Fiat 500 L Trekking: Kein kleiner Italiener

Fiat 500 L Trekking
Kein kleiner Italiener

Was macht man mit einem Fiat 500, der nicht wie ein 500 aussieht und dazu „Trekking“ heißt? Am besten die Familie einpacken und ab aufs Land – so die Prämisse für den Mikro-SUV. Das klappt ordentlich, aber nicht perfekt.
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DüsseldorfGroß ist er geworden, der Fiat 500. Das italienische Erfolgsmodell gibt es in verschiedensten Ausführungen seit 1936. Das berühmteste Modell ist sicher der zwischen 1957 und 1977 hergestellte Nuova 500. Seine Markenzeichen: Klein, günstig – und hübsch anzuschauen. Grund genug für Fiat, den 500er im Jahr 2007 wieder aufleben zu lassen. An dem neuen Modell war alles modern, mit Ausnahme des Designs. Und das mit Erfolg: Als Lifestyle-Produkt verkaufte sich der 500 wie geschnitten Brot. Ähnlich gut hatte das zuvor schon bei BMW und der Neuauflage des Mini funktioniert.

„Lifestyle“ ist in der Autobranche allmählich zum Zauberwort geworden. Untrüglicher Beweis ist unter anderem die Popularität von SUVs, die es mittlerweile in jeder Ausprägung – von agilen Stadtautos bis zu höhergesetzten Familienkutschen für’s softe Terrain – gibt. Irgendwo in den oberen Etagen des Fiat-Konzerns muss es dann in den vergangenen Jahren „Klick“ gemacht haben. Erst hat man dem 500 einen großen Bruder zur Seite gestellt, den 500L. Der setzt seit 2013 die Erfolgsgeschichte fort. Und man setzt noch einen: Durch die Variante „Trekking“ hat Fiat jetzt – neben dem Panda 4x4 – einen weiteren Mikro-SUV im Portfolio, nur mit der legendären 500 im Namen. Grund genug, den Wagen einmal unter die Lupe zu nehmen.

Optisch hat er, so zumindest der subjektive Eindruck, nur noch wenig mit dem aktuellen Fiat 500 zu tun. Der 500L Trekking ist 18 Zentimeter höher, 16 Zentimeter breiter und rund 60 Zentimeter länger als der kleine Bruder. Aus dem Drei- wurde ein Fünftürer, was den Wagen zwangsläufig streckt, man möchte fast sagen: die Proportionen wirken in meinen Augen verzerrt. Die Scheinwerfer wirken geliftet, der markante Heckabschwung des 500 wird gemildert. Aus der Heckluke ist eine ausgewachsene Heckklappe geworden. Dazu kommt der Trekking mit wuchtigen 17-Zoll-Reifen und bulligen Stoßfängern um die Ecke. Das auffällig erhöhte Fahrwerk und der Kratz- und Schlagschutz entlang der Seitenschweller signalisieren „führ mich im Grünen aus“.

Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Allerdings wirkt der „L“ so, als hätte es sich der knuddelig-sportliche 500 über den Winter reichlich Speck angefressen und versucht das in der Version „Trekking“ durch Muskelaufbau zu kompensieren. Im Trend und durchaus gelungen ist die zweifarbige Lackierung des Testmodells, mit weinrotem Rumpf und schneeweißem Dach. Auch die Farbkomposition im Innenraum (verschiedene Grautöne, Anthrazit, Schwarz, ein Hauch Weiß) ist perfekt abgestimmt.

Angesichts der ordentlichen Absatzzahlen scheint der Wagen dem Käufer an sich tatsächlich zu gefallen. Doch was nützt aller Lifestyle, wenn das Auto am Ende keinen praktischen  Nutzen hat? Es folgt der Blick auf die inneren Werte.

Der Motor ist und bleibt das Herz eines Autos. Fiat bietet den 500L Trekking als Benziner und Diesel an, jeweils in zwei Varianten. Getestet wurde der 1,6-Liter- Diesel  (Multijet, 16V) mit 105 PS. Der bringt es auf ein sattes Drehmoment von 320 Nm schon bei 1500 Umdrehungen. Das ist das rund Zehnfache des Fiat Nuova 500. Der Fiat zieht im Stadtverkehr stramm von dannen, hat aber nicht nur auf den ersten Metern die Nase vorn: Das manuelle Sechsgang-Getriebe jagt den 500L nahezu ohne Verlust des Vortriebs beim Schalten nach vorne, allerdings verliert der Motor mit zunehmender Geschwindigkeit an Zug – völlig normal und für einen Wagen mit diesen Dimensionen und ohne Sportambition auch absolut angemessen. In zwölf Sekunden ist der Italiener laut Liste auf 100 km/h. Fühlt sich aber schneller an. Sehr angenehm. Angenehm auch die Berganfahrhilfe, die sich auch von steileren Winkeln nicht irritieren lässt.

Kommentare zu " Fiat 500 L Trekking: Kein kleiner Italiener"

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  • Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten.

    Aber mal ehrlich, das Auto wirkt im Design wie gewollt und nicht gekonnt.
    Verarbeitung? Wenn die so ist wie beim Fiat500, dann gute Nacht. Im 100.000 KM Dauertest kam das Fahrzeug bei einem Hamburger Verlag nicht besonders gut weg.

    Zudem ist das Fahrzeug um die 20.0000 Euro viel zu teuer.

    Da kann man gleich zum Kia Soul oder zum alten Tiguan greifen.

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