Jaguar XF Sportbrake im Handelsblatt-Test
Mein schönster Leichenwagen

Mit dem Premium-Lademeister XF Sportbrake lassen sich auch ungewöhnliche Lasten stilgerecht befördern. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Jaguar seinen einzigen Kombi mit viel Selbstbewusstsein vermarktet.
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DüsseldorfZu den sträflich unterschätzten Fragen beim Bewegen eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor gehört: „Wohin mit dem Fahrer im Falle seines plötzlichen Ablebens?“ Nur wenige Hersteller bieten darauf eine so befriedigende Antwort wie Jaguar.

Mein Selbstversuch unmittelbar nach Übergabe des Testwagens belegt jedenfalls: Rund vier Jahrzehnte, nachdem der Titelheld im Filmklassiker „Harold and Maude“ einen zum Leichenwagen umgebauten E-Type auf die Straße brachte, hat die britische Nobelmarke wieder ein taugliches Gefährt zum bequemen Transport großer Körper in ausgestreckter Rückenlage. Und ein paar Dutzend Golfschläger passen auch noch daneben.

Nein, in Sachen Platz braucht der XF Sportbrake den Vergleich mit der Konkurrenz von Audi, Mercedes oder BMW nicht zu scheuen. 550 Liter Kofferraumvolumen bei aufrechten Rücksitzlehnen sind schon komfortabel und mehr, als die XF-Limousine zu bieten hat. Nach Umlegen der Lehnen – per Fingerzug leicht mit einer Hand zu managen – bieten sich dann üppige 1.675 Liter dar.  Das reicht bequem zum Verstauen selbst gut gepolsterter 1,90-Meter-Redakteure.

Schön, dass so viel Platz nicht mit Einbußen beim Design bezahlt werden muss. Bis zur B-Säule identisch mit der Limousine, fällt der Sportbrake elegant nach hinten ab und mündet in einem Heck mit breiter Chromleiste, großen Rückleuchten und einer emblematischen Darstellung des namengebenden Fleischfressers.

„Coupéartige Linienführung“ nennt Jaguar das, ich nenne es einfach „schön“ und schreibe die Blicke, die mein Testwagen auf sich zieht, dieser Form zu – und nicht etwa dem auffälligen Farbton des Wagens, der mit dem Leichenträgerschwarz seines Fahrers kontrastiert. „Säuglingsblau-metallic“, meint ein Kollege, dem ich seiner erwiesenen Fachkompetenz wegen nicht zu widersprechen wage. Tatsächlich ist es aber Crystal Blue Metallic, für 1.080 Euro extra.

Der Versuch, dieses blaue Wunder anders als über die Heckklappe zu entern, wird allerdings für großgewachsene Menschen zur Herausforderung: Beim Einsteigen vorn stößt das Schienbein selbst bei weit nach hinten geschobenen Sitzen an die Kante der Armaturenbretts – ein unschönes Detail.

Dass ich auch beim Einsteigen hinten gewisse Probleme habe, überrascht dagegen weniger: Mich durch vergleichsweise enge Türen auf Rückbänke falten zu müssen, ist eine Grunderfahrung meines Lebens – warum sollte der Jaguar da eine Ausnahme machen? Dafür bietet er mir, einmal auf dem hinteren Sitz angekommen, mehr Freiheiten als viele andere Modelle – im Kopf- wie im Beinbereich.

Nachdem ich meine Ausflüge auf Rückbank und Ladefläche beendet habe, empfängt mich vorn der unternehmungslustig blinkende Startknopf. Der löst allerdings kein lautes Motordröhnen aus, sondern eher eine Art pietätvolle Stille: Angenehm leise schnurrt der 2,2 Liter große Vierzylinder-Turbodiesel.

Kommentare zu " Jaguar XF Sportbrake im Handelsblatt-Test: Mein schönster Leichenwagen"

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  • sind aber keine V6 ;-)

    ansonsten schon Wahnsinn, das man für so ein Auto 110.000 DM zahlen muß (ich rechne nach wie vor um, nur so hat man ne Relatation)

  • eigentlich ganz o.k., vor allem aber eben etwas extravaganter als die üblichen "Premium"-Kombis. Nach Fahrleistungen, innerer Größe und Preisleistungsverhältnis bewertet muß man aber schon sehr markenfixiert sein oder es nötig haben, um sich diesen Wagen zuzulegen. Größere Kombis mit besseren Fahrleistungen , die auch nicht "mainstream" sind und zum halben Preis gibt´s z.B. bei: Skoda !!(z.B. bei 170PS 226 km/h Superb 2.0 TDI bzw bei 150 PS 216 km/h Oktavia 2.0 TDI)

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