Golf-Konkurrent Leon ST im Handelsblatt-Test
Seat kann einpacken

Wer einen VW Golf Variant oder einen Skoda Octavia Combi herausfordert, braucht Löwenmut. Seat geht mit dem Leon ST die Aufgabe dynamisch an, mit frischem Design und viel Stauraum. Reicht das?

Es tut sich was im Volkswagen-Konzern: In direkter Konkurrenz zu den technisch ausgereiften und unlängst komplett modernisierten Skodas und VWs verkaufen sich auch die spanischen Seat-Modelle hierzulande mittlerweile richtig gut. Wie geschnitten Brot gehen vor allem der Mii, der Toledo und der Leon, der die Spanier aus den notorisch roten Zahlen fahren soll.

Leon heißt auf spanisch Löwe, und den sprichwörtlichen Löwenmut braucht man wohl auch, will man den ewigen Bestseller VW Golf und seinen tschechischen Konzernbruder Skoda Octavia herausfordern. Der 4,54 Meter lange Leon ST ist das Pendant zum Golf Variant und ersetzt den bis dato produzierten Exeo ST. Während der Exeo ST ein Ableger des alten Audi A4 Avant (Generation B6) war, lässt sich der Leon ST auf Basis des Modularen Querbaukastens (MQB) und damit kosteneffizienter bauen. Vollgepackt mit bewährter Volkswagen-Technik hat er das Zeug, die Leon-Familie weiter voranzubringen. Vor allem in Europa und vor allem im Flottenmarkt.

Denn der neue Leon ist der Beste, den Seat bislang gebaut hat. Und seine guten Eigenschaften hat sich auch die Kombiversion erhalten, die ST heißt. Neu hinzugekommen sind Tugenden, die den Spanier nicht nur zum Liebling von Familienvätern machen: Gelungene Proportionen mit scharfen Bügelfalten, ein schlanke Silhouette, die das Heck fein integriert, und ein spritziges Fahrverhalten selbst mit Dieselmotorisierung.

Wer sich einem Seat Leon ST nähert, wird preislich und optisch immer auch die vermeintlich stärkeren Konzernbrüder Skoda Octavia Combi und Golf Variant im Sinn haben.

Doch der äußere Eindruck spricht klar für den Spanier: Während der Golf immer noch ein bisschen bieder und der Octavia ein wenig zu sachlich wirkt, ist der kompakte Seat optisch der schönste Kompakte im Volkswagen-Volumensegment. Selbst als Kombi wirkt die Seitenlinie mit dem sanft abfallenden Heck dynamisch-sportlich, vorn übernehmen das die cool geschnittenen Scheinwerfer.

Dass der Innenraum da nicht ganz mithalten kann, war irgendwie zu erwarten, denn der Leon ist preislich deutlich unter dem Golf angesiedelt. Und während VW sich beim Golf alle Mühe gibt, an Audi heranzureichen, muss der Leon die einfacheren Kunststoffe auftragen. Zwar sind sämtliche Oberflächen in Soft-touch ausgeführt, aber die anderen sind eben etwas wertiger und softer.

Auch das Multimedia-Infotainment wartet mit teilweise etwas umständlicherer Bedienung auf. So sind unter anderem die Untermenüs recht verschachtelt.

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