Nissan e-NV 200 Evalia im Handelsblatt-Test
Wo bitte geht es hier zum Strom?

70 Minuten Ladezeit für 90 Kilometer Strecke

Über Land geht es weiter, was gut ist, da die Energierückgewinnung hier die Reichweite schont. Am Festivalgelände des Haldern Pop angekommen sind noch 46 Kilometer auf dem Tacho. Die größte Herausforderung ist erst einmal, nicht dutzendweise Camper zu überfahren, da niemand den stillen Japaner heranschleichen hört. Im Schritttempo geht es zum avisierten Stellplatz. Alle Stromverbraucher aus, bloß keine Innenbeleuchtung. Weg mit dem Handy, abstellen, nicht im Auto aufladen! Nach drei Tagen als begehbarer Kleiderschrank geht es dann frohen Mutes gen Heimat.

Sie kennen den Plan noch? Genau, im beschaulichen Rees am Rhein Mittagessen, während der Kasten lädt. Die Ladesäule ist nur acht Kilometer vom Campingplatz entfernt. Etwas versteckt steht sie hinter dem Rathaus. Und, wenig überraschend, auf einem der beiden Parkplätze, die für Elektrofahrzeuge reserviert sind, steht ein BMW. Verbrenner, natürlich. Gut, es gibt noch eine Lücke, in der der Nissan mit der Schnauze so weit weg ist, dass das Ladekabel spannt. Geht aber. Als später die benachbarte Sonntagsmesse vorüber ist, ist auch der BMW verschwunden.

Eine Rouladenlänge später ist der Ladevorgang, diesmal auf 70 Minuten gebucht, vorbei. Doch auf mehr als 80 Kilometer steigt die Reichweite nicht an. Der Bordcomputer berücksichtigt immer das durchschnittliche Fahrverhalten und hat entsprechend keine guten Nachrichten für mich. Und es kommt noch schlimmer: Kaum auf der A57 sackt die Restreichweite auf 50 Kilometer ab. Dann 40, 30, und bei 25 kommt der Alarmton. Willkommen in Kamp-Lintfort.

Hier steht an der Innogy-Ladesäule zur Abwechslung ein E-Auto vom örtlichen Carsharing-Anbieter. Die Lücke auf der anderen Seite muss ich verkehrswidrig gegen die Fahrtrichtung anfahren, da sonst Auto und Ladesäule nicht zusammenkommen. Ladezeit: Noch einmal 70 Minuten. Für einen Weg von 90 Kilometern!

Ökostrom in der Gesamtsumme von 23 Euro fließt an diesem Sonntag in das Auto. Der Weg zur rettenden Tiefgarage daheim im Verlag, nebst Steckdose, er ist greifbar nah. Tatsächlich schafft der Nissan mit einer Gesamtladezeit von nur drei Stunden tatsächlich 180 Kilometer. Nicht am Stück, versteht sich.

Für die insgesamt gefahrenen 180 Kilometer habe ich inklusive der Ladezeiten etwa 320 Minuten, als über fünf Stunden aufgewandt, das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von – peilen wir mal über den Daumen – 34 km/h. Also genau das Tempo, mit dem die Elektro-Mobilität Deutschland revolutioniert.

Technische Daten:

Nissan e-NV 200 Evalia Technische Daten
MotorElektro
TypLithium-Ionen-Batterie
Leistung80 kW / 109 PS bei 3.008 U/min
Max. Drehmoment254 Nm bei 0 – 3.008 U/min
AntriebVorderachse
GetriebeAutomatik, stufenlos
Preisab 31.705 Euro
Maße und Gewichte
Länge4.560 mm
Breite1.755 - 2.011 mm
Höhe1.858 mm
Radstand2.725 mm
Leergewicht1.641 - 1.677 kg
Zu. Ges.gew.2.220 kg
Kofferraumvolumen (7 Sitze) 900 - 2.900 L.
Zuladung579/543 kg
Wendekreis11,3 m
Anhängelastn.a.
Fahrleistungen
Höchstgeschwindigkeit123 km/h
Beschleunigung 0 - 100 km/h14 Sek.
Verbrauch & Emissionen
Normverbrauch16,5 kWh auf 100 km
Reichweite170 km
CO2-Emissionen0 g/km
AC Onboard-Ladegerät
3,6/6,6 kW (optional)
Kapazität 24 kWh
EVSE-Kabel mit 10 A (2,1 kW)
10 h
Ladekabel 3,7 kW mit 16 A (3,3 kW)
7 h
Ladekabel 4,6 kW mit 20 A (4,1 kW)
5,5 h
Ladekabel 6,6 kW mit 32 A (5,9 kW)
4 h
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