Nissan Pulsar
Ein Auto wie ein Hamburger

Der Pulsar ist Nissans Rückkehr in die Kompaktklasse – und soll die Lücke in der Modellpalette schließen. Tatsächlich bietet der Golf-Gegner aus Japan kaum Anlass zur Kritik. Das ist sein größtes Problem.
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DüsseldorfDer einfache Hamburger hat ein Problem. Er schmeckt zwar fast jedem, aber wenn man was Raffinierteres findet, dann lässt man ihn liegen. Es gibt wohl keinen Burgerbrater der Welt, der den Klassiker nicht im Angebot hat. Doch an den Imbisstheken wählen die Kunden mittlerweile meist lieber die üppigeren Varianten – und wenn es nur um eine Scheibe Käse als Extra geht.

Als ich den Nissan Pulsar das erste Mal wahrnehme, fühlt es sich so an, als würde ich in den schlichten Hamburger beißen. Es ist so als wüsste man schon, was einen erwartet. Dieses McDonald's-Gefühl kommt nicht von ungefähr. Tatsächlich haben sich die Japaner mit ihrem Kompakten streng am Massengeschmack orientiert, genauer: an den eigenen Erfolgen.

Äußerlich ähnelt der Pulsar dem Crossover-Konzernbruder Qashqai – auch wenn er natürlich etwas flacher daherkommt. Die Scheinwerfer, die Linienführung und der Kühlergrill – alles ist fast genauso wie bei dem kompakten Crossover, mit dem Nissan ziemlich erfolgreich ist.

Natürlich kann muss es kein Manko sein, jedem zu gefallen. Was beim Pulsar fehlt, ist das Alleinstellungsmerkmal. In einer Klasse, in der sich immerhin Erfolgsmodelle wie der VW Golf, der Ford Focus und der Opel Astra tummeln, braucht man jedoch bessere Argumente als der kleinste gemeinsame Nenner zu sein.

Während Nissan mit dem Qashqai, dem Micra und dem Juke eigene Duftmarken in anderen Segmenten hinterlassen konnte, wirkt der Pulsar auf den ersten Blick etwas zu beliebig, zu wenig überraschend.

In seiner Klasse fällt er vor allem mit seinen Maßen auf:  Mit fast 4,40 Meter Länge ist er deutlich größer als ein Golf. Das hat seine Vorteile. Zum einen ist der Pulsar ein richtiger Lastesel. Beim Test muss er einen ganzen Umzug mitmachen – und besteht den Test souverän.

Bei umgeklappter Rückbank schluckt er fast 1.400 Liter, also vier Umzugskartons und dazu ein Bügelbrett. Das ist mehr als beim Golf. Der normale Kofferraum reicht mit 385 Litern für fast jeden Einkauf, auch die Ladekante ist nicht ungewöhnlich hoch. 

Die Länge hat noch weitere Vorteile. Selbst mit langen Beinen sitzt man bequem, auch auf der Rückbank. In der getesteten Spitzenvariante „Tekna Launch Edition“ (ab 23.640 Euro) sind die schwarzen Ledersitze gut verarbeitet und bieten genug Halt während der Fahrt.

Allzu sportlich geht es ohnehin nicht zu: Einmal auf der Straße beweist der Pulsar schnell, dass sein Name sich kaum auf den Puls des Fahrers beim Druck aufs Gaspedal beziehen kann. Die Beschleunigung ist mit den 110 PS des Vierzylinder-Diesels unter Haube eher träge. Von null auf 100 braucht der Pulsar satte 11,5 Sekunden und bei einer Spitzengeschwindigkeit von 190 ist Schluss.

Eine stärkere Dieselvariante gibt es für den Pulsar nicht. Das getestete Sechsganggetriebe erweist sich manchmal als etwas hakelig, aber das ist eine Krankheit, die Nissan offenbar von Generation zu Generation vererbt. Darüber hinaus wummert der Diesel etwas zu laut.

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