Seat Ateca im Handelsblatt-Test
Der rote Retter

Innerhalb von Monaten ist Seats neues SUV zum beliebtesten Modell der Marke geworden. Es liegt nicht allein am spanischem Design, das spürt man inzwischen auch in Wolfsburg. Und bei einer Probefahrt.

DüsseldorfSchon lange sprach man viele Sprachen im Reich der SUV: Japanisch, Koreanisch, Englisch, Deutsch, Schwedisch, Italienisch, Französisch und sogar Rumänisch mit französischem Untertitel. Nur einer fehlte im Klub der lifestyligen Stadtgeländewagen: ein Spanier. Mit dem Ateca betritt auch er die Bühne. Man könnte „Endlich!“ rufen oder „Warum erst jetzt?“ fragen. Sagen wir es mal so: Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Aber stimmt das auch?

Nun also Seat. Feuerrot im Lack, schwarz im Kunststoff, gefällig im Auge. Als der Testwagen auf der anderen Straßenseite parkt, leuchtet seine Farbe (Passion Rot für 220 Euro) den grauen Düsseldorfer Herbsttag einfach weg. Endlich mal kein Grau, endlich ein bisschen Mut.

Dabei ist der Ateca eigentlich kein Auto, das mutige Käufer braucht, im Gegenteil. Auf 4,36 Meter Länge und 2,08 Meter Breite tut Seat eine ganze Menge, um sein erstes SUV in das Beuteschema seiner Zielgruppe einzupassen. Wobei Beute eigentlich das falsche Wort ist – zur Jagd führe mit dem roten Fronttriebler eh niemand.

Polarisieren ohne aufzufallen geht bei unserem Testwagen so: Feinspeichige 18-Zoll-Felgen mit 215er Reifen bilden die Basis, hinzu kommen Türen, die einen bequemen Einstieg in beiden Sitzreihen ermöglichen, und eine mattsilberne Dachreling sowie eine leicht abfallende Dachlinie für die Sportlichkeit.

Ein schöner Blickfang: die wie von Zorro persönlich ins Blech geschlitzten LED-Frontscheinwerfer. Seat-typisch setzen feine Kanten dazu den leichten Schwüngen im Blechkleid aus jedem Blickwinkel klare Grenzen. Vor allem die Abrisskanten unter den Außenspiegeln, die über die gesamte Seite bis zu den Heckleuchten reichen, machen den Ateca eindeutig zu einem Seat.

Und dann das: Im Dunkeln wird er zum roten Retter für gelangweilte SUV-Kunden. Per Lichtprojektion aus den Außenspiegeln erblicken Umstehende beim Öffnen und Schließen des Fahrzeugs die Silhouette und den Ateca-Schriftzug auf dem Boden.

Für mich eine schöne Spielerei, für manchen Mitfahrer ein echter Peinlichkeitsfaktor. Ja, er ist kein Mustang mit Pony-Projektion. Er will einfach ein wenig anders sein. Wenn nicht schon unterm Blech, dann wenigstens daneben.

Unter der Motorhaube wartet in unserem Ateca nämlich ein guter Bekannter. Ein 150 PS starker 1,4-Liter-Turbo-Vierzylinder soll für unsere Ausfahrt die passende „Technology to enjoy“ sein. Ich lege den Finger auf den Startknopf, drücke, und höre fast nichts.

Aha, an Dämmmaterial haben die Konstrukteure also nicht gespart. Auch nach dem sanftem Anfahren haben es Abroll- und Windgeräusche schwer, bis ans Fahrerohr durchzudringen. Erst wenn die Drehzahl auf 3500 und mehr Touren steigt, sendet auch der Motor ein akustisches Lebenszeichen in den Innenraum. Ansonsten herrscht Ruhe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%