VW Golf Variant im Handelsblatt-Test
Der Nette von nebenan

Mit dem Golf Variant verhält es sich wie mit einer gutbürgerlichen Nachbarschaft. Man kennt sich, man schätzt sich. Man weiß, was man aneinander hat. Und natürlich wird gelästert. Aber nur ein bisschen und ganz leise.
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DüsseldorfDie Konkurrenz der Anbieter ist in der Auto-Kompaktklasse besonders groß, das gilt auch für die Kombivarianten: Chevrolet Cruze Station Wagon, Ford Focus Turnier, Hyundai i30 cw, Kia cee´d, Opel Astra Touring, Toyota Auris, und Peugeot 308 sw sind nur einige der Herausforderer, die gegen den Standard in dieser Klasse antreten. Der heißt immer noch Golf Variant. Auf die Pelle rücken ihm aber auch die immer schöner und praktischer werdenden Konzernbrüder namens Seat Leon ST und Skoda Octavia Combi, die starke Preisargumente auffahren.

Lange Zeit hatte Volkswagen den praktischen Variant vernachlässigt, doch nun präsentiert sich auch die Kombi-Variante des Generationen-Autos Golf in der siebten Generation ganz auf der Höhe der Zeit. Das ist den Wolfsburgern wichtig, immerhin entscheidet sich rund jeder fünfte Golf-Käufer für diese Langversion.

Deren wichtigste Änderungen im Vergleich zum Vorgänger: Rund 100 Kilo weniger Gewicht, mindestens 100 Liter mehr Stauraum. Natürlich sind neue, bessere Assistenz- und Sicherheitssysteme mit an Bord, wenn man die entsprechenden teuren Kreuzchen auf der Optionsliste gesetzt hat.

Von außen ist der Variant trotz dezent neuen Designs aber zunächst mal ein unaufdringliches Fahrzeug, der sogar seinem großen Bruder Passat schon recht nahe kommt. Nur drei Zentimeter länger ist der neue Golf Variant geworden, trotzdem wirkt er größer und gleichzeitig dynamischer als der Vorgänger.

Im direkten Vergleich mit seinen Konzernbrüdern Skoda Octavia Combi und Seat Leon ST muss ich ihm aber auch eine gewisse Biederkeit bescheinigen. Im Vergleich zum kantig-sportlichen Spanier ist er so was wie der freundliche, aber unauffällige Herr Schmidt von nebenan. Einzige Ausnahme: Der dezent-aggressive Blick der neuen Scheinwerfer-Front.

Eine Klasse für sich

Die wahre Größe sowie der Anspruch, den Titel des Klassenprimus zu verteidigen, zeigt sich innen. Wer gewaltige Einkäufe und lange Reisen vor hat, wird sich über mindestens 605 Liter Laderaum freuen, die schnell und einfach auf bis zu 1.620 Liter erweitert werden können, wenn man den Variant bis unters Dach vollpackt.

Zum Vergleich: Im Seat Leon ST sind es 587 / 1.470 Liter, im Skoda Octavia Combi 610 / 1.740 Liter. Selbst der Passat schafft nur rund 100 Liter mehr, so macht der Golf vor dem Baumarkt, dem Super- und Getränkemarkt eine wirklich gute Figur.

Richtig praktisch finde ich die beidseitig innen im Kofferraum untergebrachten Hebel zum Umklappen der Rücksitzlehnen. Leider ergibt sich zwar keine ganz gerade Ladefläche, aber immerhin passen Gegenstände bis 1,83 Meter Länge hinein. Wer den Golf als Lastentier für wirklich Langes braucht, wird über die Comfortline-Ausstattung nachdenken: Sie beinhaltet eine umklappbare Beifahrersitz-Rückenlehne, so dass sich sogar 2,67 Meter lange Gegenstände verfrachten lassen.

Etwas mehr Platz als im Vorgänger gibt es auch für die Passagiere. Sechs Zentimeter mehr Radstand sind die Basis dafür.

Die Insassen werden sich im neuen Variant wohl auch deshalb wohlfühlen, weil die Verarbeitungsqualität absolut keine Wünsche offen lässt. Alle Instrumente sind gut ablesbar, das Fahrzeug ist übersichtlich, die Materialauswahl im Testwagen darf man schon beinahe edel nennen. „Die geben sich richtig Mühe“, sagt ein Kollege nach einem kritischen Blick in den Innenraum. „Das ist ja fast Audi-Niveau.“

Kommentare zu " VW Golf Variant im Handelsblatt-Test: Der Nette von nebenan"

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  • @Zork:
    Nicht gewusst? Ihre Informationen sind veraltet. Der Vorgänger kam aus Mexiko, der aktuelle Variant kommt aus Zwickau.

  • Schon gewußt?
    Golf Variant - Made in Mexico

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