Kia Soul im Handelsblatt-Test Zwischen Kult und komischer Kiste

Für die einen ist er Kult, für andere eine schräge Korea-Kiste. Wer beim Kia Soul vom ungewöhnlichen Äußeren auf besondere innere Werte schließt will, wird enttäuscht. Extras und Garantie versöhnen etwas.
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Der Soul gibt sich erwachsen, immerhin baut die zweite Generation auf dem Kompaktmodell Ceed auf Quelle: PR

Der Soul gibt sich erwachsen. Die zweite Generation baut auf dem Kompaktmodell Ceed, die Motoren kennt man vom Vorgänger. Jetzt gibt es neue Design-Details und Extras.

(Foto: PR)

DüsseldorfDieser Wagen sieht aus, wie manche Kinder ein Auto malen würden, und er hat was von der Form eines Turnschuhs. Positiv ausgedrückt: Die Designer des Kia Soul haben sich besondere Mühe gegeben, das kastige Fahrzeug aus der Masse der Alltagsautos herausragen zu lassen.

Das ist insofern gelungen, als dass auch die Neuauflage des hochbeinigen Viertürers die Betrachter polarisiert. Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Das gilt auch für die zweite Generation des Crossover, die seit März in Deutschland verkauft wird.

Für die einen ist der Kia Soul ein komischer Kasten aus Korea, für die anderen ist er Kult, seit er 2009 auf den Markt kam. Herausragend, auch beim Neuen, ist jedenfalls die Höhe: 1,61 Meter, das ist in der Klasse der kompakten SUV für den Groß- und Vorstadt-Dschungel mehr, als die meisten Konkurrenten bieten.

Schöner Schein, wenig Charakter
Der Fünftürer hat mit der seit dem Frühjahr erhältlichen zweiten Generation deutlich gewonnen
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Was Kia ein „Crossover-Modell mit Kultcharakter“ nennt, ist eine Kreuzung aus Mini-Van, Lifestyle- Kombi und SUV. Design, Motorenangebot und Fahrleistungen werden aber nicht jedem aus der Seele sprechen. Die Basispreise, Ausstattungsextras und Garantieleistungen wohl schon eher. Der Fünftürer hat mit der seit dem Frühjahr erhältlichen zweiten Generation deutlich gewonnen ...

Der 1,6-Liter-Diesel leistet 94 kW/128 PS, mobilisiert 260 Nm und beschleunigt den kantigen Kompakten auf eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h
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Der 1,6-Liter-Benziner leistet 132 PS und beschleunigt den kantigen Kompakten in elf Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Bei 185 km/h ist Schluss. Die Basisversion kostet mindestens 16.990 Euro, hat aber dann nicht die schöne Zweifarb-Lackierung.

Die Materialauswahl macht einen hochwertigen Eindruck, Sitzpolster, Kunststoffe und Dekoreinlagen fühlen sich gut an
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Die Materialauswahl macht einen hochwertigen Eindruck, Sitzpolster, Kunststoffe und Dekoreinlagen fühlen sich gut an. Weniger gelungen: Das Lenkrad wurde mit Schaltern überfrachtet.

Besonders gut kommt die Optik mit der aufpreispflichtigen (730 Euro) Zweifarbenlackierung zur Geltung
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Besonders gut kommt die Optik mit der aufpreispflichtigen Zweifarbenlackierung (730 Euro) zur Geltung. Die offiziell genannten Norm-Verbräuche liegen bei 6,8 beziehungsweise 5 Liter (Diesel), sind aber im Alltag leicht deutlich zu überbieten. Serienmäßig sind die beiden Vierzylinder mit einem Sechsganggetriebe gekoppelt. Für den Diesel ist gegen Aufpreis ein DSG-Getriebe mit ebenfalls sechs Gängen lieferbar.

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Der Innenraum profitiert von den gewachsenen Abmessungen. Bei einer Länge von 4,14 Metern und einem 2,55 Meter messenden Radstand (jeweils plus zwei Zentimeter) genießen die Insassen großzügigere Platzverhältnisse. Angenehm ist auch die hohe Sitzposition von Fahrer und Passagieren.

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2009 hatte Kia den ersten Soul in Deutschland eingeführt. Das Design der zweiten Generation, unter der Regie des Deutschen Peter Schreyer, wurde unlängst mit dem „Red Dot Award“ ausgezeichnet. Auf einer neuen Plattform und mit neuem Interieur fährt er ein wenig dynamischer vor. Mit aufrechter Grundform, breiten Schultern und streng geometrischer Aufteilung der Fensterflächen. Das gefällt natürlich nicht jedermann.

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Die Kurvenhatz ist nicht die bevorzugte Gangart des Soul, seine Stärken liegen eher auf der langen, gemächlich gefahrenen Geraden. Dafür sorgen schon die Motoren, nach wie vor je ein Benziner und ein Diesel, die beide keine Bäume ausreißen.

Oberflächlich betrachtet unterscheidet sich die zweite Generation nur wenig vom Vorgänger, doch Kia ließ kein Außenteil unangetastet: die Karosse steht aufrecht und bietet uns praktisch breite Schultern zum Anlehnen, die streng geometrische Fensterlinie ist so gewöhnungsbedürftig wie die hoch platzierten Rückleuchten, dazu kommt eine SUV-typisch großzügige Bodenfreiheit. Markentypisch gut wiedererkennbar ist an der Front das Tigernasen-Design des Kühlergrills, dazu ein großer, trapezförmige Lufteinlass und tief platzierte Nebelscheinwerfer.

In Deutschland wird der Soul in zwei Ausstattungsvarianten angeboten. Und in beiden punktet die Hyundai-Tochter mit einer rekordverdächtig langen Werksgarantie sowie einer enormen Zahl an Extras und neuen Sicherheits-Features. 

So hat die Basisversion „Edition 7“ unter anderem Klimaanlage, Radio mit sechs Lautsprechern, Multifunktionslenkrad, Parksensoren hinten, elektrische Fensterheber vorn und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten und viele praktische Komfortelemente, von der Dachkonsole vorn mit Lesespots und Brillenfach bis zum Ablagefach im Gepäckraumboden.

Die zweite Ausstattungsvariante ist die von uns getestete Topversion Spirit. Zu ihrer Serienausstattung gehören zum Beispiel Smart-Key, Klimaautomatik, Radio mit TFT-LCD-Display, Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Parksensoren vorn, Tempomat, selbstabblendender Innenrückspiegel und elektrisch anklappbare Außenspiegel. Das üppige Angebot wird ergänzt durch für die Kompaktklasse ungewöhnliche Features wie ein beheizbares Lederlenkrad, Sitzheizung und kühlende Sitzventilation vorn sowie ein klimatisiertes Handschuhfach.

Offroad-Zierrat ohne Allradantrieb
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