Dacia Lodgy im Test
Ein Wal-Kalb aus den 90ern

Raumwunder, Preiswunder, blaues Wunder: Der Dacia Lodgy beeindruckt mit Kampfpreis und stattlichem Platzangebot. Naturgemäß bleibt dabei das ein oder andere auf der Strecke. Das gilt besonders für das Fahrerlebnis.
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DüsseldorfAuf den ersten Blick kann er einem ein wenig leidtun, der Lodgy. Seine Frontpartie funkelt den Verkehr schnittig, ja fast böse an. Doch schon ein Blick von der Seite enttarnt ihn als das, was er ist: ein Nutztier. Wer einen Van zu einem Preis ab 9.990 Euro anbietet, kann sich nicht lange mit aufregendem Design aufhalten. Er ist nicht hässlich, der Lodgy, aber schlicht und funktional. Ein Leitmotiv, das sich durch das gesamte Fahrzeug zieht. Aber der Reihe nach.

Das Fahrzeug im Test ist nun nicht das Einstiegsmodell, sondern die Ausstattungsvariante „Ambiance“ mit einem 1,5-Liter-Diesel, der mit 90 PS um die Ecke kommt. Das wirkt nicht allzu üppig, doch die 200 Newtonmeter Drehmoment, die der Wagen schon bei 1.750 Umdrehungen auf die Straße bringt, ziehen mehr als ordentlich. Leer wiegt der Fünfsitzer 1,28 Tonnen. Optional wird der Van sogar mit zwei zusätzlichen Sitzplätzen im Heck versehen. Platz dafür ist genug vorhanden, die Gesamtlänge beträgt rund 4,5 Meter, der Kofferraum fasst laut Hersteller bis zu 2.617 Liter.

Die Ausstattungsvariante bietet einige wohltuende Extras verschiedenster Qualität mehr: kleine Helferlein wie einer Steckdose im Innenraum, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und Umluft-Regulierung stehen die eigentlich „Must Haves“ Bordcomputer, Beleuchtung im Kofferraum und Zentralverriegelung mit Fernbedienung gegenüber. Zusammen mit der in diesem Fall verbauten Soundanlage mit MP3-Wiedergabe sowie USB- und Bluetooth-Schnittstelle samt Lenkradsteuerung klettert der Preis vom Basismodell ausgehend auf 13.490 Euro (plus 250 Euro für das Soundsystem). Das ist dann aber, zugegeben, in diesem Segment noch immer unschlagbar. Die Sicherheitsoptionen ABS, ESP, Airbags und Seitenairbags vorne müssen nicht extra erwähnt werden.

So viel zur grauen Theorie. Wie schlägt sich der Lodgy in der Praxis? Nun, dem Dacia wird kein Unrecht getan, wenn er als graue Maus bezeichnet wird – nicht nur wegen der serienmäßigen Lackierung. Schon beim Öffnen der Türen wird klar, dass hier die Funktionalität komplett im Vordergrund steht, was aber nicht von Nachteil sein muss. Kein designter Neuwagengeruch, kein sanftes Türschließen. Rumms, Tür zu, ist das Motto. Einen ganz besonderen Haken hat sich Dacia übrigens für alle einfallen lassen, die gerne Gegenstände auf dem Beifahrersitz ablegen: Der Alarm für nicht angelegte Sitzgurte reagiert offenbar auf Gewicht – und sei es noch so klein. In diesem Fall sorgte das achtlos auf den nebensitz geschmissene Portmonee für einen akustischen Amoklauf des Alarmtons.

Was dann auffällt ist das Raumangebot. Mit 1,70 Metern Höhe und besagter Länge macht der Lodgy es auch hochgeschossenen und breitgebauten Mitfahrern einfach. Die Beinfreiheit, auch auf den hinteren Sitzen, schreckt nicht vor langen Fahrten ab. Unter der Prämisse „bedenke, was der Wagen kostet“ lässt sich auch gegen das Vollsynthetik-Interieur Nichts sagen. Dennoch jagt einem die Verarbeitung immer wieder einen satten Schuss Beunruhigung in die Venen. Beim Testfahrzeug wackelt zum Beispiel die Handbremse, wenn sie angezogen ist. Der Dachhimmel um die Innenbeleuchtung herum gibt spielend nach, wenn der Daumen mal nicht exakt die Knöpfe an der Decke trifft. Es knarzt und ächzt, aber es bleibt alles an seinem Platz. Das darf angesichts des ersten Eindrucks durchaus als Gewinn angesehen werden.

Ein großes Problem für Fahrästheten ist die Haptik. Der Wagen brüllt einem seinen Preis fortwährend entgegen. Das Lenkrad hat viel Spiel, die Bedienelemente sehen edler aus als sie sich anfühlen. Die deutlich einrastenden Belüftungsschlitze sind schon vorbildlich, dafür ist der Scheinwerferwinkel nur über einen stufenlosen Drehschalter auf Schienbeinhöhe zu bedienen.  Sobald die Zündung an ist, macht sich im Innenraum ein unschönes Staubsaugergeräusch breit.

Und schnell ist klar: Ein- und Ausparken ist nicht wirklich eine Freude, was aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass Wagen in dieser Klasse heutzutage großzügig mit Parkhilfen um sich schmeißen. Das dem Lodgy vorzuwerfen, ist eigentlich nicht fair. Das wandelnde Wal-Kalb wirkt an vielen Stellen wie ein Relikt aus den 1990er Jahren, während denen das Fahrzeug sich vom Komfort her nicht hätte verstecken müssen. Heute sind viele Extras Standard und der Lodgy im untersten Preissegment angesiedelt. Äußerlich erinnert, wen wundert es, viel an den Renault Kangoo. Entsprechend unspektakulär ist die Linienführung. Dieses Auto will gar nicht auffallen, wie es der Hersteller gerne selbst in seiner Werbung vertritt.

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  • Korrekt!

  • Mein Kommentar kommt zwar etwas spät, muß aber einfach gesagt werden. Wenn der Autor Arroganz mit Intelligenz und Witz verwechselt, soll er das bitte am Stammtisch tun und im Beruf wenigstens so weit wie es einem Menschen möglich ist, objektiv bleiben. Der Lodgy ist alles, was ihm so nachgesagt wird und für seine stolzen Käufer noch ein bißchen mehr. Und wer ihn nicht mag, soll halt was anderes fahren. Ganz peinlich im Artikel ist jedoch, daß der Autor und sein ebenso schlanker Kumpel oder Kollege die Gurte der zweiten Sitzreihe sowie den an der Quertraverse der C-Säule im Deckenbereich montierten Dreipunktgurt des mittleren Sitzplatzes als unnötig montierte Gurte der dritten Sitzreihe präsentieren. Die Gurte, außerdem die Armablage mit Becherhalter und Ablagefach sowie Austellfenster hinten(!) gibt es nur in Verbindung mit der ab Werk mitzubestellenden dritten Sitzreihe.

  • Der Autor des Artikels sollte mal einen Rechtschreibkurs besuchen...

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