Volvo V90 D5 AWD im Handelsblatt-Test: Souveränes Flaggschiff der Flotte

Volvo V90 D5 AWD im Handelsblatt-Test
Souveränes Flaggschiff der Flotte

Wer gegen die üblichen Premium-Verdächtigen in der oberen Dienstwagen-Liga einen Stich bekommen will, der muss schon was ganz Besonderes vorfahren. Für Volvo ist das gar kein Problem, dank des Lifestyle-Kombi V90.

DüsseldorfKeine Frage, es läuft super bei Volvo: 543.332 verkaufte Autos in 2016 weltweit, das ist ein Rekordergebnis. Zwar wird der Absatzerfolg von den größten und wichtigsten Märkten getragen, den USA (+18,1%) und China (+11,5%). Doch müssen Volvo-Fans hierzulande keine Sorge haben, dass die Schweden unter chinesischer Regie nicht auch sehr „deutsche“ Dienstwagen im Angebot hätten, ganz klassisch in der Verbindung Premium, Kombi und Diesel.

Wir haben uns nach dem Test der S90-Limousine als Turbo-Benziner den V90 D5 AWD vorgenommen, also den 235-PS-Diesel mit Allradantrieb. Dass ein solches Fahrzeug kein billiges Vergnügen sein kann, zeigt schon die souveräne Präsenz des elegant gebügelten Schwedenstahls im Stand. Er parkt erst kurz in meiner Einfahrt, als schon der erste Nachbar ankommt und begeistert fragt, ob er eine Runde mitfahren kann.

Als er einsteigt wird ihm schnell klar: Mit 61.400 Euro (für die Inscription-Ausstattung) schon kein billiges Basisfahrzeug, hat Volvo den Testwagen mit einigen modernen und komfortablen Extras ohne Probleme auf stramme 85.900 Euro aufgerüstet. Wer würde da noch von Mittelklasse sprechen...

Was bekommt man für das Geld? Äußerlich vor allem ein mit knapp fünf Metern sehr langes Fahrzeug, mit glasklarer, knackiger Linienführung. Modern, nordisch-sachlich und in Silbergrau ein wenig unterkühlt kommt der V90 daher, eine sehr stattliche Erscheinung mit klarer Präsenz. Das eigenwillig geformte LED-Tagfahrlicht namens „Thors Hammer“ ist bei allem zur Schau getragenen Understatement ein echter Blickmagnet. Angeberische Elemente sind ihm aber völlig fremd.

Innen geht es mit Echtholzeinlagen und hellem Leder vor allem großzügig zu, im V90 gibt es keine billigen Plätze. Die Raumverhältnisse sind überall üppig. Kein Wunder, denn der Radstand misst fast drei Meter, der Kombi ist mit 4,93 Meter aber sogar drei Zentimeter kürzer als die Limousine. Die Ledersitze sind nicht nur komfortabel, und extrem gut auf alle Körpermaße und Positionswünsche einstellbar. Sie verwöhnen auch mit zupackenden bis entspannenden Sitzmassagefunktionen, die vor allem Kilometerfresser zu schätzen wissen werden.

Edel gebürstetes Leichtmetall wechselt sich mit wunderschönen Echtholzeinlagen ab, der wie gehämmertes Silber wirkende Start-Stop-Knopf und der in gleicher Optik gehaltene Wahlschalter für die Fahrmodi sind besondere Highlights. Man fasst sie einfach immer wieder gerne an, sie wirken wie kleine, individuelle Schmuckstücke. Auch hier macht Volvo es technisch anders als andere: Ein Drehschalter, den man drücken muss, wählt zwischen den Fahrmodi „Eco“, „Comfort“ und „Dynamic“. Er muss aber zwei mal betätigt werden. Unnötig kompliziert, aber sicher.

Super gelungen sind auch die Lautsprecher-Abdeckungen aus feinem Leichtmetallblech mit aufwändigem Lochmuster, das immer wieder neugierige Blicke auf die dahinterliegende Technik zieht. Man kann sich in den ersten Stunden mit diesem Testwagen an diesen Details gar nicht sattsehen, obwohl letztlich der Eindruck bleibt: Hier hat jemand mit ausgezeichnetem Geschmack eingerichtet, und dabei großen Wert auf Ordnung gelegt.

Das Raumgefühl ist fast wie in einer Lounge, denn das dezente Leuchten von Holz und hellem Leder, das ich als Hundebesitzer im Alltag niemals kaufen würde, wird noch durch ein riesiges Panoramaglasdach betont, so dass man fast komplett mit Sack und Pack in dieses Auto einziehen möchte.

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Und so fährt er sich

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Kein absoluter Lademeister

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