Mercedes CLA

Nie wieder bieder

Cool statt C-Klasse: Mit dem CLA 250 bringt Mercedes ein sportliches Coupé an den Start, das BMW und Audi die jüngere Kundschaft streitig machen soll. Kann die längere A-Klasse mit der Konkurrenz mithalten?
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Der CLA macht nicht nur bei Restwert eine gute Figur. Mit dem viertürigen Coupé spricht Mercedes gezielt die jüngere Kundschaft an. Quelle: Sebastian Schaal

Der CLA macht nicht nur bei Restwert eine gute Figur. Mit dem viertürigen Coupé spricht Mercedes gezielt die jüngere Kundschaft an.

(Foto: Sebastian Schaal)

DüsseldorfMercedes fahre ich eigentlich nur, wenn ich mir ein Taxi nehme. Für mich war die Marke mit dem Stern immer ein Auto für Rentner mit Klorollen-Halter auf der Hutablage. Langweilig und bieder. Ein Blick in die Statistik beweist, dass ich nicht alleine bin: Mit einem Durchschnittalter von 56,1 Jahren hat Mercedes die ältesten Kunden aller deutschen Automarken.

Das spiegelte sich lange auch in der Modellpalette wider: Als Antwort auf den 3er BMW und den Audi A3 hatte Mercedes lange nur die C-Klasse zu bieten. Ein biederes Model mit wenig Dynamik, dessen Äußeres alle meine Vorurteile bestätigte. Gut, dass es jetzt eine Alternative gibt. Der CLA ist zwar der eigentlich nur eine verlängerte Coupé-Variante der A-Klasse – und doch um einiges cooler.

Mit 33,8 Zentimetern zusätzlicher Länge hat Mercedes die A-Klasse in ein Coupé verwandelt, das sich selbst mit höheren Klassen messen kann – insbesondere in der getesteten Variante CLA 250. Der rechteckige Doppelauspuff, die abgesetzte Chromleiste am Unterboden, die geschwungene LED-Lichter, die getönte Heckscheibe geben dem CLA ein sehr hochwertiges Äußeres. Von vorne ist der CLA von der neuen A-Klasse kaum zu unterscheiden: Dynamische Linien, Diamantgrill und LED-Leuchten sind baugleich. Allein die Motorhaube wirkt durch vier parallel gezogene Linien noch aggressiver.

Das hat seinen Grund: Unter der Haube schlummert ein Vierzylinder-Motor mit 211 PS. Ein Motor, der seine Kraft bei einer ersten Testfahrt dosiert abgibt. Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (7G-DCT)  fährt selbst im Sportmodus selten in höheren Drehzahlregionen.

Durch die kräftige Motorisierung, das geringe Gewicht und die breiten, großzölligen Sportreifen steuert sich der CLA sehr dynamisch, straff. Die Spitzengeschwindigkeit im Test von 234 Kilometern pro Stunde ist schnell erreicht. Allerdings ist die sportlichere Abstimmung dann spürbar. Der CLA „springt“ förmlich über die Spurrillen der Autobahn.

Selbst bei hohen Reisegeschwindigkeiten bleibt eine gute alte Mercedes-Tugend: Innen ist es ruhig. Was auf dem Weg zum Spitzentempo nerven kann, ist aber die zähe Grundabstimmung der Getriebeautomatik und das ruckelige Schalten. Wer für einen Überholvorgang mal kurz eben sprinten will, muss schon selber rechtzeitig und fleißig in die Schaltpaddles greifen. Oder viel Geduld mitbringen und dann auch kurzzeitig mit einem lauten Brummen des Triebwerks leben, das plötzlich recht angestrengt wirkt.

An Bord sind alle Sicherheitssysteme, die man aus der A-Klasse kennt. Ein Spurhalteassistent, der sanft per Vibration im Lenkrad signalisiert, wenn man seine Fahrbahn verlässt. Ein Totwinkel-Assistent,  der angesichts des etwas schulterblick-unfreunddlichen Designs auch notwendig ist. Und ein Unfallverhinderer namens Collision Prevention Assist, der den Abstand zum Vordermann misst und auch selber abbremst, wenn es nötig wird.

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7 Kommentare zu "Mercedes CLA: Nie wieder bieder"

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  • Ich find ihn sehr chic

  • Die Formensprache ist Mercedes beim CLA völlig entglitten. Keine Identität mehr. Entfernen Sie die Logos und Sie glauben irgendeinen namenlosen Asiaten zu sehen. Beim gezeigten Testfahrzeug passt zudem Motorisierung / Fahrleistung ganz und gar nicht zur gezeigten AMG-Prolligkeit.

  • Im Audi und BMW ist alles aus Leder, Metall und Edelholz :-))

  • Ein ziemlich überflüssiger Bericht, der zudem ein wenig zu sehr nach Schulaufsatz klingt und zu wenig nach Qualitätsjournalismus, aber den vermisst man hier ja mehr und mehr...

  • Nein "wachsamer"!
    Das Design ist zweifellos ein Meilenstein! Atraktiv und aufregend. Aber trotzdem ist das Teil eine riesige Mogelpackung: Es ist und bleibt eine A-Klasse!
    Ein Frontantriebs-Wägelchen mit viel Hartplastik! Dafür werden ausländische Fahrzeuge von unserer vereinigten korrupten Motorpresse "an die Wand genagelt".
    Für die jüngere Zielgruppe und einem Basispreis von 38.675,-€! Der vorgestellte Testwagen lag über 50.000,-€.
    FÜR EINE A-KLASSE!
    Habt Ihr noch alle Latten am Zaun oder ist die vollkommene Verblödung unseres Volkes längst Realität?

  • Mit diesem Auto will man Audi und BMW die jüngere Kundschaft streitig machen. Ein Witz, oder?
    Was hat dieses überaus hässliche Design mit jugendlicher Frische gemeinsam? Oder ist mit jüngerer Kundschaft etwa die Generation 60plus gemeint? Nur werden die dann wohl eher Rückenprobleme beim Ein- und Aussteigen bekommen.

  • Tja. Aber die Optik. Mir scheint, Mercedes hat den Hyundai-Chefdesigner eingekauft. Wahrscheinlich war er schön billig, denn Zetsche will ja immer nur sparen.
    Jedenfalls verkauft Mercedes mir vorläufig kein Auto mehr, nach 10 Stück (zuletzt erste Serie CLS, mit ich 5 Jahre total zufrieden war).

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