Subaru WRX STI im Handelsblatt-Test
Rallye jeden Tag

Was von guten Ingenieuren 20 Jahre und fünf Modellgenerationen lang entwickelt wird, darf als technisch ausgereift gelten. Und im Falle des Subaru WRX STI dennoch als wunderbar altmodisch. So viel Unvernunft steckt an.
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DüsseldorfDas ist so ein Auto, von dem den Urenkeln einst zu berichten sein wird. Wenn wir vom selbstfahrenden Roboterauto ins vegane Restaurant chauffiert werden. Dann packt Großvater Bleifuß wieder die alte Geschichte vom blutigen Steak aus. Mehr als nur ein bisschen unzeitgemäß ist der Subaru WRX STI aber schon heute. Ökologisch der besonderen CO2-Verschmutzung höchst verdächtig und Freunden defensiven Fahrens ob seines gewaltigen Spoiler-Geweihs ein mächtiger Dorn im Auge.

Wer im giftig schillernden Metallicblau daherkommt, mit Lufthutze auf der Motorhaube und schallenden Auspuffgedröhn unter den Heckdiffusoren, dem wird niemand unterstellen, dass er ein spießiger Verkehrserzieher sei. Oder, mit den aufmunternd herübergebrüllten Worten des Co-Testers: „Kappe schräg, mehr Bass!“

Der Spott ist im Preis so sicher drin, wie der Spoiler. So wird man halt wahrgenommen im straßenzugelassenen Ableger einer Rallye-Ikone, in dieser Sportlimousine, der sie aus unverständlichen Gründen den kultigen Zusatz „Impreza“ aus dem Namen strichen.

Geblieben ist in der neuesten Auflage des viertürigen Japansportlers das, was die wahren Fans lieben: Permanenter symmetrischer Allradantrieb, leicht einstellbares Mitteldifferenzial, Fahrwerk und Bremsen der Extraklasse, sowie ein flach bauender Vierzylinder-Boxer-Turbo mit nun 300 PS aus 2,5 Liter Hubraum sowie ein extrem tief liegender Antriebsstrang.

Und natürlich werden im Testwagen sechs Gänge noch von Hand geschaltet, so viel Zeit muss sein. Automatik? Erst bei Eintritt ins Rentenalter, bitte.

Geblieben ist auch der riesige Heckspoiler, den man optional abbestellen kann. Er fällt in der heimischen Einfahrt natürlich direkt dem Nachbarn auf, der fragt: „Ist Ihnen das nicht peinlich?“ Wir fassen das als rethorische Frage eines Nichtwissenden auf, denn das Geweih ist untrennbar mit dem Kult um diesen Alltags-Rallyeableger verbunden.

Wirklich besser geworden ist in der jüngsten Auflage des WRX STI aber auch Vieles: Die Karosserie wurde stärker versteift und zudem um einige Kilo erleichtert. Der Radstand wuchs um 25 Millimeter, die direktere neue Lenkung optimiert das Handling des Kurvenwunders, das außerdem in der Grundabstimmung nochmals härter wurde.

Zwar betont Subaru auch gerne die ebenfalls verbesserte Alltagstauglichkeit des WRX STI, doch allen Beteiligten dürfte klar sein: Der Neue ist ready to race, schneller auf der Nordschleife, und darauf kommt es der Zielgruppe in erster Linie an. Um Downsizing sollen sich andere kümmern.

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