Ford Ranger im Handelsblatt-Test Mein Auto ist meine Burg

Sollte morgen die Zombie-Apokalypse hereinbrechen, muss der Survival-Wagen schwer was abkönnen. Für solche Extrem-Aufgaben hat Ford den Ranger gut gerüstet. Der unverwüstliche Pick-up hat aber seine Last im Alltag.
Ein chromglänzender Grillkönig, der vieles einfach aus dem Weg räumen könnte. Kleinstwagen- und Radfahrer müssen sich aber nicht sorgen, er ist gutmütig. Und hat jede Menge sichere, moderne Assistenten an Bord. Quelle: Frank G. Heide
Der Ranger von Ford ist eine unübersehbare Erscheinung

Ein chromglänzender Grillkönig, der vieles einfach aus dem Weg räumen könnte. Kleinstwagen- und Radfahrer müssen sich aber nicht sorgen, er ist gutmütig. Und hat jede Menge sichere, moderne Assistenten an Bord.

(Foto: Frank G. Heide)

DüsseldorfWeit abstehende Trittbretter in mehr als doppelter Skateboardgröße, armdicke Chrom-Überrollbügel hinter der Doppelkabine, eine massive Metallstrebe mit keck auf Schienbeine zielender Anhängerkupplung. Dieser Ford heißt Ranger, und er ist nicht zum Spaß hier. Stolz reckt er einen Kühlergrill, dessen glänzende Oberkante an die Brust von Ein-Meter-Neunzig-Männern stößt.

Er will, ja, er muss arbeiten, ist immer auf dem Weg zum nächsten schmutzigen Projekt. Sein gewaltiger Diesel rasselt so erwartungsvoll wie ein schottisches Schloßgespenst mit seinen Ketten. Und wie man es von einem abgerockten Baustellenlaster mit amerikanischen Wurzeln erwartet spielt sein Radio gegen das permanente Getucker mit beiden Musikarten an: Country und Western.

Was am Ford Ranger gefällt, und was nicht
Ein richtig guter Stamm-Halter
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Wer sich intensiv mit Gartengestaltung befasst wird die Vorteile des Pick-up schnell zu schätzen wissen: Rund eine Tonne lädt er locker auf, und 3500 Kilo nimmt er an die Anhängerkupplung. Wird es mal unwegig, hilft der Allradantrieb und der Zugriff auf die Differentialsperre hinten. Aber in der Stadt stößt der Riese schnell an seine Grenzen.

Die Modellreihe gibt es schon seit 1982
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Für den Pick-up, den Ford in vier Ausstattungslinien und drei Kabinenkonfigurationen anbietet, gibt es zwei TDCi-Dieselmotoren zur Wahl: Den von uns gefahrenen 2,2-Liter-Vierzylinder, wahlweise mit 96 kW (130 PS) und 320 Nm bei 1500 U/min oder mit 118 kW (160 PS) und 385 Nm bei 1500 Touren, sowie ein 3,2-Liter-Reihenfünfzylinder mit 147 kW (200 PS) und 470 Nm bei 1500 U/min.

Hinten spielt die Musik beim Ranger
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Eine schwarze Kunststoffwanne schützt die große Ladefläche vor schneller Alterung. Richtig heavy metal sind die schwere Heckklappe und die Anhängerkupplung.

Dieses Auto ist keine Kleinigkeit
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Der Ranger wird in den drei Kabinenkonfigurationen Einzel-, Extra- und Doppelkabine (hier im Bild) angeboten. Die Länge beträgt 5274 mm, die Breite 2163 mm (ohne Spiegel 1850 mm) und die Höhe 1848 mm. Je nach Kabinengröße ist die Ladefläche 2,32, 1,85 oder 1,56 Meter lang.

Super zum polieren
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Armdickes Metallrohr, glänzend verchromt. Gehört zum anständigen Pick-up wie Mayo auf die Pommes.

