Subaru Levorg im Handelsblatt Autotest

Den fährt bestimmt nicht jeder

Subaru, seit 35 Jahren in der Statistenrolle auf dem deutschen Automarkt, fährt die nächste Besonderheit vor. Mit klaren Stärken und Schwächen. Wann haben Sie zuletzt einen Familienkombi mit Hutze auf der Haube gefahren?
Falkenaugen-Scheinwerfer, mächtige Spoiler und Seitenschweller definieren den optischen Auftritt des neuesten Subaru. Der Levorg löst in Europa den Legacy ab, und die Designer geben ihm zur besseren Wiedererkennbarkeit die Lufthutze des Kult-Modells WRX STI mit auf den Weg. Quelle: Frank G. Heide
Selbstbewusst! Oder überzogen?

Falkenaugen-Scheinwerfer, mächtige Spoiler und Seitenschweller definieren den optischen Auftritt des neuesten Subaru. Der Levorg löst in Europa den Legacy ab, und die Designer geben ihm zur besseren Wiedererkennbarkeit die Lufthutze des Kult-Modells WRX STI mit auf den Weg.

(Foto: Frank G. Heide)

Düsseldorf„Wie heißt der? LEVORG? Klingt wie der Ork aus Leverkusen.“ Zugegeben, für die Spötter unter meinen Kollegen ist der Name des neuesten Subaru-Serienmodells ein gefundenes Fressen. Dabei hatten die Japaner es gut gemeint: Ihr alter Kombi-Bestseller „Legacy“ läuft in Europa aus, von ihm bleibt nur das „LE“. Die restlichen Wortbestandteile des Nachfolgers, sagt Subaru, kämen von „reVOlution“ und „touRinG“.

What the Vorg, denk ich mir, das ist weit hergeholt. Man kennt diesen Effekt von anderen Kunstnamen: Gut gemeint bedeutet oft bescheiden gemacht. Vom Fahrzeug selbst kann man das zunächst nicht behaupten. Es punktet auf den ersten Blick mit der Optik eines echten Sportkombis.

„Ist der tiefergelegt?“, fragt mich ein Nachbar, der von hinten an den Wagen herantritt. Er blickt auf lackierte Karosserieschweller, Heckspoiler, breite Sportbereifung, fette Doppelendtöpfe. „Nö“, sage ich, „aber er wirkt so. Vor allem von vorne.“

Was uns am Subaru Levorg gefällt, und was nicht
Alles Suba?
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Für Passagiere ist hinten und vorne ausreichend Platz, niemand wird sich eingesperrt fühlen, wenn der Wagen voll ist. Der Stauraum ist bei vielen Konkurrenten im gleichen Segment allerdings etwas größer.

Selbstbewusst! Oder überzogen?
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Falkenaugen-Scheinwerfer, mächtige Spoiler und Seitenschweller definieren den optischen Auftritt des neuesten Subaru. Der Levorg löst in Europa den Legacy ab, und die Designer geben ihm zur besseren Wiedererkennbarkeit die Lufthutze des Kult-Modells WRX STI mit auf den Weg.

Zwischen 28.900 und 35.460 Euro
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Der 4,60 Meter lange und 1,78 Meter breite Kombi wird zum Erscheinen - und anlässlich von „35 Jahre Subaru in Deutschland“ - mit einer „Jubiläumsprämie“ von 2.000 Euro Rabatt beworben. Das Fahrzeug tritt vor allem gegen andere Importmodelle an wie die Kombi-Versionen des Mazda6, Toyota Avensis oder Citroen C5, sowie deutsche Volumenmodelle wie Ford Mondeo oder Opel Insignia.

Blick in den Innenraum auf die Testwagen-Details:
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Sieht nach großem Sport aus, ist aber nur ein Kombi. Die Besonderheit des Subaru Levorg ist die Kombination aus Boxermotor mit Allradantrieb und Automatik.

Bequem und praktisch
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Die Schalter für die Sitzheizung, die nur sehr träge reagiert, wirken ein bisschen altbacken. Alles andere ist funktionell und optisch ansprechend.

Blick in den Innenraum auf die Testwagen-Details:
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Zwischen 522 und 1.446 Liter Stauvolumen passen hinten rein. Gut gemacht: Die Radhäuser ragen nur wenig ins Innere hinein und die Ladekante ist angenehm niedrig.

Exoten-Liebhaber, bitte einsteigen
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Wann sind Sie zuletzt einen Kombi mit Lufthutze auf der Haube gefahren? Doch was nach optischer Prahlerei aussieht, ist technisch nicht völlig sinnfrei ...

Wir setzen die Besichtigung fort, und müssen angesichts der Motorhaube fast lachen: Eine breite Hutze schnappt dort nach Luft. Eine optische Anleihe, die Fans legendärer Straßensportler vom WRX STI kennen. Natürlich wissen wir, dass moderne Alltagsautos keine Lufthutze brauchen. Wir sind weder Smokey, der Bandit, noch ein ausgekochtes Schlitzohr auf Achse, schon gar kein Duke of Hazard. Aber sie ist halt ein kraftvolles Symbol, die Hutze: Wer weiß, es könnte ja ein V8 drunter stecken, denkt das Kind im Mann.

Tut es aber nicht, sondern hinter den Falkenaugen-Scheinwerfern und dem halbwegs aggressiven Frontspoiler werkelt eine dieser typischen Subaru-Eigenwilligkeiten: Ein wassergekühlter und Turbo-zwangsbeatmeter Vier-Zylinder-Boxermotor mit 170 PS, sprich 125 kW, mit permanentem Allradantrieb (Symmetrical AWD) und stufenloser Automatik (Lineartronic). Und das baut in dieser Kombination sonst niemand auf der Welt.

Kombination ist sowieso das wichtigste Stichwort beim Levorg. Nicht von alten Buchstaben zu neuer Suppe, sondern von bekannten Stärken für neue Zielgruppen. Die Tochter des Konzerns Fuji Heavy Industries möchte den freizeitsportlich aktiven Familienvater für den fünftürigen Kombi ebenso begeistern wie den Firmenwagen suchenden Außendienstler, der fleißig Kilometer abreißt.

Und natürlich soll Platz genug sein an Bord für alle Familienbelange, vom kleinen Einkauf bis zur großen Urlaubsreise. Damit dabei der Spaß nicht auf der Strecke bleibt, wenn Papa ihm mal die Sporen geben möchte, gibt es ja die Hutze. Und, geht das Rezept auf?

Leise pfeift der Turbo sein altes Lied
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