Porsche Cayman S im Handelsblatt-Test
Wer braucht jetzt noch den 911er?

Porsche-Traditionalisten werden aufbegehren, aber die in der Überschrift gestellte Frage hat ihre volle Berechtigung. Zwei Wochen im neuen Cayman S machen aus alten Hecktrieb-Fans neue Mittelmotor-Enthusiasten.
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DüsseldorfSieben-Gang-Automatik, oder klassische Sechs-Gang-Handschaltung? Das war gleich zu Beginn die schwierigste Frage, die der Porsche-Mann überhaupt nur stellen konnte, der die begehrten Testwagen aus Zuffenhausen verteilt. Was passt besser zum neuen Cayman S? Eine schwere Entscheidung. Diesmal soll es die manuelle Variante sein, die andere kennen wir aus Tests von Carrera 911 S und Boxster S.

Außerdem hält der Handschalter ein akustisches Schmankerl bereit: Bei aktivierter Sport Plus-Abstimmung gibt der Motor beim Runterschalten selbsttätig und unüberhörbar Zwischengas. Er brüllt sozusagen seine Umgebung an. Technisch braucht man das eigentlich nicht, es sorgt aber dafür, dass sich viele Köpfe nach dem flachen und breiten Sportwagen umdrehen. Ein bisschen mehr Besitzerstolz wird so wohl schon erzeugt.

Dabei hat der in Osnabrück gebaute Mittelmotor-Sportwagen es eigentlich gar nicht nötig, mit profanem Auspuffdröhnen auf sich aufmerksam zu machen. Allein die neue Formgebung der dritten Generation des Einstiegs-Porsche, mit breiterer Spur, dynamisch geduckter Karosse, die stets wie zum Sprung bereit wirkt, und die größere Serienbereifung sorgen für viele bewundernde Blicke, sowie etliche Nachfragen: „Ist das schon der Neue?“.

Ein klares Ja. Er ist tatsächlich fast komplett neu, der Cayman S, der nun 325 PS leistet, und zu Einstiegspreisen ab 64.118 Euro in nur fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, und erst bei 283 km/h damit aufhört. Satte 370 Newtonmeter stemmt der 3,4 Liter große Sechszylinder-Boxer an die Kurbelwelle, bei einer Drehzahl zwischen 4.500 bis 5.800 U/min.

 

Im Alltag begeistern an diesen nackten Zahlen drei Dinge: Erstens: Wie früh schon so viel Kraft zur Verfügung steht, dass man auch problemlos bei 50 km/h im sechsten Gang ruckelfrei cruisen kann. Zweitens: Wie schnell und willig die Maschine das Drehzahlband durchläuft, und erst ab 7.400 Umdrehungen freundlich ums Hochschalten bittet. Drittens: Von welcher Geräuschkulisse Beschleunigungsorgien begleitet werden.

Das völlig überarbeitete Triebwerk ist nicht weniger als einer der besten Motoren, der derzeit in einem Sportwagen zu haben ist. Beim schnellen Lauf durchs Drehzahlband ist nie auch nur die geringste Schwäche erkennbar.

Und als ob das alles nicht reicht für einen echten Porsche, der unglaublich nah dran ist an der Ikone 911 und dazu rund 25.000 Euro preiswerter, ist da ja noch das neue Fahrwerk. Und das ist nicht weniger als ein kleines Wunder.

Kommentare zu " Porsche Cayman S im Handelsblatt-Test: Wer braucht jetzt noch den 911er?"

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  • Nun, zunächst mal braucht man überhaupt keinen Porsche, er ist unvernünftig, überflüssig, teuer, aber eben auch faszinierend. Wer den 911er Braucht? Zuallererst Porsche, denn ohne den Mythos 911 würde sich bald kein Mensch mehr für Boxster, Cayman oder gar Cayenne interessieren. Und alle, die klassische Formen lieben. Der Cayman ist ja ganz nett - aber gegen den 911er?! Dann diejenigen, die den Unterschied zwischen Hecktriebler und Mittelmotor-Konzept noch erkennen und zu schätzen wissen - beides hat seinen eigenen Reiz. Und ich, denn ich will nun mal ein Schiebedach - was sind da schon 25.000 Euro Mehrpreis ;-)

  • Schön das es solche Sorgen noch gibt.

  • @ FlashGordon & @ Operator:
    Isch abe gar keine Auto.

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