile und sind überzeugt, dass das Billig-SUV schlecht ankommen wird. Schließlich sind doch alle Golfer wohlhabend und die Autos auf dem Parkplatz sind entsprechend luxuriös. Glauben sie.

Dass die Vorurteile nicht stimmen, zumindest nicht uneingeschränkt, zeigt der Blick über den Parkplatz: Der ein oder andere ältere Golf, ein Polo und ein kleiner Peugeot stehen hier. Aber zugegeben, einen neuen Bentley, zwei Porsche 911er und dazu noch ein gutes halbes Dutzend SUVs neueren Baujahrs findet man wahrscheinlich selten auf einem Parkplatz, auf dem überhaupt nur gut 30 Autos stehen. Und mitten drin der Dacia Duster, fast wie im Fernsehspot! Er fällt aber eigentlich gar nicht auf.

Was auffällt ist natürlich, dass ich ein „neues“ Auto habe. Der ist aber knuffig, höre ich. Aber niemand mokiert sich über das doch sehr günstige Auto – vor allem im Vergleich zu Porsche Cayenne, BMW X5 oder Audi Q5. Niemand rümpft die Nase, dabei hatten die Kollegen doch gerade solche Reaktionen provozieren wollen, ja sogar erwartet.

Doch die Golfer auf dem Parkplatz zeigen ganz andere Emotionen. Der Dacia Duster ist nämlich ein absoluter Sympathieträger. Viele haben bereits etwas über das Modell gelesen und noch mehr haben die Werbung im Kopf. Keiner will den Duster mit dem Golfschläger zertrümmern.

Kommentare zu " Dacia Duster im Handelsblatt Autotest: Hilfe, wo ist mein Make-up-Spiegel?"

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  • Der Dacia-Duster im Vergleich ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.Den PS-Protzen sollte eh das aggressive Lichtgehupe und drängel auf Autobahnen endlich mit einem Tempolimit erschwert werden.Für die sind mit 180 KMh Vorausfahrende immer noch lahme Krücken denen man auf die Pelle rücken muß.Die ohnehin Unbelehrbaren treffen sich dann ohne Führerschein mit Bus und Bahn bei der MPU ("Idiotentest").
    Ich fahre den Duster Prestige 4x4 Diesel seit genau einem Jahr (18.000 KM) und es ist einfach ein Spassauto.Der Neupreis mit Vollausstattung, ESP-ABS- Radio-elektr.Fensterheber vorne-Klimaanlage-extra Winterbereifung mit Felgen und Schneeketten lag bei 20.600 EURO.
    Extra Winterreifen und Ketten für zusammen 700 EURO sind eigentlich überflüssig, da der Duster mit Ganzjahresreifen ausgestattet ist. Aber ich bin ein Mensch der gerne Gürtel und Hosenträger trägt.....
    Der Verbrauch liegt zwischen 6 und 8 ltr.Diesel p. 100 Kilometer, je nach Beladung und Fahrweise.Als Bewohner des Hochschwarzwaldes mit entsprechender Berg-und Tal-Topographie hatte ich im vergangenen Winter die Lacher auf meiner Seite, als Edelkarossen mal wieder reihenweise an Steigungen hängen blieben.
    (Ein Grund warum ich mich von Mercedes nach vielen Jahren verabschiedet habe und nie einen BWW im Hochschwarzwald fuhr.)
    Nach 18.000 Kilometer Autobahn-Landstrasse-Passfahrten in den französischen Alpen im Winter nicht eine Reparatur, kein Nachbesssern, bis auf einen halben Liter Motorenöl nachfüllen.
    Nach der Vorstellung einiger "Experten" soll ein SUV die Eigenschaften eines Rennwagens und Unimog in sich vereinen. Selbst Fahrzeugtester scheuen nicht die Angaben von soundsoviel Sekunden von Null auf Hundert.
    (Mein Duster braucht 12 Komma irgendwas Sekunden...)
    Wir fahren in der Familie noch einen AUDI TT Roadster und einen Opel Astra. Interessant am Rande: Bei extremen Winterverhältnissen steht mein Auto nie in der Garage, sondern wurde entweder von meiner Frau oder meiner Tochter "geklaut".

  • Ach, jeh. Ob ein SUV, und sei es noch so "kompakt", wirklich die richtige Basis für ein wirtschaftliches Kurzstreckenfahrzeug ist? Dazu noch ein Diesel? Da ist dann ein Verbrauch von acht Litern eher als Disziplinarmaßnahme zu verstehen. Ich selbst fahre das Fahrzeug bisher mit Verbräuchen zwischen 4.7 und 6.5 l/100km, das kommt mir nicht wirklich unmodern vor. Wäre ich in der glücklichen Situation, nur 2.5 km vom Arbeitsplatz entfernt zu wohnen, würde ich das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen. Ich freue mich dennoch über den halbwegs fairen Test.

  • Nach 2 Jahren Duster ist meine Erfahrung in Bezug auf "Spritzigkeit" eine andere. Gerade in Bezug auf die Beschleunigung unter 100 kmh braucht er keinen Vergleich mit meinem BMW 318d scheuen. Allerdings wird er auf der Autobahn etwas laut. Wobei ich schon manchen Luxusklassewagenfahrer sichtlich geschockt habe, als ich ihn auf der Autobahn zügig überholte. Denn die Beschleunigung ist auch oberhalb 160 kmh leicht zu unterschätzen. Er schafft übrigens über 180. Aber das will man ja eigentlich nicht mit so einem Fahrzeug, den ich eigentlich als optimal für Straße/Gelände erachte. Qualitätsmängel in der Verarbeitung musste mein Autohaus schon (problemlos) ausbessern, aber nach dieser Zeit bin ich zufrieden wie am esten Tag und zufriedener als mit meinem BMW.

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