Mercedes C-Klasse im Handelsblatt-Test
Kleine S-Klasse für zwei

Hilfe, Mercedes hat die S-Klasse geschrumpft! Die neue C-Klasse bietet den Luxus des Daimler-Flaggschiffs in der Form einer sportlichen Mittelklasse-Limousine – solange man nicht auf der Rückbank Platz nehmen muss.
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DüsseldorfAls Mercedes im Mai vergangenes Jahres das Tuch von seiner neuen S-Klasse zog, ließen sich die Manager aus Stuttgart-Untertürkheim nicht lumpen. Schließlich ging es ja um das aus ihrer Sicht „beste Auto der Welt“. Und so eilten 750 geladene Gäste in einen Airbus-Hangar in Hamburg-Finkenwerder, um dort zunächst den Hamburger Symphonikern zu lauschen und danach Weltstar Alicia Keys am Flügel. Viel Aufwand, um ein Auto zu präsentieren.

Wozu der ganze Bohei? Schließlich macht die S-Klasse ein paar Firmenchefs und eine Handvoll Manager aus dem eigenen Haus glücklich, doch das große Geld wird schließlich mit anderen Modellen verdient. Nun, es mag daran liegen, dass Daimler damals auf Umwegen zwei Fahrzeuge vorgestellt hat.

Wer mal in die Verlegenheit kommt, von einer S-Klasse in eine gut ausgestattete, neue C-Klasse umzusteigen, der wird auf den ersten Blick nichts vermissen – bis auf die generösen Platzverhältnisse des Luxusliners.

Die Ledersitze sind Sitze und keine Sessel, auch das ist vornehmlich den Platzverhältnissen geschuldet. Aber sie sind durch und durch bequem, lassen sich millimetergenau einstellen und hochwertig verarbeitet. Die Bedien-Einheiten für Klimaanlage und Navi geben keine Rätsel auf, selbst die Burmester-Soundanlage hat es in den ehemaligen Baby-Benz geschafft.

Letztere kostet mit 922,25 Euro eine ganze Stange Geld, ist aber die wohl günstigste Möglichkeit, an ein Soundsystem aus der Berliner Edel-Manufaktur zu kommen. Zugegeben, die C-Klasse-Lautsprecher werden nicht, wie die anderen Burmester-Teile, in Tempelhof von Hand gefertigt, das wäre bei C-Klasse-Stückzahlen nicht möglich.

Wenn man aber alleine die Mitteltöner in den Türen mit ihren gelochten Alu-Abdeckungen betrachtet, kommt dieses Manufaktur-Gefühl deutlich eher auf als bei den Bose-, Harman-Kardon- oder Bang&Olufsen-Anlagen der Konkurrenz. Ach ja, der Klang überzeugt ganz nebenbei mit satten, aber klaren Bässen und einer feinen Stimmwiedergabe.

Noch so ein Bauteil, an dem man sich als Auto-Enthusiast stundenlang in Details verlieren könnte, ist die Klimaanlage. Die Klimaanlage? Die soll im Sommer kühlen und im Winter heizen! Doch das ist zu kurz gedacht. Damit meine ich nicht die effizienteren Gebläse, die 0,3 Gramm Co2 pro Kilometer sparen sollen, so eine Entwicklung ist bei einem neuen Modell erwartbar. Auch die drei Modi für den Luftstrom (diffus, medium, fokussiert) hat es schon in anderen Mercedes-Modellen gegeben.

Die neue Klimaanlage aber denkt mit. Stellt das Auto per Schadgassensor mit, dass die Luft außen schlechter ist als innen, schaltet die Klimatisierung von alleine auf Umluftbetrieb um. Genauso per GPS bei Tunneldurchfahrten, der Fahrer muss für solche „Belanglosigkeiten“ keinen Finger mehr rühren. Noch einen drauf setzt das aus der S-Klasse adaptierte „Air-Balance-Paket“. Aus einem im Handschuhfach platzierten Glasflakon strömt eine von vier Beduftungsnoten mit durch die Düsen in den Innenraum.

Wie stark die Luft parfümiert wird, kann selbstredend festgelegt werden, in drei Stufen. Dabei ist dieser Duftbaum 2.0 gerade auf der niedrigsten Stufe sehr angenehm, kann aber auch nach Lust und Laune abgeschaltet werden – im Gegensatz zu seinem gedanklichen Vorgänger, der am Innenspiegel baumelte.

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  • Als nächstes kommt dann eine fahrende Telfonzelle für eine Person mit Mercedesstern auf der Glastür.

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