Infiniti M35h im Handelsblatt-Autotest
Der große Unbekannte

Audi, Mercedes und BMW haben in Deutschland den Markt für große Limousinen unter sich verteilt. Einer stößt dazwischen. Der Infiniti M35h will die deutsche Übermacht an ihrer Schwachstelle angreifen: dem Hybrid.
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Düsseldorf„Und, welches Auto testest du im Moment?“, fragt mich eine Freundin. „Einen Infiniti“, sage ich. Doch diese Antwort bringt offensichtlich mehr Verwirrung als Klarheit: „Aha, und von welcher Marke ist der?“

Dieser kurze Dialog bringt die Lage von Infiniti auf den Punkt. Hätte ich mit „Ich fahre einen M35h“ geantwortet, ihre Reaktion wäre wohl kaum anders gewesen. „Ich fahre einen 5er BMW“ versteht hingegen jeder.

Das Problem als großer Unbekannter unter den Chef-Limousinen der oberen Mittelklasse lässt sich einfach mit Zahlen belegen. Laut Kraftfahrtbundesamt entfielen im vergangenen Jahr 95,1 Prozent der Neuzulassungen in diesem Segment auf Audi A6, BMW 5er und die Mercedes E-Klasse. In dem kleinen Rest des Marktes kämpfen Modelle wie der Škoda Superb, Volvo S80, Lancia Thema und Lexus GS um die Gunst der Kunden. Und eben Infiniti mit der M-Baureihe.

Dabei setzt der japanische Nobel-Ableger von Nissan wie bereits Lexus auf den Hybridantrieb. Doch nicht ausschließlich: Infiniti bietet auf den europäischen Märkten in einigen Modellen auch einen V6-Diesel an, wie zum Beispiel in dem SUV FX.

Doch zurück zu unserem Testwagen. Bereits beim Design will sich der M mit seiner tief heruntergezogenen Frontpartie, dem großen Kühlergrill und üppig ausgestellten Radkästen von der Konkurrenz abheben. Die schwungvolle Linienführung kann aber auch nicht kaschieren, dass hier eine Limousine mit 4,94 Metern länge und zwei Metern Breite vor uns steht. Glauben Sie mir, die Parkplatzsuche macht damit keinen Spaß.

Kommentare zu " Infiniti M35h im Handelsblatt-Autotest: Der große Unbekannte"

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  • Bei all den Kommentaren fällt mir nur ein Spruch ein:

    "Was stört mich Wissen, wenn ich eine Meinung habe."

    Selber ausprobieren macht schlau!

    Scheinbar ist ein (Marken-)Image für viele immer noch wichtiger als die eigene Persönlichkeit. Da ist auch nichts gegen einzuwenden. Es zeigt aber auch, dass die Marketingaktivitäten der Branche sehr erfolgreich sind.

  • Solange die Asiaten immer noch kopieren (und das werden sie wahrscheinlich in 100 Jahren noch so machen), sind sie es nicht wert, dass man ihnen etwas abkauft.

    Allein schon das 'iDrive' Bedienrad und die Analoguhr in der Armaturentafel, zeugen von reiner Abkupferei.

    Ich brauche keine faden und ideenlosen Autos.

    Auch die Qualität japanischer Autos ist nicht so berühmt.

    Das japanische Modelle in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten weniger Rückrufe als die Deutschen hatten, lag auch daran, dass deutsche Hersteller neue Techniken eingeführt haben und die funktionieren nunmal nicht vom ersten Tag an perfekt.

    Der Toyota Lexus hatte jahrelang auf bewährte, aber alte, Technik gesetzt. Klar, dass dieser weniger anfällig war wie eine S-Klasse. Nur das Design wurde geändert, die Technik blieb.

    Und wer im übrigen Volkswagen mangelnde Ideenlosigkeit im Design nachsagt, kann man mit folgenden dagegenhalten:


    Wenn man seine Design-Sprache gefunden hat, dann braucht man keine wilden Design-Experimente mehr zu veranstalten. Das ist dann eher Sache der Herausforderer, um Aufmerksamkeit zu buhlen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Leute, die den Golf als langweilig kritisieren, das "klare nordische" Design loben würden, wenn auf dem Auto ein Volvo-Zeichen stehen würde.

  • Diese Fernost-Autos haben durchaus ihre Qualitäten - siehe z.B. Lexus.
    Ein günstiges Vergnügen sind sie in der Gesamtschau dennoch meist nicht. Man darf nie vergessen, dass man einen "Exoten" fährt. Nur wenige Servicestützpunkte bedeuten für die Meisten lange Wege und Zeitverlust.
    Bei der Ersatzteilversorgung ist man auf Gedeih und Verderb diesen wenigen Stützpunkten ausgeliefert. Das wird richtig spannend, wenn der Wagen mal ein paar Jahre auf dem Buckel hat.
    Bei den typbezogenen Versicherungstarifen drohen böse Überraschungen, man ist schließlich Mitglied in einer kleinen, exklusiven "Haftungsgemeinschaft". Einige wenige größere Schäden, und die Tarife gegen durch die Decke.
    Und der Wiederverkauf ist sehr fraglich ...
    Wenn, dann eignet sich so ein Wagen - im Grunde ist das ja ein Experiment - am ehesten für ein fair kalkuliertes Leasingmodell auf zwei, drei Jahre mit abschätzbarem Risiko.

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