Land Rover Discovery Sport im Handelsblatt-Test

Kommst Du mit in den Großraum-Disco?

Land Rover mottet seinen Freelander ein und fährt stattdessen den Discovery Sport vor. Der neue „Disco“ lässt Parkhäuser schrumpfen und lädt zur Entdeckungsreise ein. Mit bis zu sieben Personen und in aller Ruhe.
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Von außen unübersehbar, von innen eine Lounge in weißem Leder: Der neue „Disco“ ist mehr als nur ein weiteres Kompakt-SUV. Er hat echte Offroad-Fähigkeiten und rückt optisch näher an die edlen Range-Rover-Modelle heran. Das hat natürlich seinen Preis. Quelle: Florian Hückelheim
Der Land Rover, der den Freelander ablöst

Von außen unübersehbar, von innen eine Lounge in weißem Leder: Der neue „Disco“ ist mehr als nur ein weiteres Kompakt-SUV. Er hat echte Offroad-Fähigkeiten und rückt optisch näher an die edlen Range-Rover-Modelle heran. Das hat natürlich seinen Preis.

(Foto: Florian Hückelheim)

DüsseldorfDer weiße Riese ist einfach riesig, lehrte uns einst die Werbung. Manchmal findet sich so ein Riese aber nicht im Waschzuber, sondern auf der Straße. In unserem Fall hört er auf den Namen Land Rover Discovery Sport, kurz „Disco“. Und dieser weiße Riese ist auch ein bisschen schwarz und tatsächlich sehr groß, stellen wir fest. Parkhäuser der Welt seht euch vor, der breite Brite rollt an.

Er rollt bereits seit 1989, der Discovery. Er war lange Zeit das Einstiegsmodell im Haus Landrover, zwischen dem rustikalen Maultier Defender und dem luxuriösen Range Rover postiert. Mit wechselnden Eigentümern wechselte auch die Modelpalette. Im SUV-Mutterkonzern wurde der 1998 Freelander zum kleinere, erschwinglicheren Einstiegsmodell. Aus jenem Freelander ist nun der Discovery Sport geworden.

Verwirrend? Finden wir auch. Zumal Discovery und Discovery Sport mit Verschwinden des Defender zum Jahresende erst einmal die einzigen Land Rover-Marken sein werden. Verwirrend auch, dass der Discovery Sport optisch kaum etwas mit dem Discovery gemeinsam hat.

Stattdessen rückt er in der Außenansicht nah an die Range-Rover-Serien Sport und Evoque heran. Nach etwas innerer Einkehr über die Modellpolitik steht für die Tester auf jeden Fall fest – er sieht gut aus, der Discovery Sport. Einladung zur Entdeckungsreise.

Auf Entdeckungstour
Er löst den Freelander ab
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Als ersten Spross einer neuen Modellfamilie, die weiter ausgebaut werden soll, verkauft Land Rover seinen Discovery Sport in Deutschland seit Febaruar 2015. Mit ihm wird der Freelander in den Ruhestand geschickt. Sein Nachfolger ist neun Zentimeter länger und ist als 5+2-Sitzer ausgelegt.

Mit dem nötigen Abstand
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Hoch gewachsen: Exakt ein DinA4-Blatt im Hochformat passt theoretisch zwischen Boden und Vorderachse. An der Hinterachse sind es noch knapp 21 Zentimeter Luft zwischen Boden und Fahrzeug. Allradantrieb samt „Terrain Response“-Ansteuerung sind mit an Bord.

Black Pack
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Schwarzer Hut, weißer Rumpf, schwarze Ohren: Im Black Design-Paket für 2300 Euro sind Kühlergrill, Lufteinlässe, Spiegelkappen, sowie die Discovery-Schriftzüge, das Dach und die Leichtmetallfelgen in Hochglanzschwarz lackiert.

