Mercedes GL im Autotest
Zu groß für alles

Auf zehn Quadratmetern bietet der Mercedes GL mehr Luxus als die meisten Wohnzimmer. Ist die rollende Trutzburg das Auto, das alle Wünsche erfüllt? Der Handelsblatt Autotest klärt diese und andere Fragen.
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Düsseldorf/DortmundFünf Meter lang, zwei Meter dreißig breit. Mindestens so groß muss ein Stellplatz in Nordrhein-Westfalen sein, festgeschrieben in der „Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten“ aus dem Jahr 2009. Für die allermeisten Autos ist das genug Platz. Sicher in die Parklücke rein und der Fahrer bekommt die Türe gerade noch so weit auf, dass er einigermaßen bequem aussteigen kann.

Das gilt aber nicht für die Fahrer eines Mercedes GL. Mit Maßen von 5,12 Metern Länge und einer Breite von 2,14 Metern mit Außenspiegeln reicht eine Standard-Parklücke in den seltensten Fällen aus.

In der Praxis sieht das dann beispielsweise so aus: An einem sonnigen Sonntagmorgen stellen Sie den GL auf dem Parkplatz vor dem Schiffshebewerk Henrichenburg bei Waltrop ab, Familienausflug. Der Wagen steht exakt auf dem Stellplatz, dank der Mithilfe der aufwändigen Surround-Kamera – die 1.654,10 Euro Aufpreis sollten Sie wirklich investieren. Es ist kurz vor halb elf, der Parkplatz ist größtenteils leer. Kein Wunder, schließlich beginnt die erste Führung des Tages durch das Industriemuseum erst in einer halben Stunde.

Ein paar Zeigerumdrehungen später sieht das Bild anders aus. Die Parkfläche ist bis auf den letzten Stellplatz gefüllt, rechts und links des grauen Kingsize-SUV haben Familienväter ihre Mittelklasse-Autos abgestellt. Gerade so können Sie noch auf den Fahrersitz klettern.

Jetzt kommt wieder die Umfeld-Kamera und auch die klassischen Parksensoren ausführlich zum Einsatz. Zentimeterweise vor- und zurücksetzen, insgesamt sieben Mal, dann kann der GL rückwärts von dem Parkplatz rollen. Vorwärts geht es nicht, wenden ist auf dem engen Parkplatz nicht drin. So sah es zumindest bei mir aus.

Kommentare zu " Mercedes GL im Autotest: Zu groß für alles"

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  • Ich kann nicht verstehen, warum der Autor so auf den Abmessungen des GL herumreitet. Ok, mit 5,12 m Länge übertrifft er die ebenfalls riesigen 7-Sitzer-Vans wie Sharan oder Galaxy um 30 cm. Aber in der Breite liegt er sogar ein paar cm unter den genannten Fahrzeugen. Wer viel Platz braucht, weiß nun mal, dass er nicht mit einem winzigen Stadtwagen glücklich sein wird.

  • Wie auch schon im Test kurz erwähnt, ist aus meiner Sicht eines der größten Mankos des neuen GL, dass die angeblichen 2300 Liter Ladevolumen faktisch nicht zu nutzen sind, da es tatsächlich weder serienmäßig noch als Zubehör ein Gepäckraumnetz gibt!!! Das ist bei einem Auto dieser Preisklasse und Größe kaum zu fassen und habe ich leider erst nach dem Kauf festgestellt - hatte ich als selbstverständlich vorausgesetzt. Da ist man in jedem Auto aus der Golf-Klasse besser vor herumfliegendem Gepäck geschützt. Da fragt man sich schon, warum tausende von Euros in Assistenz- und Sicherheitssysteme investiert werden und gleichzeitig nicht mal die einfachsten Sicherheitsbasics bedacht wurden. Laut Mercedes soll ab dem 3. Quartal 2013 - über ein Jahr nach Markteinführung in USA - eine Lösung verfügbar sein...Mal sehen, ob ich mich dann trauen kann, die Laufräder meiner Kinder wieder mit in den Urlaub zu nehmen.

  • Ach Kollegen..
    fahrt doch einfach mal ein paar Monate einen GL - dann könnt ihr mitreden. Aber nicht dieses "reduzierte" Modell wie hier im Test, sondern den (weitaus schöneren) Vorgänger mit 4,2l V8 Diesel, 336 Lorinser-PS und 760 NM Drehmoment. Ich bin bisher in jedes Parkhaus (auch in D) gekommen und habe immer (m)einen Parkplatz gefunden, wenn ich einen brauchte. Und ein weiterer Vorteil: ich finde meinen Kleinen auf jedem Parkplatz immer ganz leicht wieder - zwischen den kleinen grauen Mittelklassewagen :-)
    Ach und eins noch: wenn ich sieben Leute mit einem Schnittverbrauch von 11,3 l Diesel von A nach B kriege, finde ich das gar nicht mal so unökologisch..
    Wie heißt es? Denk' an die Umwelt - fahr' mit dem Bus!

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