Seat Leon ST X-Perience im Handelsblatt-Test: Ohne Schminke gefällst Du mir besser

Seat Leon ST X-Perience im Handelsblatt-Test
Ohne Schminke gefällst Du mir besser

Es gilt seit einiger Zeit als chic, Alltagsautos mit Offroad-Zierrat aufzuhübschen. Beim neuen Allrad-Kombi von Seat stört das nur wenig. Hätte man es sich beim Leon gespart, wäre er für mich sogar perfekt.
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DüsseldorfEs gibt Testwagen, in die steigt man ein und denkt: „Wow, den haben Sie für mich gebaut.“ Ein aktuelles Modell mit diesem Wow-Effekt kommt von Seat, es ist der von außen eher unspektakuläre Leon ST X-Perience. Was den spanischen Kombi mit deutschem Ingenieurs-Inhalt auszeichnet, ist sein permanenter Vierradantrieb in Kombination mit einem bärenstarken Zweiliter-Turbodiesel und einer nahezu perfekt abgestimmten DSG-Automatik. Zumindest in der aktuellen Spitzenmotorisierung, die in der Basis 33.060 Euro kostet.

Beim Namen Seat werden die Wenigsten an Hollywoods Glanz und Glamour denken, doch könnten die Spanier bei den Strategien der Filmmetropole abgeschaut haben: Was beim Publikum gut ankommt, wird fortgesetzt. Und aus einem erfolgreichen Kinofilm können gute Autoren später immer noch eine Serie machen.

Leon, auf spanisch Löwe, heißt diese Basis bei Seat. Von dem überaus erfolgreichen Kompaktwagen werden ständig neue Ableger gezüchtet, mittlerweile gibt es ein ganzes Löwenrudel. An dessen Spitze regiert zurzeit der Leon Cupra, ein supersportlicher Kompakter, der bis zu 280 PS Leistung vorweist, und den es auch als Kombi gibt.

Unser Testexemplar mit 2.0 TDI ist zwar auch ein Transporter mit Eilzuschlag, treibt es aber nicht ganz so wild. Ausgeliefert wird er prinzipiell mit Allradantrieb, Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und 27 Millimeter mehr Bodenfreiheit.

Zum Basispaket mit dezentem Offroad-Zierrat gehören Verkleidungen, die Türschweller und Radhäuser großzügig schützen, eine Frontpartie mit auffallend großen Lufteinlässen sowie integrierten Nebelscheinwerfern mit Kurvenlicht-Funktion und ein Frontspoiler in Aluminium-Optik.

Auch am Heck prangt ein neuer Stoßfänger mit Einsatz im Aluminium-Look. Muss man das haben? Technisch gesehen natürlich nicht, es ist reine Geschmacksache. Und ebenso stimmig wie dezent an den Erfolgskombi angepasst.

Innen sehe ich zwar ein eigenständiges Design, erkenne aber ebenfalls sofort die Leon-Familienähnlichkeit wieder. Zweifarbig braunes Alcantara für die Sitze und Türinnenverkleidungen wirken ebenso hochwertig und gelungen wie die ganze Verarbeitung. Alternativ stehen Stoffbezüge in Schwarz und Grau zur Verfügung, die durch Ziernähte in Orange akzentuiert werden. Oder schwarzes Leder.

Drei von drei Testfahrern fühlten sich auf Anhieb wohl mit den Softtouch-Oberflächen, den großen, leicht ablesbaren Rundinstrumenten sowie dem Multimedia-Infotainment und Navigationssystems, das ebenso leicht und intuitiv zu bedienen ist, wie alles an diesem Fahrzeug. Das Armaturenbrett ist klar gegliedert, wirkt sinnvoll aufgeräumt, aber nicht zu nüchtern. Auf schlichte Art modern.

Als echtes Highlight bewerten wir die Sportsitze für Fahrer und Beifahrer, die mit ihrer etwas tiefen Montage einen Gegensatz zur erhöhten Bodenfreiheit darstellen. Einem bequemen Einstieg stehen sie aber nicht im Weg, und dank Sitzheizung sind sie auch komfortabel. Sie sind Bestandteil des Design-Pakets "Sport" für 1.090 Euro, ihr Seitenhalt in schnellen Kurven ist aber ganz ausgezeichnet. Wir empfehlen dieses Extra, weil der Allradkombi beim Anfahren und in Kurven jeder Art unerwartet schnell ist und sehr dynamischen Fahrspaß vermittelt.

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Ohne Schminke gefällst Du mir besser

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Drehmomentstark und sparsam

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Fast nix zu meckern

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