Kia Sorento im Handelsblatt-Test

Der Koreaner, der Q5 und Co. herausfordert

Der Kia Sorento kann alles, was man von einem modernen SUV erwartet. Was nicht heißt, dass er es besser macht als andere. Er punktet bei Extras, Garantie und Preis. Eine andere Sache ist das mit dem Premium-Anspruch.
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Seine hohe Gürtellinie signalisiert solide Kraft. Das spitz zulaufende hintere Fenster lässt eine breite C-Säule stehen, die die Sicht nach hinten einschränkt. Gut, dass die Rückfahrkamera ab der Ausstattung „Vision“ zur Serie gehört. Quelle: Frank G. Heide
Der Sorento ist ein Raumwunder

Seine hohe Gürtellinie signalisiert solide Kraft. Das spitz zulaufende hintere Fenster lässt eine breite C-Säule stehen, die die Sicht nach hinten einschränkt. Gut, dass die Rückfahrkamera ab der Ausstattung „Vision“ zur Serie gehört.

(Foto: Frank G. Heide)

DüsseldorfDer weiße Riese hat einen Claim: „The Power to surprise“. So lautet der Anspruch des Kia-Marketings: Man hat die Kraft zu überraschen. Zwar ist der Werbeanspruch der Hyundai-Tochter hierzulande weithin unbekannt, aber das zum Claim passende Testfahrzeug soll ja den echten Beweis antreten. Er ist tatsächlich ein weißer Riese, der neue Sorento, mit dem Kia aus der Mittelklasse heraus in Richtung Premium steuert. Zu fairen Preisen, und einem Extra, das kein Konkurrent bietet: Sieben Jahre Garantie, die koreanische Spezialität des Hauses.

Gewachsen ist das SUV, das es mit und ohne Allradantrieb gibt, in jeder Beziehung. Um knapp zehn Zentimeter auf fast vier Meter achtzig legte der Sorento in dritter Generation zu und ist weiterhin als Fünf- oder Siebensitzer erhältlich. Damit entfernt sich der Sorento wieder vom etwas kleineren Sportage, und von seinen Wurzeln, denn er startete mal als Geländewagen unter den SUV.

Das neue Basismodell für mindestens 34.990 Euro fährt wie bisher mit einem 2,4 Liter großen Vierzylinder und 138 kW/188 PS, aber ohne Allrad. Unseren Testwagwen treibt allerdings die einzige in Deutschland angebotene Dieselmotorisierung an, ein 2.2 CRDi mit 200 PS. Er dürfte, mit gehobener Inneneinrichtung, wohl 90 Prozent des Verkaufs ausmachen.

Dieser Lademeister will hoch hinaus
Keine kleine Tigernase
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Konsequent auf Größe gesetzt: Kia hat seinen Sorento mit einem deutlichen Längensprung auf 4,78 Meter komplett der SUV-Mittelklasse entwachsen lassen, und bieten ihn nun eine Klasse höher an. Inklusive hochwertigem Innenraum und technischen Leckerbissen wie Querverkehrs-Warner, Verkehrszeichen-Erkennung und aktivem Tempomat.

Kein Bruder Leichtfuß
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Trotz seines um 30 bis 40 Kilo gewachsenen Gewichts von mehr als zwei Tonnen reichen die 200 PS des 2,2-Liter Diesel für eine komfortable, aber nicht für sportliche Fortbewegung. Ein Fahrmodusschalter bietet zwar auch ein Sportprogramm an, es macht den Waegn aber weder leichter, noch beweglicher.

Vier Ausstattungsvarianten
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Als Fronttriebler mit Sechs-Gang-Handschaltung in der Einstiegsausstattung sind nur 34.990 Euro fällig. Die Ausstattungsskala reicht vom Einstieg mit „Edition 7“ über „Vision“ und „Spirit“ bis hin zur „Platinum-Edition“, die mit einer fast kompletten Ausstattung, Sechs-Gang-Automatik und Allradantrieb mit 51.190 Euro in der Liste steht. Darüber hinaus kann man nur noch die dritte Sitzreihe (900 Euro), die Metallic- oder Perleffekt-Lackierung (580 Euro) und die abnehmbare Anhängekupplung (690 Euro) ordern. Und für alle Varianten gilt eine Garantiezeit von sieben Jahren.

Zwischen den Welten
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Mit seinem Innenraum passt der Sorento nach Europa. Hier schätzt man mehr als in den USA das anspruchsvolle Innere. Außen bekennt sich der Sorento mit seinem doch bulligen Auftritt eher zum US-Geschmack. Doch dieser scheinbare Spagat zwischen den Welten hat seinen Reiz. Denn die Amerikaner, die immer noch die meisten Sorento kaufen, beginnen gerade, die Qualität eines Innenraums zu schätzen, und in Europa ist ein Hauch von US-Flair nicht gerade hinderlich. 

