Suzuki Kizashi im Test
Siegertyp - leider nur in Neuseeland

Allradantrieb, 178 PS, und viel Platz im Kofferraum für unter 30.000 Euro. Alles prima? Warum der sportliche Suzuki Kizashi trotzdem an den deutschen Autofahrerherzen vorbeifährt.

Düsseldorfer

Die hierzulande hauptsächlich als Motorradhersteller bekannte Marke Suzuki ist Marktführer in Indien, und zwar mit Autos. Auch in Deutschland werden diese schon seit Jahrzehnten verkauft, aber es gibt eigentlich nur zwei echte Erfolge. Der eine heißt Swift und wendet sich an junge, durchaus sportliche Fahrer, der andere hieß Eljot (LJ) und ist schon lange im Oldtimer-Himmel angekommen. Der Marktanteil ist gering, was liegt da näher, als die Produktfamilie auszubauen? Zum Beispiel mit einer Mittelklasse-Limousine, denn auf dem Vierradsektor ist man schließlich mit Klein- und Geländewagen schon gut vertreten.

Kizashi heißt der Testwagen, was im Japanischen so viel bedeutet wie "Omen" bedeutet, oder "es wird Großes, Bedeutendes passieren". In der Realität ist der Kizashi mit 4,65 Meter Länge eine Handbreit kürzer als ein VW Passat. Im Gegensatz zum Wolfsburger Erfolgsmodell punktet die Nippon-Limo aber mit richtig üppiger Ausstattung zum Basispreis. So gehören nicht nur der Schleuderschutz ESP, sieben Airbags und Nebelscheinwerfer zum Serienumfang. Auch für Leichtmetallräder, wirklich gutes Xenonlicht, Einparkhilfe vorn und hinten, elektrisches Glasschiebedach, lackierten Kühlergrill und schlüssellosen Zugang mit Startknopf muss nichts extra bezahlt werden.

Zweizonen-Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor sowie ein CD-Radio mit USB-Anschluss und Freisprecheinrichtung sind ebenfalls an Bord. Selbst Ledersitze fehlen nicht. Für Fahrer und Beifahrer sind sie elektrisch verstell- und beheizbar.

Auch das höhen- und weitenverstellbare Lenkrad, der Schalthebel und die Innenverkleidungen der Türen sind mit Leder bezogen. Einziges ab Werk bestellbares Extra ist Metallic-Lack für 490 Euro. Ein integriertes Navigationssystem lässt sich über den Zubehörhandel nachrüsten. Es kostet zwischen 1.200 und 1.600 Euro und kann auch über die Lenkradtasten bedient werden.

Von außen macht der Japaner, der in Indien als Maruti verkauft wird, nicht auf hausbacken oder edel, sondern einen etwas halbstarken Eindruck. Er hat mehr Ähnlichkeit mit dem aggressiv-designten Kia Optima als mit den braven Skoda- und VW-Brüdern wie Passat und Jetta, das liegt auch an den etwas aufgeplusterten "Backen" rund um die Radhäuser und der nah an die Straße geduckten Schnauze..

Das etwas hoch gereckte Hinterteil mit den weit außen hervorguckenden Auspuffblenden und dem Spoiler auf dem Kofferraumdeckel lässt optisch einen Krawallbruder vermuten. Doch selbst in voller Fahrt gibt der sich der Reihen-Vierzylinder-Benziner immer manierlich und ganz ruhig. Etwas zu ruhig sogar.

Im Jahr 2010 in Deutschland zunächst mit Frontantrieb eingeführt, wird der Kizashi inzwischen auch mit Vierradantrieb ausgestattet, und die Stufenheck-Limousine weiß dadurch auch auf Schnee und Eis zu überzeugen. Mit vier ständig angetriebenen Rädern, CVT-Automatik und Schaltwippen am Lenkrad sowie einer Berganfahrhilfe ausgerüstet kostet der Viertürer dann aber 29.900 Euro, also 3.000 mehr als der Fronttriebler.

Der Allradantrieb arbeitet mit elektromagnetisch gesteuerter Lamellenkupplung, die die Kraft unter normalen Umständen auf die Vorder- und bei geringstem Ansatz von Schlupf auch an die Hinterräder abgibt. Im Extremfall fließen bis zu 50 Prozent zur Hinterachse. Per Knopfdruck kann der Allradmodus auch völlig deaktiviert werden. Im unerfreulichen Fall des Abschleppens mit angehobener Vorderachse etwa. In der Praxis vermittelt mir der Testwagen aber auch ohne Vierradantrieb stets das Gefühl satter Straßenlage. Selbst durch enge schnelle Kurven geht es ohne Über- oder Untersteuern.  

Ein - nicht im besten Wortsinn - alter Bekannter ist der rund 180 PS (131 kW) starke Reihen-Vierzylinder, der aus dem Suzuki Vitara stammt. Der Benzin-Saugmotor mit 2,4 Liter Hubraum ist, freundlich gesagt, im Zeitalter kleiner Hubräume, Turboaufladung und Direkteinspritzung nicht gerade ein Trendsetter.

Kommentare zu "Siegertyp - leider nur in Neuseeland"

Alle Kommentare
  • Eine absolute Lachnummer dieser Bericht. Vor allem das "Minus". Mir war bis heute nicht klar, dass ich seit zwei Jahren einen Kizashi mit Boxermotor fahre. Früher war es dann eben ein Käfer mit Reihenmotor.
    Eine Antwort werde ich sicherlich nicht bekommen.
    Wichtig: Bevor ich mich als großer Autotester darstelle, würde ich mich richtig informieren. So etwas ist schon recht peinlich.

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