Subaru BRZ im Handelsblatt-Test Comeback der Flegeljahre

Sportlich Autofahren, wie einst im Mai. Mit Handschaltung, Heckantrieb, und Boxermotor. Der knackige Subaru BRZ bietet diesen Riesenspaß ohne großartigen Schnickschnack, vor allem aber ohne Premium-Aufschlag.
Das Sportcoupé verzichtet, völlig untypisch für Subaru, auf den Allradantrieb. Doch gerade das lockere Heck in Kombination mit dem hoch drehenden 200-PS-Boxer vorne und das knackige Fahrwerk machen den Reiz des kleinen blauen Wunders aus. Quelle: Frank G. Heide
Subaru BRZ, Jahrgang 2017

Das Sportcoupé verzichtet, völlig untypisch für Subaru, auf den Allradantrieb. Doch gerade das lockere Heck in Kombination mit dem hoch drehenden 200-PS-Boxer vorne und das knackige Fahrwerk machen den Reiz des kleinen blauen Wunders aus.

(Foto: Frank G. Heide)

DüsseldorfSubaru ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von Autos mit Allradantrieb, noch dazu besitzen die meisten von ihnen Boxermotoren. Hierzulande besitzt die Marke, die in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, allerdings eher einen Exoten-Status. Die Namen Legacy, Forester und Outback haben nichtsdestotrotz einen festen Platz in den Herzen echter Allrad-Fans, während der brachiale WRX STI eher die Fuchsschwanz-Fraktion antörnt.

Um die Exotik zu krönen, haben wir uns aus der Produktpalette der Tochter von Fuji Heavy Industries ein Modell herausgesucht, dass seine Stärke ausgerechnet aus dem Weglassen der Allradkomponente bezieht: Die Einstiegs-Heckschleuder namens BRZ, die technisch aufs Engste mit dem Toyota GT86 verwandt ist. Ein Fahrspaßspender für rund 32.000 Euro, der Puristen anspricht, die dem Alltag entkommen möchten.

Der Quer-Einsteiger
Subaru BRZ: Testwagen im Detail
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Das kleine und sehr griffige Lenkrad wurde zum Glück nicht mit Knöpfen und Schaltern überfrachtet. Alle sind gut erreichbar und sinnvoll gruppiert. Den Tempomaten hätte man in dem kleinen Sportflitzer sogar auch noch weglassen können. Ein Reiseauto ist er nämlich bestimmt nicht.

Subaru BRZ: Testwagen im Detail
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Die machen was her, die klassischen Sportwagen-Zutaten: Schwarzes Glattleder, Stoff, Alcantara, gelochtes Leder und jede Menge rote Ziernähte und Stickereien. Zwar ist das Recaro-Gestühl nicht gerade einfach zu verstellen, aber man sitzt bei dynamischer Fahrt praktisch unerschütterlich.

Es müssen nicht immer besonders große und dicke „Schlappen“ sein, um Spaß zu haben
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Dem BRZ reichen 17-Zoll-Felgen und eine 215/45er Bereifung. Merke: Was schmaler ist, geht schneller quer.

Subaru BRZ: Testwagen im Detail
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Drei klassische Rundinstrumente dominieren das Cockpit, der Bordcomputer blendet auf Wunsch eine Vielzahl weiterer Informationen ein. Die 260 auf dem Tacho ist natürlich geprahlt, viel beeindruckender ist ohnehin, wie leicht und schnell der Vierzylinder-Boxer in den roten Bereich dreht.

Subaru BRZ: Testwagen im Detail
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Der klassische Schalthebel liegt gut in der Hand, die Gänge rasten nach sehr kurzen Wegen knackig ein. Manchmal informieren sie darüber auch mit dezentem mechanischem Geklacker aus dem Getriebetunnel und dem Sperrdifferential. Klingt gut, macht Spaß!

Subaru BRZ: Testwagen im Detail
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Wer großen Sport auf dem Asphalt beherrscht, der darf das auch im Stand ein bisschen zeigen. Allzu prollig wirkt der schwarz-blaue Heckspoiler jedenfalls nicht, er steht dem BRZ sogar ganz ausgezeichnet.

Testwagen-Details des Subaru BRZ
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Nachts sind alle Katzen grau, und innen sind Sportwagen immer schwarz. Der BRZ zeigt viel Leder und Alcantara, dazu passende Stickereien und hübsche Ziernähte in rot. Reichlich Metallapplikationen und etwas Sichtcarbon gibt es oben drauf. Und natürlich gelochte Leichtmetall-Pedale.

