Opel Adam S im Handelsblatt-Test
Komm doch, wenn Du Dich traust!

Kleinwagen mit Lifestyle-Einschlag haben Hochkonjunktur. Entsprechend gut läuft Opels kleiner Adam. Die Rüsselsheimer spendieren ihrem Stadtauto nun eine Sportausstattung. Und stellen einen Kugelblitz auf die Straße.
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DüsseldorfRot wie die Sünde. So steht der Opel Adam S bei der Anlieferung in der Tiefgarage. Der Ferrari-rote Lack ist so ziemlich das einzige, was bei dem Knubbel wie ein ausgewachsener Sportler wirkt. Ja, der Adam ist tiefer. Er guckt böse. Er hat einen Spoiler. Aber am Ende bleibt er ein Zwerg. Die Rennsemmel auf der Straße im Konzert der PS-Monster? Kaum denkbar.

Doch der Adam lässt nicht so schnell locker. Und trotz seiner kleinen Knubbeligkeit ist er ein echter Hingucker. Und eine Schönheit. Natürlich erinnert der Eisenacher auf den ersten Blick an die Neuauflage des Fiat 500. Gerade, wenn man sich die Sportversion von Abarth (in Ferrari-Rot) ins Gedächtnis ruft.

Aber es passt optisch einfach alles bei dem Westentaschensportler. Er schafft es, nicht wie ein Bobbycar auszusehen. Der Adam möchte ernst genommen werden. Und scheut sich nicht, dass durch seine prollige Art zum Ausdruck zu bringen. Opel Halbstarker fällt auf und will das auch so.

Der Einstiegspreis liegt bei 18.690 Euro, bei der endlosen Zubehörliste – gerade im Bereich quietschbunter Lifestyle – ist der Betrag noch deutlich ausbaubar. Der normale Adam geht neu schon bei 11.750 Euro los. Allerdings muss auch gesagt werden: Der „S“ bietet für den Aufpreis auch einiges. Angefangen bei einem Turbo-Benziner, der 150 PS aus 1,4 Litern presst.

Das sind 35 PS mehr als beim bisher stärksten Serienmodell. Serienmäßig ist natürlich auch das Äußere, nebst Dachspoiler, Heckschürzenlippe und Seitenschwellern. Und das ist im Prinzip auch schon alles, was es im verkappten Go-Kart tatsächlich zum Spaß haben braucht. Mit Ausnahme der ergonomischen Recaro-Sitze für 1.300 Euro extra, die selbst vom Designer empfohlen werden, des Seitenhalts wegen.

Der kleine Prolet verzaubert schnell die Redaktion und so balgen sich am Ende drei Erwachsene Männer und eine Nachbarin darum, den Adam mal entführen zu dürfen. Warum, kann vorab keiner der Tester so richtig sagen. Wir tippen allerdings auf animalische Instinkte. Zumindest, als wir erst einmal erleben, was der Adam S tatsächlich auf die Straße bringt. Schon im Parkhaus flitzt er stramm und quietschend um die Ecken, viel Platz braucht er ja nicht. Einmal draußen von Leine gelassen, heißt es, gemäß Werbung: Adam rocks.

Der Turbolader setzt nach dem Anfahren ab circa 1.500 Touren ungestüm ein und sorgt anfangs für unfreiwilliges Nicken. 8,5 Sekunden aus dem Stand benötigt der Adam, um auf 100 km/h zu kommen. Danach ist das kein Problem mehr, denn man will den Adam S nicht untertourig fahren. Zwischen 3.000 und 4.500 Touren macht er am meisten Spaß und räubert bereitwillig um jede Ecke. Enge und kurvige Straßen sind das Milieu seiner Wahl. Auf der Autobahn schwimmt er selbst im sechsten Gang einigermaßen durchzugsstark mit.

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