Jaguar XJ AWD im Test: Sanft-aggressive Raubkatze auf allen Vieren

Jaguar XJ AWD im Test
Sanft-aggressive Raubkatze auf allen Vieren

Die Mercedes S-Klasse, der Audi A8 und der 7er BMW dominieren die Luxusklasse – vollgestopft mit jeder erdenklichen Elektronik. Der Jaguar XJ verzichtet auf diese Luxus-Spielereien. Kann weniger wirklich mehr sein?
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Wer sich für eine Luxuslimousine interessiert, der kommt um Audi A8, BMW 7er und vor allem die Mercedes S-Klasse nicht herum. Nach dem medialen Overkill rund um die Premiere der zehnten S-Klasse-Generation im vergangenen Jahr mag sich in so manchen Köpfen festgesetzt haben: Luxus besteht heute nicht mehr aus einem kräftigen, laufruhigen Motor, einem sänftenartigen Fahrwerk und gut gepolsterten Ledersitzen.

Gerade die drei genannten Hersteller gehen mit ganz anderen Eigenschaften ihrer Luxus-Limos an die Öffentlichkeit und dominieren die Schlagzeilen: Ein Spurverlassenswarner war gestern, heute lenkt und bremst das Auto selbstständig im Stau. Der Wagen analysiert ständig mein Fahrverhalten und empfiehlt gegebenenfalls eine Pause. Über Tasten und Touchpads wird durch unzählige mehr oder weniger gut strukturierte Untermenüs des Bordcomputers navigiert, um am Ende nur eine Kleinigkeit zu verstellen. Ja, es geht um nichts weniger als den Anspruch, das beste Auto der Welt zu bauen. Und das hat seinen Preis.

Doch was, wenn mir das alles egal ist? Ich auf der Suche nach einer erstklassigen Reiselimousine bin, die ich fahren kann anstatt sie mich. Autos wie der Lexus LS versuchen es auch mit dem deutschen – sprich hochtechnischem – Ansatz und packen sogar noch einen Hybridantrieb mit unter die Haube. Der Maserati Quattroporte sieht zwar klasse aus und betört mit seinem Ferrari-V8, doch er gibt auch beim Fahrwerk den Dynamiker – zulasten des Federungskomforts.

Da fällt der Blick auf den Jaguar XJ, einen weiteren Exoten auf Deutschlands Straßen. Wer in der Luxusklasse anders sein möchte und auf die ein oder andere elektronische Spielerei verzichten kann, findet in der Speerspitze des britisch-indischen Autobaus das passende Gefährt. Wo der eine von Verzicht spricht, redet der andere lieber über ein pures und unverfälschtes Fahrerlebnis.

Egal welche der beiden Ansichten man selbst vertritt, in einem Punkt dürften beide von Verzicht sprechen: bei hohen Preisen. Eben weil der XJ hierzulande eine solche Rarität ist, wird er im Internet mit teilweise deutlichen Rabatten losgeschlagen. Für die von uns gefahrene Allrad-Version – nur erhältlich mit dem 340-PS-Benziner – ruft Jaguar einen Preis von mindestens 91.880 Euro aus. Mit einer besseren Ausstattung und einigen weiteren Extras werden es schnell über 100.000 Euro. Auf einschlägigen Internetportalen wird der XJ 3.0 AWD mit Tageszulassung bereits für 78.800 Euro angeboten. Genug geredet, ab in die Tiefgarage.

Der erste Eindruck von außen: Es ist noch nicht allzu lange her, da galten Limousinen von Jaguar als altmodisch, speziell das Topmodell XJ. Doch das ist vorbei. Mit seinem Design hebt sich der Wagen klar von den konservativen deutschen Limousinen ab, bleibt aber in Grundzügen seinen Vorgängern treu und ist sofort als Jaguar zu erkennen. Der XJ wirkt mit seinen fließenden Linien weniger wuchtig als gedacht, kann aber seine Länge von 5,12 Meter nicht ganz kaschieren.

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Sanft-aggressive Raubkatze auf allen Vieren

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Ist das noch derselbe Wagen?

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Die zwei Gesichter des Jaguar XJ

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