Mercedes C-Klasse im Handelsblatt-Test

Kleine S-Klasse für zwei

Hilfe, Mercedes hat die S-Klasse geschrumpft! Die neue C-Klasse bietet den Luxus des Daimler-Flaggschiffs in der Form einer sportlichen Mittelklasse-Limousine – solange man nicht auf der Rückbank Platz nehmen muss.
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Mercedes neue C-Klasse übertrifft ihren Vorgänger in allen relevanten Disziplinen, ist komfortabler, sicherer, intelligenter, luxuriöser und um bis zu 20 Prozent sparsamer. Vor allem aber soll sie für Daimler jüngere Kunden von Audi und BMW weglocken. 

Mercedes neue C-Klasse übertrifft ihren Vorgänger in allen relevanten Disziplinen, ist komfortabler, sicherer, intelligenter, luxuriöser und um bis zu 20 Prozent sparsamer. Vor allem aber soll sie für Daimler jüngere Kunden von Audi und BMW weglocken. 

DüsseldorfAls Mercedes im Mai vergangenes Jahres das Tuch von seiner neuen S-Klasse zog, ließen sich die Manager aus Stuttgart-Untertürkheim nicht lumpen. Schließlich ging es ja um das aus ihrer Sicht „beste Auto der Welt“. Und so eilten 750 geladene Gäste in einen Airbus-Hangar in Hamburg-Finkenwerder, um dort zunächst den Hamburger Symphonikern zu lauschen und danach Weltstar Alicia Keys am Flügel. Viel Aufwand, um ein Auto zu präsentieren.

Wozu der ganze Bohei? Schließlich macht die S-Klasse ein paar Firmenchefs und eine Handvoll Manager aus dem eigenen Haus glücklich, doch das große Geld wird schließlich mit anderen Modellen verdient. Nun, es mag daran liegen, dass Daimler damals auf Umwegen zwei Fahrzeuge vorgestellt hat.

Darf es auch ein bisschen mehr sein?
Mercedes C 250 Sport 17
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Die C-Klasse führte einst in ihrem Segment souverän, aktuell liegt sie in Deutschland beim Absatz aber hinter den etablierten Mitbewerbern BMW 3er und Audi A4. Das soll sich ändern, und zwar möglichst zügig ... 

Mercedes C 250 Sport 10
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Mercedes neue C-Klasse übertrifft ihren Vorgänger in allen relevanten Disziplinen, ist komfortabler, sicherer, intelligenter, luxuriöser und um bis zu 20 Prozent sparsamer. Vor allem aber soll sie für Daimler jüngere Kunden von Audi und BMW weglocken. 

Mercedes C 250 Sport 18
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Hat man sich für eine Mercedes C-Klasse entschieden, tun sich schnell noch viel größere Fragen auf? Welcher der momentan fünf Diesel- oder drei Benzinmotoren darf es denn sein? Diese Entscheidung wurde uns abgenommen, Mercedes stellte einen C 250 Bluetec für den Test zur Verfügung.

Mercedes C 250 Sport 22
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Eine weitere Entscheidung ist mit der Motor-Wahl ebenfalls gefällt: Der 204-PS-Diesel wird ab Werk mit der Sieben-Gang-Automatik ausgeliefert, eine Handschaltung gibt es nicht mehr, die wird höchstens in den 170-PS-Diesel eingebaut. Doch damit ist es noch nicht vorbei: Soll der Stern modern in den Kühlergrill integriert sein oder klassisch auf der Motorhaube thronen?

Mercedes C 250 Sport 2
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In der Serienausstattung, der Avantgarde-Line oder dem AMG-Paket sitzt der Stern im Grill. Nur die Exclusive-Line trägt sein Firmenlogo über dem klassischen Lamellen-Grill auf der Haube zur Schau. Bei uns ist es die sportliche AMG-Optik mit besonders dynamisch gezeichneten Lufteinlässen sowie Seitenschwellern.

Mercedes C 250 Sport 29
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Zwar behält das Cockpit als zentrales Anzeigeinstrument seine klassischen analogen Rundinstrumente (Tacho und Drehzahlmesser). Doch den bis zu 8,4 Zoll großen Bildschirm haben die Designer prominent und freistehend in der Mitte des Armaturenbretts platziert.

Dazu gehört auf der Tunnelkonsole ein kleines Touchpad, mit dem sich der gesamte Multimediabereich und die Navigation steuern lassen.

Erstmals in seiner Firmengeschichte bekennt sich nun auch Mercedes zur ergänzenden Information in der Windschutzscheibe. Das Head-up-Display informiert über Geschwindigkeit, Tempolimits, Navigationsanweisungen und Hinweise des Abstandsradars.

