Land Rover Discovery im Handelsblatt-Test
Allrad-Star ohne jegliche Allüren

Seit 25 Jahren schwimmt der naturverbundene Land Rover Discovery gegen den Modetrend zum SUV. Der knorrige Allradler hat als waschechter Offroader im Gelände mehr zu bieten, als die meisten Fahrer sich trauen.
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DüsseldorfEr ist seit Jahren so etwas wie die graue Maus im Modellangebot von Land Rover. Zwischen dem glamourösen Range Rover samt dynamischem Sport-Ableger und dem Verkaufsschlager Evoque wirkt der Discovery ein wenig aus der Zeit gefallen. Vermutlich, weil es sich über inzwischen 25 Jahre treu geblieben ist. Als Geländewagen, nicht als modischer SUV.

Wo sich so manch SUV mit seinem adaptiven Sportfahrwerk brüstet oder andere vollends im automobilen Luxus schwelgen, winkt der kantige Allrad-Klassiker jeweils ab. Er stellt inzwischen eine Art eigenes Genre dar: Ein komfortables Reiseauto, gepaart mit einem expeditionstauglichen Allradantrieb und viel Nutzwert.

Es mag kleine und leichte Offroader à la Suzuki Jimny geben, die im Gelände aufgrund ihrer Wendigkeit besser sind. Es mag große Reise-SUVs vom Schlage eines Mercedes GL geben, die noch mehr Komfort und Luxus bieten.

Aber auch große Geländewagen wie den Toyota Land Cruiser, die einen ebenbürtigen Allradantrieb haben. Aber die Kombination aus Geländefähigkeiten, Komfort und einem ansprechenden Innenraum bietet sonst kaum einer.

Dieser Nutzwert-Anspruch wird bereits von außen deutlich: Beim kantigen Aufbau wurde kein Zentimeter für eine dynamische Optik verschenkt. Mit der Dachrehling ragt der Discovery je nach Einstellung der Luftfederung bis zu 1,97 Meter in die Höhe. Zusammen mit der Breite von 2,20 Metern inklusive Außenspiegel und einer Länge von 4,83 Metern ergibt das eine mächtige Erscheinung.

Abgerundet wird der imposante Auftritt im Rückspiegel durch den neuen Kühlergrill und die an den großen Range angelehnten Tagfahr-LEDs, die der Discovery bei der aktuellen Modellpflege in diesem Frühjahr erhalten hat. Da unser Testwagen allerdings mit dem optionalen „Black Pack“ ausgerüstet war, wirkte der schwarz lackierte Kühlergrill etwas dezenter als die Alu-Standardausführung.

Ebenfalls optional ist die dritte Sitzreihe, die den Discovery für 1.570 Euro zu einem Siebensitzer macht. Hier kommt wieder die kantige Form zum Tragen: Selbst auf den im Kofferraumboden versenkbaren Klappsitzen können zwei Erwachsene relativ bequem Platz nehmen – Freiraum an Beinen und Kopf gibt es mehr als genug.

Auch der Einstieg ist recht komfortabel. Da die beiden Sitze wegen der Radkästen etwas nach innen versetzt sind, könnte man sich an der Schulter etwas näher kommen.

Deutlich luftiger geht es in den ersten beiden Sitzreihen zu. Hier spielt der Discovery eine seiner Stärken aus: das luftgefederte Reisemobil. Sanft bügelt das Fahrwerk die meisten Unebenheiten im Asphalt aus und gibt nur wenig an die Insassen weiter.

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