Fahrbericht Renault Talisman Grandtour: Die nerven, die Assistenten

Fahrbericht Renault Talisman Grandtour
Die feine französische Art Passat zu fahren

Die nerven, die Assistenten

Innen überrascht außer dem Infotainment auch das großzügige Raumangebot, das jeden der einsteigt, erst mal ausatmen und sich umschauen lässt: Sacre bleu, das ist aber mal ein komfortabler Kombi! Das Sitzgefühl ist gut, Kopf- und Kniefreiheit passen auf allen Plätzen auch zu XL-Erwachsenen. Die Übersicht wird aber durch mächtige A- und C-Säulen eingeschränkt.

Und wie der siebensitzige Crossover Espace kommt der französische Passatkonkurrent mit einem wirklich großen Touchscreen und neuer Technik unterm Armaturenbrett. R-Link und Sense Me, das klingt so gar nicht französisch, und doch sind es Eigenentwicklungen der Gallier. Sie bezeichnen das Multimedia-Infotainment mitsamt Bedienung der wichtigsten Fahrzeugfunktionen über einen wirklich großen Touchscreen, sowie die Wahl zwischen fünf verschiedenen Fahrmodi.

Nicht ganz intuitiv funktioniert das Ganze, und es ist auch nicht vollständig während der Fahrt zu erlernen, aber doch übersichtlich strukturiert und bei aller Informationsflut nicht nervig. Wer aber bis ins letzte Detail alles entdecken und auf persönliche Bedürfnisse einstellen will, sollte Standzeit für ein paar Lektionen einkalkulieren, nicht alles ist logisch strukturiert. Und da ist es dann letztlich doch schade, dass sich manche Einstellungen eben ausschließlich über den Touchscreen einstellen lassen.

Ein gutes Gefühl vermitteln dem Talisman-Interessenten die Materialien und deren Verarbeitung: Nicht auf Passat-Niveau, aber vieles ist nah dran. Eher aufgeschreckt haben uns die Abstandwarner, die äußerst sensibel auf kratzerfreien Erhalt von Lack, Blech und Insassen eingestellt sind. Sie piepen manchmal schon los, wenn sich nur auf der benachbarten Fahrspur ein Auto nähert, während man selbst vor der roten Ampel steht.

In einer engen, bewachsenen Hofeinfahrt wird jeder Strauch als Feind des wunderschönen dunkelbraunen Metalliclacks erkannt, und das Gepiepe nimmt gar kein Ende mehr. Auch bei steilen Garageneinfahrten sahen vor allem die Frontsensoren öfters ein Hindernis, das keines war.

Einem der vielen Nachbarn, denen der neue Testkandidat aufgefallen ist, gefällt das Blinkergeräusch nicht. Es klingt tatsächlich auch nicht wertig, lässt sich aber zum Glück in mehreren Stufen in der Lautstärke anpassen.

Im Gegensatz zum Super Sound-System von Bose mit guter Dynamik auf allen Plätzen und knackigem Bass sowie dem rauschfreien DAB+-Empfang an Bord ist, konnte der Totwinkelwarner nicht überzeugen, er warnte oft viel zu spät.

Der Vierzylinder-Frontmotor, der maximal 340 Newtonmeter Drehmoment an die Kurbelwelle wuchtet, verleugnet nicht, dass er zur Gattung der Selbstzünder zählt. Im kalten Zustand ist er ein wenig laut, ansonsten ist das gesamte Fahrzeug aber so gut gegen Außengeräusche gedämmt, dass es als Reise- und Langstreckengefährt prädestiniert ist. Dazu passen auch die Massagesitze, die für jeden Rücken und jede Verspannung ein Programm parat halten und zudem neben der Heizung auch eine Sitzkühlung bieten. Kleiner Mangel: Wenn man die Musik ausmacht, hört man bei der Massage das Sitzleder leise knarzen. Wer sensibel ist, greift vielleicht besser zum Textilbezug. Dann muss er aber auch auf die Massagefunktion verzichten.

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