Infiniti FX 30d S
Der schönste Karpfen im Haifischbecken

Dem FX von Infiniti steht seine große Schnauze nach einem Facelift so gut, dass er der bestaussehendste Crossover-SUV ist. Aber der Beau unter den dicken Brummern leistet sich im Test auch ein paar Schönheitsfehler.
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DüsseldorfBei Nissan, und der Nobeltochter des Konzerns namens Infiniti ist zurzeit viel los. Man baut ein aufregendes Kleinserien-Crossover mit Unterstützung von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel, man wirbt bei Audi in den USA einen Top-Manager ab, um die schwächelnden Verkäufe in Europa anzukurbeln, man will demnächst die Submarke Datsun wieder zu beleben. Und man hat kürzlich das SUV Crossover, dass es für Europa endlich mit einem großen und durchzugsstarken Dieselmotor gibt, optisch gründlich überarbeitet.

Und mit genau dieser Mischung aus Coupe und SUV verhält es sich so wie früher bei einer Stereo-Kompaktanlage. Selbst die guten (wie die von Braun oder Loewe) stellten einen doch nie wirklich zufrieden. Denn es gab immer wieder Tests oder Freunde, die unbarmherzig bewiesen, dass es man mit wesentlich preiswerteren Einzelbausteinen besseren Klang oder mehr Leistung erzielten konnte.

Auch beim FX gilt das Kompaktanlagen-Prinzip. Einzelelemente des Fahrzeugmix stammen aus ganz verschiedenen Gattungen Aber wie gut passen sie zusammen und sind sauber aufeinander abgestimmt? Es war schließlich genug Zeit für Modellpflege, denn den FX gibt es schon seit 2003, und an seiner Form sowie den riesenhaften Abmessungen ist deutlich abzulesen, dass er für den amerikanischen Markt entwickelt wurde

Seit 2009 wird das Modell, dass es zunächst nur mit großen V6- und V8-Benzinmotoren gab, auch in Europa angeboten. Seit 2010 ist ein 3,0-Liter V6-Diesel im Programm mit 238 PS (175 kw), 2012 schließlich folgte ein umfassender Facelift, der u.a. einen neuen Kühlergrill und geänderte Stoßstangen umfasste.

Zunächst ein Riesen-Lob an die Designer: Die neue Optik ist wirklich gut gelungen, das Auto ist wiedererkennbar, und der Look mit der langen Schnauze, den auffälligen Rundungen auf der Haube sowie dem coupeartig nach hinten abfallenden Dach sehr individuell.

Klar, über Geschmack lässt sich streiten, und längst nicht jedem wird der Infiniti von außen gefallen. Für mich ist er aber mit Abstand der schönste und wirklich großen Dinos. Eben kein Kastenwagen, sondern mit schönen Rundungen an den richtigen Stellen. Und für das Ego des Fahrers ist er auch gut: Taucht die riesige Karpfen-Schnauze im Rückspiegel anderer Autos auf, so wurde während des 14tägigen Tests meist zügig die Überholspur freigegeben.

Der Innenraum glänzt mit guter Verarbeitung, und gelungenen Metall- und Holzeinlagen in edler Optik. Leider zeigt aber das riesige Armaturenbrett in der hell-beigen Ausführung etwas zu viel Kunststoffoptik. Es ist zwar weich anzufassen, aber in der Preisklasse über 60.000 Euro wäre mehr Leder(optik) wünschenswert.

Gut in der Hand liegt das überraschend kompakte Lenkrad, in das geschmackvolle und sinnvoll angeordnete Bedienelemente integriert wurden. Der Look aus hellem Leder und mattem Alu wirkt wertig. Auch die Bedienelemente in der Mittelkonsole sowie rund ums großformatige Navi und Multimediasystem sind alle gut zu erreichen.

Unterwegs auf Stadt- und Landstraßen zeigt sich der in Kooperation von Nissan und Renault entwickelte V6-Diesel agil, nachdem er eine kleine Automatik-typische Anfahrschwäche überwunden hat. Das Triebwerk ist ein bisschen brummig und scheint vom Geräusch her ein wenig unwillig hochzudrehen, dafür sind aber 550 Newtonmeter Drehmoment sehr überzeugend, wenn die 2.150 Kilo schwere Fuhre erst mal unterwegs ist. Zumal der gewaltige Schub vor allem bei sehr niedrigen Diesel-Drehzahlen abzurufen ist. Anders ausgedrückt: Beim Ampelstart genügt schon ein sachter Druck aufs Gaspedal, um auf den ersten Metern die Nase vorn zu haben.

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