Opel Combo 1.4 Turbo CNG im Test
So günstig fahren Pendler mit Erdgas

Die hohen Spritpreise sind ein ständiges Ärgernis - besonders für Pendler. Doch dagegen lässt sich etwas tun. Handelsblatt Online hat eine Alternative getestet - mit einem erstaunlichen Ergebnis.
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DüsseldorfÜber Benzinpreise meckern kann jeder. Die Gattung der Berufspendler ist besonders gut darin. Schuld sind wahlweise die gierigen Mineralölkonzern oder der Abzocker-Staat. Wie wäre es zur Abwechslung, zu fragen, was man selbst tun kann? Keine Angst, an dieser Stelle kommt kein Aufruf, aufs Fahrrad umzusteigen. Statt literweise Benzin zu verfeuern, kann es sich lohnen, auf einen anderen Kraftstoff umzusteigen.

Wir haben den Test gemacht. Mit Erdgas. Das soll deutlich günstiger sein als herkömmlicher Sprit. Als Testwagen musste ein Auto herhalten, das gedacht ist für Leute, die viel fahren und dabei auch noch etwas zu transportieren haben: ein Opel Combo 1.4 Turbo CNG. Teststrecke: die A57 zwischen Köln und Düsseldorf sowie Stadtverkehr. Dauer: eine Woche.

Es gibt den Combo als Nutzfahrzeug (Kastenwagen) – gern genommen von Handwerkern, Hundefängern und Kurierdiensten. Und es gibt ihn in der zivilen Variante - dann wird er Hochdachkombi genannt und vor allem von Familien mit großem Anhang genutzt.

Tag 1
Zugegeben, wir hatten schon Autos in der Redaktion, um die sich deutlich mehr Kollegen gerissen haben. Das Erscheinungsbild des Opel Combo ist Geschmacksache. Die Form - hohes Dach, senkrechte Heckklappe, riesiges Volumen - erinnert an einen Kleintransporter. Und das ist er eigentlich auch. Aber wir wollen uns gar nicht lange mit Äußerlichkeiten aufhalten. Wer den Combo fährt, tut dies aus anderen Gründen. Das entscheidende Argument: der 16,5-Liter-Tank für „Compressed Natural Gas“ (CNG). Mal sehen, was sich damit sparen lässt.

Gleich nach dem Losfahren suche ich im Bordcomputer nach der Verbrauchsanzeige. Ohne Erfolg. Ich hätte wohl vorher die Bedienungsanleitung lesen sollen. Das hole ich zuhause nach. Doch die Enttäuschung bleibt: eine Anzeige, auf der der aktuelle Gasverbrauch angezeigt wird, gibt es nicht. Auf Nachfrage erklärt Opel dazu knapp: „Bei der Entwicklung des Combo war in der System-Architektur das Messen des Verbrauchs von dualen Kraftstoffen (z.B. Benzin und Erdgas) noch nicht vorgesehen.“

Wie viel Gas noch im Tank ist, lässt sich nur ungefähr anhand eines kleinen Displays abschätzen: Wenn der Tank voll ist, werden vier Striche angezeigt. Wenn kein Strich mehr da ist, ist er leer. Für den Fall hat der Combo noch einen Benzintank mit 20 Litern. Der 120-PS-Motor kann beides – auf Gas oder Benzin fahren. Die Quittung wird es am Ende des Tests an der Tankstelle geben.

Kommentare zu " Opel Combo 1.4 Turbo CNG im Test: So günstig fahren Pendler mit Erdgas"

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  • Sie verwechseln Oktanzahl und Energiegehalt. Oktanzahl bei CNG liegt bei ca 130, d.h. ich kann ein paar Grad früher zünden, was die Leistung etwas steigert, aber auf keinen Fall um 30%, sondern vielleicht um 3%. Ein 102 Oktan Sprit hat ja auch nicht 7% mehr Leistung als ein 95 Oktan Sprit, sondern vielleicht 1%. Beim Energiegehalt (CNG + 50%) passt das schon: ich verbrauche grob 4 kg/100km im CNG-Betrieb und grob 6 L/100km im Benzinbetrieb. Und mit LPG (vom Energiegehalt -25% im Vergleich zu Benzin) braucht man dann 7.5 L/100km.

  • No-CNG: Glaube eher nicht, daß die EU ab 2019 CNG steuerlich hochsetzt (steuerlich ermäßigt sind CNG und LPG bis Ende 2018), da sonst die eng gesteckten Klimaziele der EU noch schwerer erreicht werden können. Der Vorteil bei CNG-Motoren ist nunmal die weit geringere CO2-Emission (im Vergleich zu Benziner und Diesel).

  • Erdgas hat eine höhere Oktanzahl als Kerosin, nämlich so um die 160.

    Ein Erdgasmotor müsste also eine um 60% höherre Leistung bzw. einen entsprechend niedrigeren Verbrauch aufweisen, tut er aber nicht.

    Ergo: Ertdgasautos sind lange keine wirkliche Alternative!

    Im übrigen will die EU Energie nach dem Energieinhalt besteuern, spätestens dann werden sich die Erdgasautofahrer in den Hintern beissen, da ihr CNG ja den höchstdenkbaren Energieinhalkt hat, ohne diesen auf die Straße zubekommen.

    Merkwürdig, daß so wichtige Dinge bei einem Artikel "übersehen" werden können...

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