Allrad und Getriebeuntersetzung sind mit an Bord
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Die Auswahl zwischen Heckantrieb (2H) und den beiden Allradmodi soll im Stand erfolgen, empfiehlt das Bordbuch. Die Schalter oben rechts erlauben den Zugriff auf den Schleuderschutz ESP, die Start-Stopp-Automatik, die Bergabfahrhilfe und die Differentialsperre.

Über einen Mangel an Knöpfen und Schaltern wird sich niemand beschweren
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Hinter dem Lenkrad thront man auf hoher Sitzposition etwas über den Dingen. Das Fahrgefühl entspricht einer Mischung aus Offroad- und Transporter-Auslieferungsfahrt.

Dieser raue Kerl mit rauer Schale und grobem Kern zeigt außen wie innen Kante: Alles ist grob und groß. Für Männerhände gebaut, die gerne in Arbeitshandschuhen stecken dürfen. Ein Trittbrett und Haltegriff helfen nach dem Aufwuchten des massigen Fahrerportals beim Einstieg auf die hohe Sitzposition. Von hier oben aus schaut man locker auf Audi-Q7-Fahrer herab, aber ohne mit dem Diesel-Lastesel irgendwelchen Sozialneid zu wecken.

Außen seht in großen Lettern „4x4“ aufgeklebt. Schade, dass das Bordbuch weniger werbewirksam darauf hinweist: Auf Allrad und Getriebeuntersetzung bitte nur im Stand wechseln, möglichst nicht während oder nur bei langsamer Fahrt, gedacht ist dieser Antrieb etwa für den Baustellenschlamm, wenn nur Traktion und kein Tempo gefragt ist.

Zu solchen äußeren Verhältnissen passt auch sein Innenraum, dessen grauer Kunststoff den Eindruck hinterlässt, ein heißer, harter Dampfstrahl wäre angebrachter als ein velourweiches Mikrofasertuch. Selbst das schwarze Leder im Testwagen wirkt, als ob es nicht chic sein wolle, sondern einfach nur haltbarer.

Ein reinigender Dampfstrahl ist später auch hinten gefragt: Auf der gewaltigen Ladefläche. Denn ich oute mich direkt am ersten Testtag als Pick-up-Anfänger, als ich eine Tasche mit Einkäufen einfach hinter die Heckklappe abstelle.

In der ersten Kurve höre ich schon Pfirsiche poltern, beim Bremsen klonkert Katzenfutter gegen die Rückwand der Doppelkabine. Als ich später mit Besen und Kärcher Joghurt und Zuckerrübensirup von der Ladefläche vertreibe, habe ich was gelernt: Leichtes Ladegut besser in den Innenraum.

Ein Ranger-Image, das auf den Fahrer abstrahlt: Hier ist einer auf dem Weg zu nächsten Projekt, lang und schmutzig. Quelle: Frank G. Heide
Der verdreht auf dem Baumarkt-Parkplatz allen Kerlen den Kopf

Ein Ranger-Image, das auf den Fahrer abstrahlt: Hier ist einer auf dem Weg zu nächsten Projekt, lang und schmutzig.

(Foto: Frank G. Heide)

Nur gut, dass Ford die Ladefläche hinten mit einer dickwandigen Kunststoffwanne schwarz ausgekleidet hat. Hier kann man ohne Rücksicht auf Lack und Wertverlust einfach alles reinschmeißen, was lang und schmutzig ist. Und mit der Leichtmetalljalousie aus dem überreichen Ranger-Zubehörprogramm wird Verstautes wetterfest und diebstahlsicher verrammelt und verriegelt.

Allerdings: Der meterlange Gurt, mit dem man die etwas holprig durch die Laufschiene ruckelnde Heckjalousie zu sich hinzieht, ist bei Ladegeschäften ständig im Weg. Dass der Hersteller Mountaintop noch nicht mal ein Häkchen bietet, ist so nervig wie ein Schnürsenkelknoten, der ständig aufgeht. Noch schlimmer ist der läpern wirkende Plastikhaken zur Bedienung des Verriegelungsmechanismus der Jalousie, bei dessen Handhabung drei von drei Testfahrer spontan versagen. Und das trotz „hilfreichem“ Diagramm.

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