Um es aber gleich zuzugeben: Viel Neues an dem zweitürigen 2+2-Sitzer gibt es auch nach dem Facelift nicht. Ein bisschen Kosmetik innen und außen, ansonsten hat man vieles beim Alten gelassen. Und das ist auch gut so. An der japanischen Mischung aus geringem Gewicht, tiefliegendem 200 PS-Boxermotor vorn, Heckantrieb mit Torsen-Sperrdifferential, 6-Gang-Handschaltung, superdirekter Lenkung und einer extrem lockeren Hinterachse gab es keinen Handlungsbedarf. Technisch überarbeitet wurden aber Radaufhängung und Stabilitätsprogramm, was der Balance des in Pearl Blue lackierten Temperamentbolzens im Grenzbereich sehr zugute kommt.

Und damit die Umwelt sieht, was man da bewegt, tönt es am Heck unter einem angemessenen Spoiler druckvoll aus zwei dicken Sport-Endschalldämpfern. Das Dach über dem eng geschnittenen Innenraum zeigt zwei markante Sicken, die Kotflügel seitlich eine charakteristische Finne, das Heck einen schwarzen Diffusor, während der Innenraum mit viel schwarzem Leder, Alcantara und schön gearbeiteten roten Ziernähte spielt. Das alles passt zur gelochten Leichtmetall-Pedalerie: Es macht uns nicht wirklich schneller, wirkt aber so. Und das Auge isst ja bekanntlich mit.

Zum etwas markanteren Look des von Subaru kürzlich überarbeiteten BRZ tragen auch die neuen Voll-LED-Scheinwerfer vorne und hinten bei. Quelle: Frank G. Heide
Testwagen-Details des Subaru BRZ

Zum etwas markanteren Look des von Subaru kürzlich überarbeiteten BRZ tragen auch die neuen Voll-LED-Scheinwerfer vorne und hinten bei.

(Foto: Frank G. Heide)

Außen wurden Schürze und Kühlergrill noch ein bisschen markanter, selbstbewusster. Das steigert, gemeinsam mit den neuen Voll-LED-Leuchten vorne und hinten, die optische Präsenz: Ein knackiges Sportcoupé mit kurzen Überhängen, flach auf den Asphalt geduckt, wie zum Sprung bereit. Das ist mal ein wohltuender Gegensatz zu den immer neuen Pegel-Höchstständen der SUV-Flut.

Innen beschränkt sich das Instrumentarium aufs Wesentliche. Der Drehzahlmesser, der erst oberhalb der 7.000 rot eingefärbt ist, steht traditionell im Fokus des BRZ-Piloten, der sich tief nach unten in einen Schalensitz beugen muss. Das so eng wie ein Surfanzug anliegende und wunderbar verarbeitete Recaro-Gestühl spendiert genau den Seitenhalt, den man später braucht, wenn man die langsamen Kurven hinter sich gelassen hat und den Track-Modus mit begrenztem Schlupf ausprobiert.

Die Stärken des BRZ liegen ganz klar in der Unvernunft, und er ködert seinen Fahrer mit diesen ständigen kleinen Sticheleien: „Da geht doch noch was“, oder: „Das nennst Du quer?“. So wenig das kleine blaue Testwagen-Wunder für die 30er-Zone und den Einkauf im Getränkemarkt tagt, so sehr reizen Fahrwerk und Lenkung den Piloten, seinen Gasfuß doch noch ein wenig tiefer zu senken, und die Gänge zwei bis vier doch noch ein wenig weiter auszureizen.

Der Zweiliter-Boxer liegt sehr tief, ebenso wie der Antriebsstrang zum Sperrdifferential am Heck. Die 200 PS Spitzenleistung erreicht der BRZ bei 7.000 Touren, und damit knapp unter Drehzahllimit. Das maximale Drehmoment von nur 205 Newtonmeter sorgt nicht gerade dafür, dass man sich in den Sitz gepresst fühlt. Quelle: Frank G. Heide
Subaru BRZ-Testwagen im Detail

Der Zweiliter-Boxer liegt sehr tief, ebenso wie der Antriebsstrang zum Sperrdifferential am Heck. Die 200 PS Spitzenleistung erreicht der BRZ bei 7.000 Touren, und damit knapp unter Drehzahllimit. Das maximale Drehmoment von nur 205 Newtonmeter sorgt nicht gerade dafür, dass man sich in den Sitz gepresst fühlt.

(Foto: Frank G. Heide)
Der Alltag muss draußen bleiben
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