Seat Leon im Handelsblatt-Test
Der bessere Golf, der nicht aus Wolfsburg kommt

Mit dem neuen Leon ist Seat einer echte Überraschung gelungen. Als FR fährt der Sportzwerg des spanischen Autobauers aus dem Schatten des VW-Mutterkonzerns. Design, Leistung und Preis überzeugen im Alltagstest.

DüsseldorfEin Golf kann ganz schön langweilig sein. Als Volkswagen Ende vergangenen Jahres die siebte Generation des Erfolgsmodells enthüllte, waren manche VW-Fans enttäuscht. Ich auch. Irgendwie hatte man alles schon mal gesehen. Die Revolution war wieder einmal ausgeblieben. Der Golf blieb auch in seiner siebten Auflage, was er immer war: der kleinste gemeinsame Nenner der Autofahrernation. Ein Auto wie eine Hauskatze.

Umso positiver hat mich der wilde Zwilling des Golfs überrascht – der Seat Leon FR. Leon steht für Löwe, und gerade die Sportvariante des Kompaktwagens der spanischen VW-Tochter kann es technisch locker mit jedem braven Golf aufnehmen, kostet aber rund 2.000 Euro weniger. Und durch die Gleichteilestrategie und die Fertigung mit dem modularen Querbaukasten ist der Leon in wesentlichen Teilen baugleich mit dem Golf. Nur das Design des spanischen Kompakten ist wesentlich mutiger geworden.

Die dritte Generation sieht besser aus als alle Leon-Varianten zuvor. Weg sind die niedlichen Rundungen, der neue Leon ist kantig und dynamisch, ein echter Löwe eben. Nur bei den eckigen Rückspiegeln geht mir das neue Design etwas zu weit: sie sind zu klein, vergrößern so den toten Winkel.

Trotzdem ist der äußere Eindruck des getesteten Leon FR über jeden Zweifel erhaben. Für 990 Euro zusätzlich gibt es die im Testwagen verbauten Voll-LED-Scheinwerfer. Eine Investition, die den Wagen optisch deutlich aufwertet. Andere Fahrer in der Kompaktklasse müssen auf die neue Technologie noch verzichten.

Auch im Innenraum zeigen die Spanier, wie man einen Wagen mit einfachen Materialien trotzdem hochwertig gestalten kann. Mit weichem, grauem Kunststoff und lackierten Elementen macht die Armatur einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Die Sportsitze sind mit Alcantara und Glattleder bezogen (kostet 500 Euro extra) und sind auch auf längeren Strecken bequem. Lenkrad und Steuerknauf sind ebenfalls kunstlederbezogen.

Alles wird – wie beim Golf-GTI – durch rote Ziernähte optisch betont. Anders als mancher Konkurrent gibt es noch eine echte Handbremse und der Wagen wird tatsächlich mit einem Schlüssel gestartet, nicht per Knopfdruck. Das ist einfach, aber nicht spartanisch.

Über das Lenkrad lassen sich alle wesentlichen Funktionen des Autos intuitiv bedienen. Dabei wird man als Fahrer nicht vom Wesentlichen abgelenkt. Ein kleines Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser zeigt an, in welchem Menü man sich gerade bewegt, welcher Radiosender und welches Lied gespielt wird oder auf welcher Straße man unterwegs ist. Auf dem 5,8-Zoll-Touchscreen findet man sich schnell zurecht, über die Ecken kann man problemlos durch die Menüpunkte navigieren.

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