Yamaha XV950 im Handelsbatt-Test: Zurück in die Zukunft

Yamaha XV950 im Handelsbatt-Test
Zurück in die Zukunft

In der Motorradbranche sind alte Eisen wieder gefragt. Mit einem luftgekühlten V2 und einem reduzierten Chopper-Look buhlt Yamaha mit seiner XV950 um die Gunst der Fans klassischer Fahrmaschinen.
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DüsseldorfDie Motorradbranche besinnt sich derzeit auf ihre eigenen Wurzeln zurück. Statt sich in einem Hightech-Wettrüsten mit immer höheren PS-Zahlen zu übertrumpfen, setzen die Hersteller auf das alte Eisen. Egal ob man es „Modern Classics“, „Vintage“ oder „Heritage“ nennt: Retro ist in.

Honda hat seine Vierzylinder-Ikone CB 1100 neu auferlegt, Triumph verdient seit Jahren mit Bonnville, Thruxton und Scrambler, auch der Erfolg der BMW R nineT sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. 

Für 2014 hat Yamaha sein „Sports Heritage“-Angebot gleich um zwei Modelle erweitert. Die SR 400 bildet als moderat aufgehübschte Variante der legendären Einzylinder-Maschine SR 500 den Einstieg in Yamahas Welt der klassischen modernen Motorräder. Darüber ordnet sich die XV950 ein, ein auf das Wesentliche reduzierter Cruiser mit 60-Grad-V2.

Weniger war im Motorradbau früher mehr und ist es auch heute wieder. An dieses Motto hält sich die XV950: Der altgediente, luftgekühlte V2 wird von einem simplen Rohrrahmen umspannt, obendrauf ein kleines Spritfass, hintendran ein niedriger Sitz und fertig ist das, was Amerikaner einen Bobber nennen. Ach ja, zwei Räder samt Bremsen natürlich nicht zu vergessen.

Mehr bietet die XV950 nicht – aber dennoch vermisst man auf der Yamaha nichts. Nichts lenkt vom Fahrvergnügen ab, man genießt den sanft pulsierenden Vau-Zwo zwischen seinen Beinen.

Klingt komisch, ist aber so: Der Kopf des hinteren Zylinders wird nur durch das faustdicke Rahmenrohr von den Weichteilen des Fahrers getrennt, die Knie lehnen sich quasi an den Kühlrippen des Motors an.

Die Nähe zum Triebwerk ist allerdings nicht unangenehm: Da der 950-Kubik-Motor mit seinen 52 PS nicht gerade zu den Hochleistungstriebwerken gehört, hält sich die Hitzeentwicklung in angenehmen Grenzen. Sie ist spürbar, bleibt aber selbst an heißen Sommertagen moderat.

Mit diesem Wort ließe sich auch die Sitzposition beschreiben. Der gut ausgeformte Einzelsitz ist auf 690 Millimeter Höhe montiert, um die Bobber-typsiche flache Seitenlinie zu erreichen. Dennoch hat die Ergonomie etwas Bobber-Untypisches: Die Fußrasten sind relativ weit hinten angebracht, was zu einem Kniewinkel von etwa 90 Grad führt. Wer den Harley-Look mit vorgesetzen Fußrasten und ausgestreckten Beinen will, muss bei Yamaha in das Zubehör-Regal greifen.

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