Subaru BRZ im Handelsblatt-Test
Comeback der Flegeljahre

Sportlich Autofahren, wie einst im Mai. Mit Handschaltung, Heckantrieb, und Boxermotor. Der knackige Subaru BRZ bietet diesen Riesenspaß ohne großartigen Schnickschnack, vor allem aber ohne Premium-Aufschlag.

DüsseldorfSubaru ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von Autos mit Allradantrieb, noch dazu besitzen die meisten von ihnen Boxermotoren. Hierzulande besitzt die Marke, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, allerdings eher einen Exoten-Status. Die Namen Legacy, Forester und Outback haben nichtsdestotrotz einen festen Platz in den Herzen echter Allrad-Fans, während der brachiale WRX STI eher die Fuchsschwanz-Fraktion antörnt.

Um die Exotik zu krönen, haben wir uns aus der Produktpalette der Tochter von Fuji Heavy Industries ein Modell herausgesucht, dass seine Stärke ausgerechnet aus dem Weglassen der Allradkomponente bezieht: Die Einstiegs-Heckschleuder namens BRZ, die technisch aufs Engste mit dem Toyota GT86 verwandt ist. Ein Fahrspaßspender für rund 32.000 Euro, der Puristen anspricht, die dem Alltag entkommen möchten.

Um es aber gleich zuzugeben: Viel Neues an dem zweitürigen 2+2-Sitzer gibt es auch nach dem Facelift nicht. Ein bisschen Kosmetik innen und außen, ansonsten hat man vieles beim Alten gelassen. Und das ist auch gut so. An der japanischen Mischung aus geringem Gewicht, tiefliegendem 200 PS-Boxermotor vorn, Heckantrieb mit Torsen-Sperrdifferential, 6-Gang-Handschaltung, superdirekter Lenkung und einer extrem lockeren Hinterachse gab es keinen Handlungsbedarf. Technisch überarbeitet wurden aber Radaufhängung und Stabilitätsprogramm, was der Balance des in Pearl Blue lackierten Temperamentbolzens im Grenzbereich sehr zugute kommt.

Und damit die Umwelt sieht, was man da bewegt, tönt es am Heck unter einem angemessenen Spoiler druckvoll aus zwei dicken Sport-Endschalldämpfern. Das Dach über dem eng geschnittenen Innenraum zeigt zwei markante Sicken, die Kotflügel seitlich eine charakteristische Finne, das Heck einen schwarzen Diffusor, während der Innenraum mit viel schwarzem Leder, Alcantara und schön gearbeiteten roten Ziernähte spielt. Das alles passt zur gelochten Leichtmetall-Pedalerie: Es macht uns nicht wirklich schneller, wirkt aber so. Und das Auge isst ja bekanntlich mit.

Außen wurden Schürze und Kühlergrill noch ein bisschen markanter, selbstbewusster. Das steigert, gemeinsam mit den neuen Voll-LED-Leuchten vorne und hinten, die optische Präsenz: Ein knackiges Sportcoupé mit kurzen Überhängen, flach auf den Asphalt geduckt, wie zum Sprung bereit. Das ist mal ein wohltuender Gegensatz zu den immer neuen Pegel-Höchstständen der SUV-Flut.

Innen beschränkt sich das Instrumentarium aufs Wesentliche. Der Drehzahlmesser, der erst oberhalb der 7.000 rot eingefärbt ist, steht traditionell im Fokus des BRZ-Piloten, der sich tief nach unten in einen Schalensitz beugen muss. Das so eng wie ein Surfanzug anliegende und wunderbar verarbeitete Recaro-Gestühl spendiert genau den Seitenhalt, den man später braucht, wenn man die langsamen Kurven hinter sich gelassen hat und den Track-Modus mit begrenztem Schlupf ausprobiert.

Die Stärken des BRZ liegen ganz klar in der Unvernunft, und er ködert seinen Fahrer mit diesen ständigen kleinen Sticheleien: „Da geht doch noch was“, oder: „Das nennst Du quer?“. So wenig das kleine blaue Testwagen-Wunder für die 30er-Zone und den Einkauf im Getränkemarkt tagt, so sehr reizen Fahrwerk und Lenkung den Piloten, seinen Gasfuß doch noch ein wenig tiefer zu senken, und die Gänge zwei bis vier doch noch ein wenig weiter auszureizen.

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Der Alltag muss draußen bleiben

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