Lexus RX 450h im Test
Sumo mit Turbo

Der Lexus RX Hybrid sieht ziemlich gefährlich aus, ist aber meistens ganz brav. Wie es der exotische Japaner schafft, trotz seiner immensen Größe nicht zu durstig zu sein.
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DüsseldorfIrgendwann sind es auch die Japaner leid gewesen, dass jeder Autotest mit der Feststellung begann, wie langweilig ihre Autos aussehen. Mit großer Leidenschaft arbeitete sich die Fachwelt am biederen Design und lahmen Antrieb ab, bis auch Gründerenkel Akio Toyoda genug hatte. „Keine langweiligen Toyotas mehr“, versprach der begeisterte Rennfahrer und ließ seine Designer beim Lexus RX einfach mal richtig dick auftragen.

Nicht umsonst fällt das Riesen-SUV  auf deutschen Straßen auf wie ein Sumoringer auf dem Laufsteg. Alleine der Kühlergrill mit X-Optik ist so wuchtig, dass jeder andere Autofahrer, der den RX im Rückspiegel erblickt, vor Ehrfurcht auf eine andere Spur wechselt. Dazu kommen zackige LED-Lichter, die Erinnerungen an ein Raumschiff wecken und ihr Fernlicht automatisch abblenden können. Über Geschmack kann man streiten, aber übersehen lässt sich dieses SUV nicht. Alleine auf den 20-Zoll-Felgen könnte man eine Sushi-Platte für ein ganzes Beraterbüro servieren.

Im Heimatland von Audi Q7, BMW X6 und anderen deutschen Schwergewichten, ist der gewagte Japaner ein Exot. Etwa 500 Mal wurde der RX im vergangenen Jahr hierzulande verkauft.  Dass die Weltmarke Toyota ihn weiterhin selbstbewusst ab rund 80000 Euro verkauft, zeigt, dass man sich mit diesem Auto keinesfalls verstecken will.

Während die Konkurrenz in der Oberklasse stärker auf einen halbelektrischen Plugin-Hybrid-Antrieb setzen, bleibt Toyota dem klassischen Hybrid, der sich während der Fahrt lädt, treu. Damit – so verspricht es der Hersteller - soll der Luxus-SUV trotz seines Gewichts von 2175 Kilogramm schlanke 5,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Ein gutes Argument, mit dem RX einen Kurztrip an die holländische Nordsee zu unternehmen. Das Land, das sich mehr und mehr vom Diesel verabschiedet, ist ohnehin eine ideale Umgebung für den Lexus. Auf der Autobahn darf man selten schneller fahren als 120 Stundenkilometer.

Im Stadtverkehr lassen wir den Lexus rollen und sehen begeistert zu, wie er immer wieder rein elektrisch unterwegs ist, obwohl wir nie zur Ladestation müssen. Allein die engen Straßen und viele Radfahrer sind für den Riesen hin und wieder eine Herausforderung.

Denn auf Nähe regiert der RX sehr sensibel. Er fiept und piepst, wenn ihm Radfahrer oder Fußgänger zu Nahe kommen. Das eingebaute Sensorenpaket (Aufpreis: 3.300 Euro) leistet ganze Arbeit und bremst im Zweifel auch selbst, bevor es zu einer Kollision kommt. Immerhin fällt Einparken nur auf den ersten Blick schwer. Dank einer hochauflösenden 360-Grad-Kamera lässt sich der große SUV sehr präzise in die Parklücken und auch wieder heraus manövrieren.

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