Opel Zafira Tourer im Handelsblatt-Test: Der tragische Held mit dem Blitz

Opel Zafira Tourer im Handelsblatt-Test
Der tragische Held mit dem Blitz

Jedes neue Automodell ist für Opel fast wie ein Endspiel. Beim Zafira Tourer waren die Erwartungen besonders hoch. Aber auch der Kompakt-Van konnte das Werk in Bochum nicht retten. Eine Ausfahrt.
  • 12

DüsseldorfDer Opel Zafira ist wohl einer der großen tragischen Helden der Automobilgeschichte. Ein Held, weil der Zafira gemeinsam mit dem Renault Scenic das Segment der mittelgroßen Vans begründete - praktische Autos mit viel Platz für die ganze Otto-Normal-Familie bei knappen Abmessungen. Diese Rechnung ging für Opel voll auf. Die erste Generation des Zafira war mit seinem bis heute fragwürdigen Platzangebot für sieben Passagiere (wer braucht die eigentlich wirklich?) ein echter Topseller.

Doch diese Erfolgsgeschichte hat halt auch eine Schattenseite. Genauso wie mit den Aufkommen von kleinen SUVs die Liebe der Autofahrer - vor allem der männlichen - zu den praktischen Familien-Vans merklich abkühlte, so musste Opel hilflos mit ansehen, wie im Laufe der Jahre ausgerechnet der Erzrivale aus Wolfsburg das Rennen machte.

Egal ob Geländewagen, Minis oder Vans: Wie so oft in der jüngeren Autogeschichte kam VW mit dem Kompaktvan Touran spät auf dem Markt, nur um dann das Feld von hinten aufzurollen - und zwar gründlich. Im April wurden 4.661 Touran-Modelle in Deutschland zugelassen, Opel musste sich mit dem Zafira und 3.091 Einheiten mit dem zweiten Platz begnügen.

Tragisch, aber im Prinzip nicht weiter wild: Ein guter zweiter Platz ist eigentlich ja immer noch ein schöner Verkaufserfolg. Nur könnte Opel heute mehr denn je zuvor einen echten Kassenschlager brauchen, so einen wie den ersten Zafira, der rasch zu einem Markterfolg avancierte und dadurch auch noch das Opel Werk in Bochum rettete.

Wie sich die Zeiten gleichen. Wieder steckt Opel in der Klemme - und das gilt erst recht für das Werk in Bochum. Die Heimat des Zafira zittert. Denn angesichts rasant schwindender Marktanteile und rückläufiger Absätze könnte die Produktion ins gleichfalls notleidende Stammwerk in Rüsselsheim abwandern. Für Bochum wäre dies wohl das Aus. Jetzt kommt alles auf den Zafira an. Aber hat der das Zeug zum Helden?

Kommentare zu " Opel Zafira Tourer im Handelsblatt-Test: Der tragische Held mit dem Blitz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @sffkn

    Das größte Problem der Firma OPEL ist, daß sie Teil eines amerikanischen Konzerns ist, der die Firma hindert, weltweit ihre Produkte anzubieten.

  • OPEL hat gefühlte Preise wie von AUDI und die Meisten schreckt das ab.

  • Wieso haben in einem Autotest nicht auch die Zukunft der Marke mit Einzufließen??
    Diese sehen sie dann wenn Sie das Auto verkaufen wollen als Restwert sehr wohl und sollte Opel dann vlt. Wirklich nicht mehr Existieren werden Sie noch Weniger bekommen (siehe MG, Saab etc.)!!! Dazu kommt noch die Ersatzteil Versorgung was den Preis ebenfalls weiter drücken würde!! Und hier behaupten einige das dass in einem Test nichts zu Suchen hat!!!

    Und NEIN ich bin kein Opel Hasser oder sonst etwas, ich wünsche mir für alle Beteiligten das Opel bestehen bleibt und zur alten Stärke zurückfindet!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%