Opel Ampera im Handelsblatt-Test
Was taugt ein Elektro-Auto im Urlaub?

Viel wurde über ihn geschrieben, das erste alltagstaugliche Elektroauto mit einer vernünftigen Reichweite soll er sein. Der Opel Ampera war eine Woche bei uns zum Praxis-Test, - und auf Urlaubsreise. Ein Tagebuch.
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Düsseldorf1. Tag, Dienstag
Wir hatten bereits faszinierende Sportwagen wie den Porsche 911 oder den Audi RS5 bei uns in der Handelsblatt Online-Redaktion. Oder Familienautos wie den Opel Zafira oder den Kombi der Mercedes C-Klasse, die für die Väter und Mütter unter unseren Redakteuren einen Blick wert gewesen wären. Doch kein Auto hat so ein Interesse hervorgerufen wie der Opel Ampera.
Seit etwa 14 Uhr steht der Wagen in der Handelsblatt-Tiefgarage. Doch was heißt stehen? Im Moment besteht mein Arbeitstag aus dem Pendeln zwischen Tiefgarage und Schreibtisch. Denn die Kollegen stehen Schlange. Alle wollen sie einen Blick auf den Ampera werfen. Also wieder ab in die Tiefgarage, ein oder zwei Runden drehen, die ganzen Anzeigen und Displays erklären. Egal ob Technologie-, Politik- oder Chefredakteur, alle sind fasziniert.
Das geht sogar so weit, dass der Chefredakteur danach freundlich fragt, ob er den Wagen auch für einen Abend fahren könnte. Das hat es nicht einmal beim Porsche gegeben.

Tag 2, Mittwoch
Direkt am Morgen das erste Problem: Obwohl das Ladekabel bei uns in der Tiefgarage richtig angeschlossen ist, bricht der Ladevorgang nach wenigen Minuten ab. Das Rätselraten ist groß, hat doch ein Kollege der WirtschaftsWoche an genau dieser Steckdose bereits einen Nissan Leaf problemlos geladen.
Wie sich später herausstellt, ist die Kabeltrommel das Problem. Die Steckdose ist zwar ausreichend abgesichert, nicht aber die Trommel. Dazu gibt es zwei Lösungsmöglichkeiten: Entweder ein normales Verlängerungskabel verwenden, oder aber den Ladestrom verringern. Das geht ganz einfach an dem Gerät, das in das Ladekabel integriert ist. Allerdings dauert es dann auch länger, bis der Akku voll geladen ist.

Ein Blick ins Handbuch hilft weiter: Ein Verlängerungskabel sollte beim Laden eines Elektrofahrzeugs nicht benutzt werden, da dieses Verlängerungskabel in den meisten Fällen nicht für hohe Ströme ausgelegt ist (zu geringer Querschnitt). Durch die hohen Ströme kann sich das Kabel erwärmen und dazu führen, dass das Kabel schmilzt. Gleiches gilt für die Benutzung der Kabeltrommel, insbesondere wenn diese nicht komplettabgerollt wird.

"Außerdem können sehr hohe Spannungsabfälle und Verluste durch die Benutzung der Verlängerungskabel und/oder der Kabeltrommel auftreten, die zum einen die Effizienz des Ladevorgangs reduzieren aber auch in manchen Fällen das Laden erst gar nicht ermöglichen", sagt Opel-Sprecher Christof Birringer. "Ein weiterer Aspekt, der bei der Benutzung von Verlängerungen betrachtet werden muss, ist, dass diese Verlängerung im Allgemeinen ungeschützt ist. Beim Laden eines Elektrofahrzeugs sollte das ungeschützte Kabel so kurz wie möglich (ca. 30 Zentimeter), was auch in den Normen fest geschrieben ist, um mögliche Fehler so schnell wie möglich zu erkennen und im Fehlerfall abzuschalten."

Bei sechs Ampere dauert es nach Angaben von Opel bis zu 11 Stunden, bis der Akku wieder voll geladen ist. Da der Akku bei Ankunft in der Redaktion in der Regel nicht ganz leer ist, reicht auch ein Acht-Stunden-Arbeitstag, um mit voll geladener Batterie nach Hause zu fahren.
Doch heute werde ich den Wagen noch stehen lassen. Morgen früh brauche ich voll geladene Batterien. Vor meiner Wohnung kann ich den Ampera nicht laden: Vom ersten Stock aus durch das Fenster geht nicht - und in einer Fußgängerzone schon zweimal nicht.


Tag 3, Donnerstag
Heute geht es über ein langes Wochenende in die Niederlande ans Ijsselmeer. Von Düsseldorf aus sind das gute 300 Kilometer. Doch der erste Test naht bereits, bevor überhaupt ein Meter gefahren ist: Passt das Gepäck von drei Erwachsenen rein? Ja, es geht gerade so. Mit einem Koffer und zwei Reisetaschen ist es dann aber auch getan. Für einen zweiwöchigen Urlaub zu viert reicht der Kofferraum nicht.
Aber es geht ja vor allem um die Fahrerfahrungen mit dem Ampera, also ab auf die Straße. Die Batterie ist voll geladen, auch in den 35-Liter-Benzintank passt nichts mehr hinein. Somit könnten wir laut Anzeige 507 Kilometer fahren. Doch so weit kommt es ja gar nicht.

Kommentare zu " Opel Ampera im Handelsblatt-Test: Was taugt ein Elektro-Auto im Urlaub?"

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  • Kammler Batterien würden dieses Problem beheben.
    Nur will diese Technik Populär werden?

  • Das ist bedingt stimmig. Die Industrie und Konzerne haben diesen Raubbau an Mutter Erde gezielt so gesteuert.
    In L.A. wurde ein komplettes grünes, elektrische Straßenbahnnetz zugunsten GMC und der Ölindustrie zerstört.

    "Kaum zu glauben aber wahr. Henry Ford beschäftigte sich bereits seit 1920 mit nachwachsenden Rohstoffen wie z.B. Hanf. Sein legendäres Hanf-Auto besaß eine Hanffaser-verstärkte Kunststoffkarosserie und wurde mit Hanföl bzw. Methanol/Ethanol angetrieben. Die Hanf-Karosserie war 10 mal stoßfester als eine Metall-Karosserie und wog nur 2/3 des Gewichts."

    Da gibt es einen guten Film dazu. Hanf: Das Milliardendollar Gewächs/Kraut oder wie die Industrie/Politik die Weltansicht der meistgenutzten Nutzpflanze manipulierte.

  • Wollen schon, der Ampera ist ein feines Auto, aber wie BEZAHLEN ?
    Manche Familien müssen länger sparen um sich einen gebrauchten für 8000 zulegen zu können. Also, wie soll das Massentauglich werden ?

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