Skoda Octavia Facelift im Handelsblatt-Test
Die Cashcow macht sich hübsch

Ein bisschen Sport darf sein

Wem das Schalten ohnehin zu viel ist, der ordert für 1800 Euro das DSG und erhält dafür je nach Motorisierung sechs oder sieben Gänge. Doch auch in dieser Konfiguration überzeugt der Antriebsstrang – zumindest im raceblauen Testfahrzeug – nicht zu 100 Prozent: Der große Benziner, der aus 1,8 Litern Hubraum 180 Turbo-PS holt, verteilt seine Kraft zwar ohne Quietschen auf alle vier Räder, lässt sich aber für unser Empfinden zu viel Zeit beim Verwalten der Getriebezahnräder.

Wie der Gangwechsel schneller geht, zeigt das etwas anders abgestimmte DSG im Skoda Octavia RS230 der nun frisch gealterten Vorgängerversion. Doch diesen Unterschied merkt nur, wer bereits andere Getriebe der Marke gefahren ist.

Für ein bisschen Sport sorgt in der 180-PS-Version der Fahrmodusschalter (Eco, Normal, Comfort, Sport, Individual), der sich per DCC (Dynamic Chassis Control) erstmals auch auf das Fahrwerk auswirkt.

Mit viel Gefühl und einigen Gullideckeln als Prüfstand spüre ich einen feinen Unterschied zwischen den beiden Federungsextremen Comfort und Sport. Wer bereit ist, dafür 920 Euro auszugeben, sollte sein Kreuzchen in der Aufpreisliste setzen.

Doch zurück auf die Straße: Zwischensprints auf der Autobahn gelingen mit dem großen Benziner von den Schaltpausen abgesehen recht mühelos, erfordern aber Drehzahl. Bei rund 4.500 Kurbelwellenumdrehungen erwacht der Turbo-Reihenvierzylinder noch mal zu neuem Leben, während die Beschleunigung zuvor zwischen 3.500 und 4.000 Umdrehungen ein wenig nachlässt. Erst bei 6.200 Touren ist Schluss und das DSG schaltet einen Gang rauf.

Das macht gute Laune – natürlich auch beim Tankwart. Am Ende von etwas knapp 100 zügig zurückgelegten Kilometern auf Landstraße und Autobahn verkündet die Verbrauchsanzeige 8,4 Liter verbranntes Super-Benzin.

Bei einem angegebenen Leergewicht (inklusive Fahrer) von 1450 Kilogramm passt der Verbrauch ins Bild, auch wenn die Werksangabe für den Drittelmix nur 6,6 Liter vorsieht und zehn Liter bei entsprechendem Gasfuß ebenfalls keine Kunst sind.

Beim Fahrverhalten spielen die Skoda-Ingenieure auf Sicherheit: Egal in welchem Fahrmodus ich den Octavia an die Grenzen der Physik zu schieben versuchte, stets kam mir das ESP zuvor. Fairerweise sei gesagt: Ein leichtes Heck ist wohl kaum das, was die Zielgruppe bei einem praktischen Familienauto oder Dienstwagen sucht.

Wer das ESP ausschaltet, bekommt – wenig überraschend – einen Kombi, der in schnellen Kurven über die Vorderachse schiebt. Wer mehr will, muss zum 14 Millimeter tieferliegenden RS mit bis zu 245 PS greifen und das Heck zur Querfahrt zwingen.

Apropos RS: Die Sportversion ist längst mehr als ein Nischenprodukt für die Tschechen. Nicht nur, dass in Deutschland fast neun von zehn Octavia im Kombikleid daherkommen, gut jeder fünfte Octavia ist auch ein RS, meistens ein Diesel.

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