Spurverbreiterer
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Mit 2,17 Metern inklusive Außenspiegeln ist der weiße Riese zu ausladend für die Überholspur in den meisten Baustellen. Wer es wagt, muss die Einhaltung von Begrenzungslinien etwas lockerer auslegen und sich nicht wundern, wenn nach der Baustelle ein Außenspiegel weniger mitfährt.

Doch hat die warnbarkendekorierte Lebensraumverkleinerung ein Ende, pfeift der Turbolader die leise Sinfonie der Freiheit - bis Tempo 188. Der Tacho zeigt dann aber bereits 202 Stundenkilometer an.

Hübsche Kehrseite
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Gefällig, aber unpraktisch: Selbst ohne die ausgeklappten Kopfstützen ist die Sicht durch die Heckscheibe eher beschränkt. Ohne die eingebaute Rückfahrkamera und die Abstandssensoren ist der Discovery Sport ein Opfer seiner ansteigenden Seitenlinie. Einparkmanöver mit dem 4,59 Meter langen Gefährt erforderten dann nämlich ein sehr verlässliches Augenmaß.

Erhöhte Fußgängersicherheit
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Erstmalig im SUV-Segment verfügt der Discovery Sport über einen Fußgänger-Airbag. Innerhalb von nur 60 Millisekunden soll sich der Luftsack entfalten, wenn Sensoren zwischen Stoßfänger und Stoßfängerträger ausreichenden Druck melden. Das System funktioniert bei Aufprallgeschwindigkeiten zwischen 24 und 48 Stundenkilometern.

Unter der Motorhaube des Testwagens begegnet man einem guten Bekannten.
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Der 2,2-Liter-Diesel mit 140 kW/190 PS wirkt wie auf den Discovery Sport zugeschnitten, auch wenn das Zusatzversprechen „Sport“ nur begrenzt eingehalten wird. Die 8,9 Sekunden auf Tempo 100 werden leistungshungrige Fans noch für gerade ausreichend halten. Die Spitze von 188 km/h klingt auf den ersten Blick dagegen enttäuschend.

Aber: Auch ein gleichstarker Audi Q 5 ist nur 4 km/h flotter. Außerdem müssen fast 1,9 Tonnen Leergewicht gestemmt werden, obwohl diverse Karosserieteile aus Aluminium sind.

Auch wenn er einen größeren Eindruck macht als die Freelander, die Maße sind fast gleich. Und so spannt sich die markante Linienführung von der Schnauze an über 1,9 Metern Breite und über 4,5 Metern Länge. Mit den Notsitzen im Laderaum passen bis zu sieben Personen in den wie immer voll geländetauglichen SUV. Im Normalfall reicht es locker für vier Insassen nebst Gepäck. Im Zweifel auch beim Offroad-Adventure durch die georgische Steppe. Während der Testfahrten verschlug es den Landy aber nicht in die Wildnis. Das Höchstmaß an Abenteuer bot ein Tagesausflug nach Maastricht. Und da soll er ja auch hin, der Discovery Sport. Nicht nach Maastricht, aber in den Alltag.

Und das führt uns zurück ins Parkhaus. Verwinkelte und verbaute Stellplatzspender in deutschen Innenstädten zeigen schnell – aber wenig überraschend –, dass das Viermetersechzig-SUV nicht so übersichtlich ist wie ein Smart. Wie zwei Smart vielleicht. Aber auch das nur dank der eingebauten elektronischen Helfer, namentlich Abstandssensoren und einer Rückfahrkamera.

Dass beides wirklich nötig ist, fällt erst dann wirklich auf, wenn der Blick durch die großzügig bemessenen Seitenspiegel oder den Innenspiegel geht. Eine vernünftige Rundumsicht ist in der Ferne möglich; die ersten drei Meter direkt hinter dem Fahrzeug sieht aber allein die Kamera zuverlässig ein. Wirklich, dicht auffahrende Zeitgenossen verschwinden im Bermuda-Dreieck, sprich Heck. Das Unternehmen nennt es Kompakt-SUV. Wir nennen es trotzdem einigermaßen groß.

Fahren wir jetzt aufs Land, ja?
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