Dacia Logan MCV im Handelsblatt-Test
Ein bisschen billiger geht es immer

Wer Geiz nicht geil findet, sondern zum Sparen gezwungen ist, wird Fragen nach Qualität und Sicherheit stellen: Was muss ein Billigauto wie der Dacia Logan MCV bieten? Ergebnisse aus 14 Tagen Selbsterfahrung.
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DüsseldorfGleichbedeutend mit "schlechter" müsse "billiger" nicht sein, will uns Dacia weismachen, und wirbt mit "das Auto für Leute, die kein Statussymbol brauchen". Und wie viel Auto bekomme ich nun für mein Geld tatsächlich, wenn ich den billigsten Kombi nehme, den man als Neuwagen hierzulande kaufen kann? So viel ist schon nach dem ersten Blick auf die Dacia-Website klar: Wer den Dacia Logan MCV nackt und mit kleinem Basisbenziner für 7.990 Euro kauft, muss ein sehr kompromissbereiter Pragmatiker sein.

Nimmt man den 90 PS Vierzylinder Common-Rail-Diesel sowie ein paar Extras, wie beim blauen Testwagen, so stehen 14.100 Euro auf der Rechnung. Man hat dann aber ein wirklich komplettes Auto für den Alltag. Ein Neuwagen, wohlgemerkt, mit Navi, Radio, Rückfahrwarner. Sparsam im Verbrauch, mit sehr viel Laderaum und Sitzfläche, - aber eben auch komplett emotionslos. Technisch funktioniert alles, wirkt aber zugleich ein bisschen altmodisch.

Was man für das Außendesign aber nicht sagen kann: Der Nachfolger des 2006 auf den Markt gebrachten Hochdach-Kombi ist nun gleich 13 Zentimeter niedriger geworden und hat hinten keine Türen mehr sondern eine Heckklappe. Der sichtbare Wandel vom Handwerker- zum Familien-Kombi beinhaltet außerdem eine moderne Front, die sich am Kleinwagen Sandero orientiert.

Bevor ich losfahre, habe ich mich schlau gemacht. Und werde ein bisschen enttäuscht. Wer aber beim Crashtest-Institut Euro NCAP online nach den Ergebnissen schaut, wird in puncto Logan deutlichen Nachholbedarf entdecken. Nur 3 von 5 möglichen Sternen stehen da, aber sie beziehen sich auf das alte Stufenheck-Modell, das vom Hersteller mangels Nachfrage mittlerweile nicht mehr offiziell als Neuwagen angeboten wird. Neure Ergebnisse für den Logan MCV? Fehlanzeige.

Immerhin, es scheint sich was in Sachen Sicherheit zu tun, denn als neueres Dacia-Modell, zeigt der überarbeitete Sandero (2008: 3 Sterne, 2013: 4 Sterne) einen Aufwärtstrend. Die Dacia-Modelle Lodgy und Duster haben mit drei und vier Sternen aber ebenfalls klaren Verbesserungsbedarf.

Und unlängst gab es weitere Auffälligkeiten: Der bei den deutschen Autokäufern vielbeachtete TÜV-Report wies ausgerechnet bei den 2 - 3-jährigen Autos den Dacia Logan als schlechtestes Fahrzeug aus. Was im Detail bedeutet, dass er öfter als Konkurrenzmodelle schon bei der ersten HU-Vorführung wegen Mängeln keine neue Plakette bekommt.

Viel Platz für wenig Geld

Große Sorgen macht mir das nicht, denn der Hersteller gewährt drei Jahre Garantie (oder 100.000 Kilometer) und ich hoffe auf eine Verlängerungsmöglichkeit. Da wartet aber die nächste Enttäuschung: Bis zu 6 Jahre Garantie kann man gegen maximal 760 Euro Aufpreis vertraglich vereinbaren. Aber das bietet Dacia nur für Sandero, Lodgy, Duster und Dokker. Ausgerechnet der Logan MCV fällt durchs Raster.

Außen und innen hat die rumänische Renault-Tochter ihr Billigangebot unlängst überarbeitet. Aber die Änderungen sind so dezent ausgefallen, dass ältere Dacia-Modelle nicht gleich optisch entwertet werden, um es mal positiv auszudrücken.

Mich überrascht positiv wie auffällig groß der Kofferraum ist, dass der Wagen für den Fahrer ein Muster an Übersichtlichkeit darstellt. Der fünfsitzige Kombi punktet mit einem vergleichsweise riesigen Gepäckraum; ein Volumen von 573 Liter, das mit umklappen der Rückbank auf 1.518 Liter erweitert werden kann. Die Kopffreiheit fällt zudem reichlich aus.

Mir gefällt außerdem, dass er im Vergleich zu meinem ebenfalls spartanischen Alltagskombi (Ford Focus Turnier von 2007) keine Verschlechterung darstellt. Ganz im Gegenteil: Fest installiertes Navi, Bluetooth-Telefon-Anbindung, Eco-Modus, Abstandswarner und gut erreichbarer USB-Anschluss sind sogar echte Verbesserungen. Im Vergleich zu modernen Neuwagen allerdings ist der MCV ein spartanisches Sparmobil.

Kommentare zu " Dacia Logan MCV im Handelsblatt-Test: Ein bisschen billiger geht es immer"

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  • Äh, die Garantieverlängerung ist auch für den Logan zu haben, habe ich selbst abgeschlossen. Bitte korrigieren!

  • Ja. Aber für 14000 die man für eine praxisgerechte Ausstattung hinlegt, bekommnt man auch einige andere Fahrzeuge, die eine solche Ausstattung bereits inklusive haben. Das mit dem Getriebe habe ich jetzt nicht verstanden. Ist der Schreiber zu faul zum runterschalten wenn er mehr Leistung benötigt ?

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