Hyundai Tucson im Handelsblatt-Test
Er will da hin, wo der Tiguan ist

Mit dem Motto „Change is good“ wirbt Hyundai für den neuen Tucson, und um diejenigen, die bislang SUV anderer Marken bevorzugten. Im Alltag leistet sich der kompakte Koreaner kaum auffällige Schwächen. Reicht das?

DüsseldorfGerade mal 30 Kilometer fahre ich mit dem neuen Hyundai Tucson, und habe einen positiven Ersteindruck. Kaum zuhause angekommen und eingeparkt, macht meine Frau den aber einfach platt. Sie sieht das kompakte SUV und fragt: „Hatten wir den nicht neulich schon mal?“

So schnell kann das gehen, liebe Designer, all Euren Bemühungen zum Trotz: Wer sich nicht im Detail für Autos interessiert, der sieht halt nur ein hochbeiniges silbernes Fahrzeug mit großem Kühlergrill und schmalen Fenstern.

Natürlich schnappe ich nach Ihrem Köder. Erläutere, mit welchen Testkandidaten von Kuga und Tiguan über CX-5 und Sportage bis zu CR-V sie den Tucson wohl verwechselt, und aufgrund welcher Unterschiede das ja eigentlich unmöglich sei. Meine wortreiche Detailaufzählung wischt sie mit den Worten vom Tisch: „Also wieder so ein SUV. Kommst wohl langsam in das Alter.“

Sie hat mit ihrem Generalverdacht an der Massenerscheinung SUV, was böse Kritiker ja mit „Senioren Und Versehrte“ übersetzen, nicht Unrecht. Man muss schon auf die Details achten, um den Tucson als den Nachfolger des ix35 zu identifizieren und um ihn aus der Masse herauszuhalten.

Diese Masse wird angeführt vom VW Tiguan, der seit acht Jahren gebaut wird und seitdem bis auf wenige Ausnahmen fast jeden Monat die Neuzulassungsliste seines Segments anführt. Diesen Wolfsburger Bestseller fordert der koreanische Hyundai-Konzern mit dem Tucson praktisch doppelt heraus, denn der Nachfolger des ix35 ist technisch identisch mit dem Kia Sportage.

Während der etwas bulligere Tucson kurz vor der IAA 2015 auf den Markt rollte, kam der etwas verspieltere Sportage erst vor kurzem bei den Händlern an. Zu beiden Neuerungen zählen nun ein Doppelkupplungsgetriebe und ein neuer Turbobenziner mit 130 kW/177 PS, wie in unserem Testwagen. Der hatte auch den Allradantrieb an Bord, der gegen Aufpreis zu haben ist.

Zu den Pluspunkten des Tucson zählt einmal die recht auffällige Gestaltung des überdimensionierten Kühlergrills mit viel glänzendem Chrom sowie der scharfe Blick der weit in die Kotflügel gezogenen, flachen Frontscheinwerfer. Das wirkt sehr modern, selbstbewusst, gefällig; es zeigt eine angenehme Präsenz ohne Protzigkeit.

Eine kleine BMW-X6-Anleihe nimmt das Design durch eine coupéhaft nach hinten und unten abfallende Dachlinie, die in einem sportlichen Heckspoiler endet. Ein schmal zulaufendes Fensterband, üppige Bereifung, sowie zweifarbige Offroad-Beplankung und angedeuteter Unterfahrschutz an Heck und Front sind die weiteren Zutaten des optisch gefälligen Auftritts. Um es deutlich zu sagen: Er wirkt vielleicht auf den ersten Blick nicht so edel wie der neue Tiguan, dafür aber kesser, dynamischer, nicht so bieder und nüchtern wie der Platzhirsch aus Wolfsburg.

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Er will da hin, wo der Tiguan ist

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Keine Schwächen, außer der Übersicht

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