Skoda Kodiaq im Handelsblatt-Test
Großgemacht, um hohe Erwartungen zu erfüllen

Skoda bringt sein erstes echtes SUV nach mehr als drei Jahren Entwicklungszeit auf die Straße. Der Druck ist enorm: Einen Problembären kann sich die Marke nicht leisten. Eine Ausfahrt verrät, was der Kodiaq bietet.

Palma de MallorcaFangen wir doch einfach mal da an, wo die wenigstens Tester beginnen. Nein, nicht beim Kühlergrill, dessen Design Skodas Hoffnungsträger vom Superb geerbt hat. Auch nicht beim unerschöpflich wirkenden Stauraum oder dem angenehm neutral abgestimmten Fahrwerk. Starten wir in Sitzreihe Drei. Da sind wir ganz unter uns.

In diesen intimen Platzverhältnissen lässt sich das große Ganze viel besser betrachten. Denn erstmals überhaupt ist es erlaubt, viel mehr gewollt, dass hier Menschen mitfahren können ohne dabei gegen die Straßenverkehrsordnung zu verstoßen. Gut dreieinhalb Jahre haben die Tschechen an ihrem ersten Fullsize-SUV gefeilt. Herausgekommen ist ein 4,70 Meter langes und mindestens 1,5 Tonnen schweres Reisemobil für viel „wenn“ und mit wenig „aber“.

In der dritten Sitzreihe können durchaus zwei kurz geratene Erwachsene platznehmen, wenn es nötig ist. Aber sie sollten sich überlegen, wie lange sie es auf den viel kindertauglicheren Sitzen auszuhalten gedenken. Hier ist das Leder der Sitze genau so dick wie überall sonst im Wagen und ich sitze in den ersten Minuten sehr gut.

Schade, dass ich vergessen habe, die Rückbank in Reihe Zwei die vollen 18 Zentimeter nach vorne zu schieben. Rückenlehne und Kniescheibe sagen sich auf mallorquinischer Landstraße so regelmäßig Hallo.

Säße ich nicht hier, würde der Kodiaq 765 Liter Gepäck schlucken, nur 270 sind es mit sieben ausgeklappten Sitzen. Spart man sich 750 bis 890 Euro (je nach Ausstattungslinie) für die dritte Sitzreihe, so passt gefühlt der namensgebende Alaska-Braunbär in den Kofferraum des Kodiaq: Satte 2065 Liter und Gegenstände bis 2,8 Meter Länge finden dann Platz im hochbeinigen Tschechen.

Verkaufsmesslatte ist der Superb

Damit wird deutlich, dass der Neuling in Skodas Modellpalette zu Unrecht mit dem VW Tiguan oder dem Seat Ateca verglichen wird: Von den Genannten trennen ihn natürlich zwei Sitzplätze und mindestens 400 Liter Stauvolumen, die der Kodiaq mehr schafft. Ahnlich groß ist der Abstand zum sogar zehn Zentimeter längeren VW Touareg.

Und selbst ein Volvo XC90, der mit seiner Ausstattung und seinem Preis Klassen höher rangiert, unterliegt dem nutzwertigen Tschechen mit 200 Litern im Laderaum-Duell. Am nächsten im eigenen Haus kommt ihm dann noch der Superb Combi mit 1950 Litern maximalem Stauvolumen. Das zeigt, wie gewissenhaft man am Stammsitz in Mladá Boleslav mit der Markenphilosophie „Immer ein bisschen mehr Auto“ sein zu wollen, nimmt.

Dass sich der Kodiaq mehr als nur ein bisschen im boomenden SUV-Segment behaupten soll, ist bei der Präsentation des Modells zu spüren. Die erste echte Neuentwicklung soll sich bezahlt machen, einen Ladenhüter kann und will man sich nicht leisten. Mit Zahlen sind die Markenvertreter noch sparsam unterwegs. „Wenn die Begeisterung unserer Kunden genau so groß ist wie die unserer Händler, werden wir noch viel Freude mit dem Wagen haben“, sagt Frank Jürgens, Sprecher der Geschäftsführung von Skoda Deutschland.

An anderer Stelle ist zu erfahren, dass die Verantwortlichen erwarten, dass sich der Kodiaq nicht schlechter als der bislang größte Wagen im Portfolio, der Superb, verkaufen soll. Demnach müssten es spätestens 2018 circa 110.000 Stück weltweit pro Jahr auf die Straße schaffen.

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Nutzwert soweit die Hände reichen

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Der Bär braucht Bewegung

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