Skoda Octavia Facelift im Handelsblatt-Test
Die Cashcow macht sich hübsch

Vier Augen, zwei Meinungen: Mit seiner neuen Frontpartie stellt der Skoda Octavia das optische Empfinden mancher Kunden auf die Probe. Und während die Hobby-Designer streiten, sind wir ihn einfach gefahren.

PortoEs läuft für Skoda. Kaum können die Tschechen mit 93.800 ausgelieferten Fahrzeugen den besten Januar in der Firmengeschichte für sich verbuchen, zeigen sie einen Grund, warum es auch in den kommenden Monaten weitere Rekordergebnisse aus Mladá Boleslav zu vermelden geben könnte: In Porto präsentieren sie das Facelift ihres Kassenschlagers Octavia.

Einer unserer Testwagen kommt passend zum Himmel in Race Blau daher, ausgestattet mit allerlei technischer Extras. Noch schnell die Route per Tablet-Computer ans Navigationsgerät geschickt und los geht's. Innen und vor allem außen entdecken selbst markenunkundige Betrachter, dass sich das Testfahrzeug von seinen Vorgängern unterscheidet.

Die durchbrochenen Frontscheinwerfer und klarere Linien an der Außenhaut sind das eine, fehlende Knöpfe am Infotainment-System das andere, was bei der ersten Sitzprobe ins Auge sticht.

Wie beim Superb und beim kürzlich präsentierten SUV Kodiaq (hier im Handelsblatt-Test) herrscht auch im gewachsenen Octavia das Dogma der Touch-Bedienung und der weitreichenden Konnektivität. Die Tschechen tun es wenig überraschend der Konzernmutter VW gleich und verabschieden sich bei ihrem größten Navigationssystem Columbus komplett von mechanischen Bedienelementen.

Eine einseitige Bedienleiste mit Touch-Bereichen für Lautstärke, Menü, Einstellungen sowie Ein- und Ausschalten ist alles, was außerhalb des 9,2 Zoll großen Bildschirms bleibt. Nicht mal der Lautstärkeregler hat überlebt. Ein Jammer für die Bedienung aus dem Augenwinkel.

Nun gibt es keinen Halt mehr für suchende Finger – eigene sowie die vom Beifahrer –, die mal eben das Radio leiser drehen oder den Kartenmaßstab verändern wollen. Kommt dazu noch eine Bodenwelle, spielt die Musik nicht leiser, sondern lauter, weil der Finger verrutscht ist. Immerhin ist die Auflösung des Bildschirms hoch und auch die Hintergrundbeleuchtung weiß seitlich einfallendes Sonnenlicht zu parieren.

Dank WLAN-Hotspot und SIM-Kartenslot mit LTE-Modul (im Business Paket Columbus ab 1950 Euro) surfen zudem alle Mitfahrer bequem im Internet, wo auch Echtzeit-Verkehrsdaten, Spritpreise entlang der Route oder Wetterdaten und weitere Informationen herkommen.

Doch da ja nun die Straße frei und das Wetter offensichtlich gut ist, trennt uns nur noch ein Tastendruck (ja, eine „echte“ Taste) vom Fahren. Testen konnten wir den 180-PS-Benziner mit Direktschaltgetriebe (DSG) und Allrad, sowie die beiden meistverkauften Motorisierungen, den 150-PS-Diesel (mit DSG) und Vorderradantrieb sowie den 150-PS-Benziner als Handschalter und ebenfalls mit Frontantrieb.

Die ersten Eindrücke von der Super-Benzin-Front sind positiv, wenn auch mit einem kleinen Makel versehen. Während die 150-PS-Maschine willig und schnell hochdreht und dabei 250 Newtonmeter bereitstellt, begrenzt eigentlich nur das 6-Gang-Schaltgetriebe den aufkommenden Fahrspaß ein wenig.

Was im Alltagsverkehr kaum auffällt, offenbart die schnelle Schaltarbeit auf der Landstraße: Lange Schaltwege und ein subjektiv unangenehmer Widerstand kurz bevor der Knüppel in die Gasse rutscht, könnten sensiblen Fahrern missfallen.

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