Mercedes C 250 Sport 7
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Die C-Klasse hat im Mai beim Euro NCAP-Crashtest die Bestwertung eingefahren. Leichte Abstriche hat NCAP bei der Unterstützung durch Sicherheitssysteme gemacht. So bemängeln die Tester etwa das Fehlen eines Spurassistenten in der Serienausstattung. Auch viele weitere elektronische Helfer sind nur gegen Aufpreis erhältlich. Ein Notbremsassistent dagegen gehört zum Serienumfang.

Wer mal in die Verlegenheit kommt, von einer S-Klasse in eine gut ausgestattete, neue C-Klasse umzusteigen, der wird auf den ersten Blick nichts vermissen – bis auf die generösen Platzverhältnisse des Luxusliners.

Die Ledersitze sind Sitze und keine Sessel, auch das ist vornehmlich den Platzverhältnissen geschuldet. Aber sie sind durch und durch bequem, lassen sich millimetergenau einstellen und hochwertig verarbeitet. Die Bedien-Einheiten für Klimaanlage und Navi geben keine Rätsel auf, selbst die Burmester-Soundanlage hat es in den ehemaligen Baby-Benz geschafft.

Letztere kostet mit 922,25 Euro eine ganze Stange Geld, ist aber die wohl günstigste Möglichkeit, an ein Soundsystem aus der Berliner Edel-Manufaktur zu kommen. Zugegeben, die C-Klasse-Lautsprecher werden nicht, wie die anderen Burmester-Teile, in Tempelhof von Hand gefertigt, das wäre bei C-Klasse-Stückzahlen nicht möglich.

Wenn man aber alleine die Mitteltöner in den Türen mit ihren gelochten Alu-Abdeckungen betrachtet, kommt dieses Manufaktur-Gefühl deutlich eher auf als bei den Bose-, Harman-Kardon- oder Bang&Olufsen-Anlagen der Konkurrenz. Ach ja, der Klang überzeugt ganz nebenbei mit satten, aber klaren Bässen und einer feinen Stimmwiedergabe.

Noch so ein Bauteil, an dem man sich als Auto-Enthusiast stundenlang in Details verlieren könnte, ist die Klimaanlage. Die Klimaanlage? Die soll im Sommer kühlen und im Winter heizen! Doch das ist zu kurz gedacht. Damit meine ich nicht die effizienteren Gebläse, die 0,3 Gramm Co2 pro Kilometer sparen sollen, so eine Entwicklung ist bei einem neuen Modell erwartbar. Auch die drei Modi für den Luftstrom (diffus, medium, fokussiert) hat es schon in anderen Mercedes-Modellen gegeben.

Die neue Klimaanlage aber denkt mit. Stellt das Auto per Schadgassensor mit, dass die Luft außen schlechter ist als innen, schaltet die Klimatisierung von alleine auf Umluftbetrieb um. Genauso per GPS bei Tunneldurchfahrten, der Fahrer muss für solche „Belanglosigkeiten“ keinen Finger mehr rühren. Noch einen drauf setzt das aus der S-Klasse adaptierte „Air-Balance-Paket“. Aus einem im Handschuhfach platzierten Glasflakon strömt eine von vier Beduftungsnoten mit durch die Düsen in den Innenraum.

Der Innenraum der C-Klasse überzeugt. Die Bedienung ist logisch, die Materialien sind hochwertig. Der freistehende Bildschirm des Comand-Systems erinnert zwar an ein Tablet, hat aber keine Touchscreen-Funktion. Mercedes hält die Ablenkung durch den Touchscreen für zu groß und sein eigenes System für besser. Quelle: Sebastian Schaal

Der Innenraum der C-Klasse überzeugt. Die Bedienung ist logisch, die Materialien sind hochwertig. Der freistehende Bildschirm des Comand-Systems erinnert zwar an ein Tablet, hat aber keine Touchscreen-Funktion. Mercedes hält die Ablenkung durch den Touchscreen für zu groß und sein eigenes System für besser.

(Foto: Sebastian Schaal)

Wie stark die Luft parfümiert wird, kann selbstredend festgelegt werden, in drei Stufen. Dabei ist dieser Duftbaum 2.0 gerade auf der niedrigsten Stufe sehr angenehm, kann aber auch nach Lust und Laune abgeschaltet werden – im Gegensatz zu seinem gedanklichen Vorgänger, der am Innenspiegel baumelte.

C wie Comfort-Klasse
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1 Kommentar zu "Mercedes C-Klasse im Handelsblatt-Test: Kleine S-Klasse für zwei"

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  • Als nächstes kommt dann eine fahrende Telfonzelle für eine Person mit Mercedesstern auf der Glastür.

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