Hier herrscht Ordnung
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Die klassische Mittelkonsole fällt weg; die Armaturen liegen alle auf einer Ebene entlang der Sichtlinie des Fahrers. Das Bedienkonzept nutzt noch mehr Knöpfe und Tasten als bei den ganz modernen Angeboten der Wettbewerber. Aber es ist alles an Bord, was die Assistenzsystem-Palette so zu bieten hat.

Wertige Materialien, gute Verarbeitung
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Innen präsentiert sich der Sorento keineswegs mit dem spröden Charme eines Nutzfahrzeugs. Sein Innenraum entspricht dem ernsthaften Bemühen der Koreaner, Kundschaft von Premium-SUV zu interessieren. Doch nicht alles ist Leder, was zunächst wie Leder aussieht.

Meist wird er von Firmenkunden gekauft
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Der Sorento wird in Deutschland nur mit einem Diesel angeboten, dem 2,2-Liter-CRDi angeboten, der nach einer Überarbeitung nun 147 kW / 200 PS und ein maximales Drehmoment von 441 Newtonmetern bietet. Er beschleunigt den Zweitonner in 8,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Die Ausstattungsskala reicht vom Einstieg mit „Edition 7“ über „Vision“ und „Spirit“ bis hin zur „Platinum-Edition“, die wie im Fall des Testwagens mit Sechs-Gang-Automatik und Allradantrieb mit 51.190 Euro in der Liste steht. Das hört sich viel an für einen Kia.

Mit Blick auf die deutschen Mitbwerber und ihre extralangen Optionslisten muss man aber festhalten: Es ist wirklich eine Menge drin in diesem Preis, darüber hinaus kann man nur noch eine dritte Sitzreihe (900 Euro), Metallic- oder Perleffekt-Lackierung (580 Euro) und abnehmbare Anhängerkupplung (690 Euro) ordern. Der Vergleich mit einem Touareg zeigt: Dort passen 100 Liter weniger hinten rein, eine dritte Sitzreihe bietet VW gar nicht erst an.

Intelligent einparken, Heckklappe sensorgesteuert öffnen, Verkehrszeichenerkennung, Spurwechselassistent, adaptive Geschwindigkeitsregelung inklusive Frontkollisionswarner, der auch automatisch bremst, Sitzkühlung, zehn Infinity-Boxen, Zweizonen-Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, Querverkehrswarner: Der Blick auf Extras, Assistenten und Sicherheitsfeatures, die unser weißer Riese auffährt, überrascht echt, das hatten wir so nicht erwartet. Bislang war dieser Kia ein großer Unbekannter auf der persönlichen Wahrnehmungsskala.

Vielleicht war er bislang nicht emotional genug? Was bei einem Mittelklasse-SUV ja auch schwer ist. Doch nun hat das Designteam um den Deutschen Peter Schreyer wieder den Bleistift angesetzt. Den neuen Sorento haben die Gestalter dynamischer, kraftvoller gezeichnet: Der Kühlergrill wurde im Vergleich zum Vorgänger größer, und die tropfenförmigen Elemente innerhalb der spangenförmigen Maske wirken stylish - wie beim Mercedes CLA wurde hier einiges auf jugendlich getrimmt.

Zehn Zentimeter Längenzuwachs (acht sind es beim Radstand) wurden außerdem genutzt, um die Form zu strecken. Zum Beispiel mit einem schmaleren, nun hinten sehr spitz zulaufenden Fensterband. Und auch das gewaltige SUV-Heck mit der nun elektrisch öffnenden Heckklappe ist optisch leichter, sportlicher geworden.

Der Testwagen hatte Allradantrieb, die entsprechende Zuschaltung  erfolgt über eine Taste hinten links in der Mittelkonsole. Oben rechts im gleichen Tastatur-Rechteck wird die Einparkautomatik angewählt. Optisch gut machen sich weiße Ziernähte im schwarzen Leder der Sitze und zahlreiche Chromelemente im Innenraum. Quelle: Frank G. Heide
Extra-Knöpfe hinterm Schalthebel

Der Testwagen hatte Allradantrieb, die entsprechende Zuschaltung erfolgt über eine Taste hinten links in der Mittelkonsole. Oben rechts im gleichen Tastatur-Rechteck wird die Einparkautomatik angewählt. Optisch gut machen sich weiße Ziernähte im schwarzen Leder der Sitze und zahlreiche Chromelemente im Innenraum.

(Foto: Frank G. Heide)

Die erste Platzprobe zeigt, die Entwickler gingen auch innen ehrgeizig ans Werk. Alle Bedienelemente sind klar gegliedert, das Cockpit ist groß, das Display des Multimedia-Infotainments sauber und ebenso wie die Lüfterdüsen mit Chromumrandung aufgewertet. Alles sieht gut und hochwertig aus. Fasst man allerdings das Armaturenbrett fest an, wird klar: Das ist geschäumter Kunststoff, der dank einer Pseudo-Naht seinen Leder-Look bekommt. Das mag pflegeleicht sein, hat man beim Wettbewerb aber auch schon hochwertiger gesehen.

Und was gibts zu meckern?
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