Mercedes CLA
Nie wieder bieder

Cool statt C-Klasse: Mit dem CLA 250 bringt Mercedes ein sportliches Coupé an den Start, das BMW und Audi die jüngere Kundschaft streitig machen soll. Kann die längere A-Klasse mit der Konkurrenz mithalten?
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DüsseldorfMercedes fahre ich eigentlich nur, wenn ich mir ein Taxi nehme. Für mich war die Marke mit dem Stern immer ein Auto für Rentner mit Klorollen-Halter auf der Hutablage. Langweilig und bieder. Ein Blick in die Statistik beweist, dass ich nicht alleine bin: Mit einem Durchschnittalter von 56,1 Jahren hat Mercedes die ältesten Kunden aller deutschen Automarken.

Das spiegelte sich lange auch in der Modellpalette wider: Als Antwort auf den 3er BMW und den Audi A3 hatte Mercedes lange nur die C-Klasse zu bieten. Ein biederes Model mit wenig Dynamik, dessen Äußeres alle meine Vorurteile bestätigte. Gut, dass es jetzt eine Alternative gibt. Der CLA ist zwar der eigentlich nur eine verlängerte Coupé-Variante der A-Klasse – und doch um einiges cooler.

Mit 33,8 Zentimetern zusätzlicher Länge hat Mercedes die A-Klasse in ein Coupé verwandelt, das sich selbst mit höheren Klassen messen kann – insbesondere in der getesteten Variante CLA 250. Der rechteckige Doppelauspuff, die abgesetzte Chromleiste am Unterboden, die geschwungene LED-Lichter, die getönte Heckscheibe geben dem CLA ein sehr hochwertiges Äußeres. Von vorne ist der CLA von der neuen A-Klasse kaum zu unterscheiden: Dynamische Linien, Diamantgrill und LED-Leuchten sind baugleich. Allein die Motorhaube wirkt durch vier parallel gezogene Linien noch aggressiver.

Das hat seinen Grund: Unter der Haube schlummert ein Vierzylinder-Motor mit 211 PS. Ein Motor, der seine Kraft bei einer ersten Testfahrt dosiert abgibt. Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (7G-DCT)  fährt selbst im Sportmodus selten in höheren Drehzahlregionen.

Durch die kräftige Motorisierung, das geringe Gewicht und die breiten, großzölligen Sportreifen steuert sich der CLA sehr dynamisch, straff. Die Spitzengeschwindigkeit im Test von 234 Kilometern pro Stunde ist schnell erreicht. Allerdings ist die sportlichere Abstimmung dann spürbar. Der CLA „springt“ förmlich über die Spurrillen der Autobahn.

Selbst bei hohen Reisegeschwindigkeiten bleibt eine gute alte Mercedes-Tugend: Innen ist es ruhig. Was auf dem Weg zum Spitzentempo nerven kann, ist aber die zähe Grundabstimmung der Getriebeautomatik und das ruckelige Schalten. Wer für einen Überholvorgang mal kurz eben sprinten will, muss schon selber rechtzeitig und fleißig in die Schaltpaddles greifen. Oder viel Geduld mitbringen und dann auch kurzzeitig mit einem lauten Brummen des Triebwerks leben, das plötzlich recht angestrengt wirkt.

An Bord sind alle Sicherheitssysteme, die man aus der A-Klasse kennt. Ein Spurhalteassistent, der sanft per Vibration im Lenkrad signalisiert, wenn man seine Fahrbahn verlässt. Ein Totwinkel-Assistent,  der angesichts des etwas schulterblick-unfreunddlichen Designs auch notwendig ist. Und ein Unfallverhinderer namens Collision Prevention Assist, der den Abstand zum Vordermann misst und auch selber abbremst, wenn es nötig wird.

Kommentare zu " Mercedes CLA: Nie wieder bieder"

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  • Ich find ihn sehr chic

  • Die Formensprache ist Mercedes beim CLA völlig entglitten. Keine Identität mehr. Entfernen Sie die Logos und Sie glauben irgendeinen namenlosen Asiaten zu sehen. Beim gezeigten Testfahrzeug passt zudem Motorisierung / Fahrleistung ganz und gar nicht zur gezeigten AMG-Prolligkeit.

  • Im Audi und BMW ist alles aus Leder, Metall und Edelholz :-))

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