Porsche 911 Targa 4S im Test Das klappt ja prima

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Ballett aus Glaskuppel und Gestänge

Die Neuauflage des Klassikers von 1965 besitzt wieder den charakteristischen breiten Targa-Bügel anstelle der B-Säulen, ein bewegliches Dachteil über den Vordersitzen und eine umlaufende Heckscheibe ohne C-Säule. Anders als beim Ur-Modell öffnet und schließt sich das Dachsegment bei der Neuauflage per Knopfdruck. Dabei verschwindet das Verdeckelement hinter den Rücksitzen.

Klappt exzellent

Klappt exzellent

Dieser Klappmechanismus des Targa-Dachs kann kleinere Menschenaufläufe verursachen. Wenn die zarten Gestänge und Streben ihren mechanischen Tanz mit der großen Glaskuppel aufführen, dann ist das hydraulisches Ballett, das man sich einfach mehrmals ansehen muss. Schade, dass die Aufführung nur im Stand stattfinden kann, und nicht auch bei langsamer Fahrt. Aber dafür ist die Gesamtkonstruktion zu schwer.

19 Sekunden dauert das Spektakel, und man sollte sich vorher versichern, das hinter dem Porsche zwei Handbreit Platz sind, denn das Dach schwenkt übers Fahrzeugheck hinaus.

Das neue alte Dach zieht auch viele Blicke auf sich, wenn der Fahrer nicht am Auto, sondern auf der Sonnenterrasse ist. Denn von dort aus kann man es per Schlüssel fernbedient klappen lassen. Eine ziemlich coole Showeinlage - selbst in Düsseldorf, wo teure Autos wahrlich keine Seltenheit sind.

Der enge Sportsitz sorgt für zusätzliches Porsche-Gefühl.

Der enge Sportsitz sorgt für zusätzliches Porsche-Gefühl.

Wieder zurück auf dem wunderbar engen Sport-Fahrersitz kann man natürlich auch so dynamisch fahren, wie man es von einem Allrad-911er erwartet. Der Sechszylinder-Boxer röhrt kernig, flößt Respekt ein, und ist immer noch für viele ein sehr begehrenswerter Traumwagen. Es gibt sie in zwei Varianten, die neue Targa-Generation, und beide haben Allradantrieb, aber wahlweise mit 350 oder 400 PS.

Was weniger Blicke als das Dach auf sich zieht, weil es gut integriert wurde, ist der zweistufige Luftabweiser oberhalb der Windschutzscheibe. Er sorgt zuverlässig dafür, dass frische Luft bis an die Haarwurzeln kommt, stärkere Verwirbelungen und wummernde Luft draußen bleiben.

Das Cabrio-Feeling ist echt, auch wenn der Targa strenggenommen ein Zwitter ist. Geschlossen ist der Targa innen auch nicht lauter als das Coupé, er taugt also auch wunderbar für die Langstrecke.

Außer dem Klappdach ist das Blechkleid so vertraut wie die Technik. Für den wirklich in die Sitze pressenden Drehmomentschub von 440 Newtonmeter sorgt im Targa 4S natürlich ein Sechszylinder-Boxer. Er beschleunigt den roten Testwagen in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, mit Doppelkupplungsgetriebe (PDK) wären es 4,6 Sekunden.

Drückt man vorher die Sport Plus-Taste schaffen beide Versionen den Sprint noch einmal 0,2 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeit des 4S liegt bei 294 km/h, die Werte für den Durchschnittsverbrauch zwischen 8,7 Litern und 10,0 Litern, mit PDK rund 0,8 Liter niedriger.

Doch die neueste Variante von insgesamt 30 verschiedenen Ausführungen des Porsche 911er hat auch seine kleinen Schwachstellen. Man merkt es ihm nicht gleich an, aber eines seiner wenigen Probleme des Targa 911 ist das hohe Gewicht. 155 Kilo mehr als ein Standard-Neunelfer wiegt der von uns getestete Targa mit Vierradantrieb.

Dass er einen Basispreis 127.610 Euro hat (Version 4S mit PDK) und damit mehr als 30.000 Euro teurer ist als der Basis-911er, ist sein zweites Manko. Mit einigen Kreuzchen auf der selbstbewusst bepreisten Optionsliste kann man den neuesten Targa auch leicht in Richtung 150.000 Euro treiben.

Da ist es dann umso bedauernswerter, dass man bei so einem hohen Preis als interessierter Technik-Fan noch nicht einmal einen Blick auf den Motor werfen kann. Unter der Glaskuppel ist eine große Ablagefläche, die aber anscheinend nur in der Werkstatt geöffnet werden kann. Schade eigentlich, aber so bleibt mehr Aufmerksamkeit beim Dach.

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Der 3,8 Liter große Boxermotor des PS-Protzes ist leider unter einer Abdeckung versteckt. Quelle: Frank G. Heide

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts: Der 3,8 Liter große Boxermotor des PS-Protzes ist leider unter einer Abdeckung versteckt.

(Foto: Frank G. Heide)

Technische Daten Porsche 911 Targa 4S mit PDK:

Länge x Breite x Höhe: 4,41 m x 1,85 m x 1,29 m
Motor: Sechszylinder-Boxer, 3.800 ccm, Direkteinspritzung
Leistung: 294 kW / 400 PS bei 7.400 U/min
Max. Drehmoment: 440 Nm bei 5.600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 294 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,6 Sek.
Verbrauch (nach EU-Norm): 9,2 Liter
CO2-Emissionen: 214 g/km (Euro 5)
Effizienzklasse: F
Leergewicht / Zuladung: 1.575 kg / 405 kg
Kofferraumvolumen: 150 Liter
Radstand: 2,45 m, Wendekreis: 11,1 m
Räder / Reifen: vorn 8,5 J x 20, 245/35 ZR 20; hinten 11 J x 20, 305/30 ZR 20
Luftwiderstandsbeiwert: 0,30
Basispreis: 124.094 Euro (PDK: + 3.510 Euro)

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