Papis (fast) perfektes Familienauto: Der neue 911er kann auch anders

Papis (fast) perfektes Familienauto
Was ein Porsche im Alltag taugt

Der neue 911er kann auch anders

Immerhin: Trotz aller Enge bietet der 911er ein Komfortfeature, auf das heute offenbar niemand selbst in einem Sportwagen mehr verzichten mag: nämlich Cupholder. Schön versteckt hinter einer Alublende verbergen sich gleich zwei Halterungen für Cappuccino und Fanta. Und die Bequemlichkeit kennt kein Ende.

Kleiderhaken an den B-Säulen und an den Lehnen der Vordersitze und eine umfangreiche Hifi-Anlage gehören auch dazu. Ob die allerdings gleich wie beim Testwagen mit Lautsprechern der Edelmanufaktur Burmester ausgestattet sein muss, sei einmal dahingestellt. Bei einem Porsche sitzt das Orchester hinter dem Fahrer im Motorraum. Egal, Jung und Alt freuen sich auf jeden Fall über alle Audio- und Elektroanschlüsse für iPad, iPhone, Laptop und was sonst noch alles.

Dank einem recht üppigen Handschuhfach und Ablagen in den Türinnenseiten findet auch Kleinkram wie Sonnenbrille und Kaugummi seinen Platz. Dass es für den 911er sogar ein Dachgepäckträger erhältlich ist, verwundert da auch nicht mehr, ermöglicht aber bestimmt nicht nur den Transport von Skiern zum Chalet in den Alpen, sondern auch vom Kinderwagen für den Sohnemann.
Da passt es nur ins Bild, dass sich der Porsche auch auf der Straße lammfromm bewegen lässt. Während sich normale Sportfahrwerke auch bei kleinsten Querrillen gerne mit trockenen Schlägen unangenehm in Erinnerung rufen, behandelt der neue 911er seine Fahrgäste ausgesprochen pfleglich. Selbst über Kopfsteinpflaster rollt der Porsche noch gut gefedert dahin, Frostlöcher oder Gullideckel jagen niemandem einen Schrecken ein.

Das gilt eigentlich fürs ganze Auto. Die Ehrfurcht vor dem Namen Carrera gibt sich schnell. Nach den ersten hundert Metern hinterm Steuer fährt sich der Porsche völlig mühelos. Die Lenkung ist präzise, aber leichtgängig. Der Wendekreis ist mit 11,1 Metern erfreulich klein.  Das siebengängige PDK-Doppelkupplungsgetriebe wechselt weich, exakt und mit überraschend viel Gespür für die Launen des Fahrers durch, gemütlich brabbelt der Porsche im siebten Gang durch die City. Und da ist dann dieser eine kleine Moment der Enttäuschung: Porsche fahren ist keine Kunst, auch nicht bei Nässe. Heckschleuder? Das war einmal. Kostprobe: Eine flotte Kurve um den Kreisverkehr bei nass schimmernder Straße ist kein Problem, hier bricht kein Heck mehr aus.


Die Toleranzgrenze des 911ers ist hoch. Keine Frage, wird das Gaspedal durchgedrückt, erwacht der Carrera in Sekundenbruchteilen und katapultiert seinen Fahrer mit Gebrüll in 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h nach vorne. Für solche Ernstfälle hat Porsche auch eine Launch Control mit ins Auto gesteckt, die geübten Fahrern echte Rennstarts ermöglichen soll. Anfängern genügt auch schon ein Druck auf die Sport- oder Sportplus-Taste, die entweder für “hohe Emotionalität und Performance im Alltagsbetrieb” oder gleich für “maximale Performance für rennstreckenähnlichen Betrieb” sorgen. Was das heißt: Das Gaspedal reagiert schneller, die Schaltzeiten werden kürzer, das Fahrwerk härter - und der Carrera verwandelt sich blitzartig von einem Alltagsauto in eine Rennmaschine - und verkürzt die Beschleunigungszeit bis auf 4,1 Sekunden.

Kommentare zu " Papis (fast) perfektes Familienauto: Was ein Porsche im Alltag taugt"

Alle Kommentare
  • weis auch nicht warum hier so hämisch über dieses Auto kommentiert wird. Wer darauf steht; mein Gott. Ist doch in Ordnung. Das Leben besteht auch aus Emotionen wecken und Begeisterung an den Tag legen. Ich selber hab keinen Porsche sondern fahre einen "Porschejäger" ;-)); aber eine Luxuskarre a´la Bentley Contintental mit englischem Kennzeichen, pissgelber Farbe und dann noch als Rechtslenker...lässt eher mein Herz schneller schlagen als Neidgefühle aufkommen.

    Also. Scheiß auf Neidkommentare anderer Leute. Mir egal.

  • Schöner Artikel ! :-)

    Nur am ende ist es eine 7 gang pdk (pdf)

  • Spätestens mit dem oder gar den Kinderwagen auf dem Dachgepäckträger wird es dann doch zur Lachnummer. Na ja, aber Hauptsache es hat dem Herrn Redakteur Spaß gemacht mit Auspuff auf "Lärm"-einstellung durch die Gegend zu rasen.
    [...]

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Die "Sport extra" Taste?
    .
    Nun ja, "Sport" und "Sport Plus" gibt es ja schon.
    Das sollte ausreichend sein.
    .
    Die nächste Taste wird dann wohl eher die
    "Frauen Sport" Taste werden.

  • Was ist hier bloß los? Ich kann mir einen Porsche noch nicht leisten. Aber wenn, werde ich mir auch einen Sportwagen dieser Klasse anschaffen. Und allen, die sich einen Porsche verdient haben: Gratuliere und viel Spaß!

  • Die Neiddebatte zeigt nur eines, nämlich dass sich manche Leute nur ein solches Auto gekauft haben in der Hoffnung Neid bei anderen auszulösen, weil sie sonst nichts zu melden haben.
    Liebe Porschefahrer, selbst wenn man sich ein solches Auto leisten kann aber nicht leisten möchte weil man es für überflüssig oder protzig hält, muss man nicht automatisch neidisch sein. Ausserdem kann heute jeder ins nächste Autohaus laufen und ein Leasingvertrag unterzeichnen.
    Aber diese "ich fahre jetzt schnell" und "ich fahre jetzt schneller" Tasten sind schon cool. Wann kommt die "Sport extra" Taste ?

  • Super-Test, endlich mal ein frischer Ansatz! Kann aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass sich mit einem 911er nicht alles, aber viel alltägliches bewältigen lässt. Aber wie man an den Kommentaren sieht, sind Neid und Missgunst ständige Passagiere.

  • Schuster bleib bei deinen Leisten

  • Haha, Neidhammel! +++Beitrag von der Redaktion editiert+++
    Gruß von einem Porschefahrer
    (was Sie bornierten Trottel mir sowieso nicht glauben)
    :-D

  • Na, jetzt hat das Handelsblatt seine Seriosität, sein
    Niveau bei Porsche abgegeben.

    Bin jetzt gespannt, wann der nächste Bericht kommt:
    "Mit dem Bobbycar auf der Autobahn" oder was?

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