Lexus IS 300h im Autotest
Das Schaf im Wolfspelz

Mehr Schein als Sein? Optisch trägt der Lexus IS mit seiner fast schon aggressiven Front dick auf – ganz anders als bisherige Lexus-Modelle. Doch ist der Wagen auch so sportlich, wie es die Fassade verspricht?
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Es war immer dasselbe mit Lexus: Egal ob mit SUVs, kleinen oder großen Limousinen oder einem Kompaktwagen: In dem Premium-Markt, der von den deutschen Herstellern dominiert wird, hatte die Edel-Marke des Toyota-Konzerns wenig zu lachen.

Die Autos waren stets gut, keine Frage. Bei der Verarbeitung mussten sich die Japaner selten vor den deutschen Premium-Wagen verstecken, und zuverlässig waren sie auch, wie die meisten Kundenzufriedenheits-Barometer zeigen. Nur eines waren die Lexus-Modelle oft – bieder. Kurzum: Wer einen Lexus gefahren ist, fiel im Straßenbild nicht auf.

Und jetzt steht der neue Lexus IS in unserer Garage. Mit seinem weit aufgerissenen Maul - in PR-Texten ist an dieser Stelle vom Diabolo-Kühlergrill zu lesen - sieht die Mittelklasse-Limousine bereits im Stand so aus, als wolle sie einen BMW M3 oder Audi RS4 auf der Stelle verschlingen. Die dynamisch-gepfeilten LED-Tagfahrlichter und die zerklüfteten Lufteinlässe rund um die Nebelscheinwerfer tragen das Ihre zum aggressiven Auftritt des IS bei. Wow, diese Front ist ein echtes Statement.

Auch am Heck sind die Lexus-Designer ihrer flotten Linie treu geblieben, langweilig sieht anders aus. Müssen sich die Power-Ableger von Audi, Mercedes und BMW etwa warm anziehen? Vorerst noch nicht, denn fette Auspuffrohre suchen Sie beim Lexus vergebens. Stattdessen weist der kleine Buchstabe am Ende des Schriftzuges auf etwas ganz anderes hin: Der IS 300h hat keinen leistungsstarken Sechs- oder Achtzylinder, wie es die Optik vermuten lässt. Unter seiner Haube schlagen zwei Herzen: Ein Vierzylinder-Benziner mit 181 PS und ein Elektromotor, der nochmals 143 PS beisteuert.

Nach dem Druck auf den Startknopf bleibt der Verbrenner hybrid-typisch stumm, der IS 300h rollt rein elektrisch aus der Parklücke. Doch schon bei der Ausfahrt aus unserer Tiefgarage springt der Benziner an: Die Rampe an der Schranke ist zu steil, der Benziner greift dem Elektromotor unter die Arme.

Kommentare zu " Lexus IS 300h im Autotest: Das Schaf im Wolfspelz"

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  • Man muss erst verstehen dass diese Autos nichts für die Put the Pedal to the Metal Dieseltreckervertreterfraktion gedacht sind. Diese Klientel wird hervorragend von den deutschen Premiumhersteller bedient. Jedem das Seine.

  • Der Auto hat - wie große Teile der deutschen Presse - offensichtlich nicht verstanden, worum es beim Hybrid-System geht. Möglichst lange elektrisch zu fahren ist NICHT der Sinn. Die Idee dahinter ist, den Verbrenner durch die elektrische Antriebseinheit in den kritischen Bereichen (Anfahren, Rollen im Leerlauf, Stop and Go) zu unterstützen.

    "...mit künstlichen Motorgeräuschen aus den Lautsprechern unter die Arme greifen. Sagt alles."
    Den Soundgenerator kann ja auch abschaltet werden und soll wohl denjenigen "helfen", die mit dem durch das Planetengetriebe gleichbleibenden Motorgeräusch Probleme haben. Im Übrigen, der M550d und der M5 (!) haben ebenfalls einen Soundgenerator - sagt das auch alles?

    Es wäre schön, wenn die deutsche Presse für inländische wie ausländische Fabrikate dieselben Maßstäbe ansetzen würde.

  • Ausstattungsbereinigt wird der Preisunterschied noch drastischer.

    Qualität und Zuverlässigkeit von Lexus liegt allgemein (klassenbezogen) über den deutschen Premiummarken. Außerdem: Hierzulande liegen Mittel- und Oberklasse der deutschen Premiummarken überwiegend und fest in der Hand der Dienstwagenfahrer, also Leasingflotten.
    Das sieht z.B. in Nordamerika völlig anders aus.

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