Heikle Datenströme im Fahrzeug: Der überwachte Autofahrer

Heikle Datenströme im Fahrzeug
Der überwachte Autofahrer

Auto und Internet wachsen schnell zusammen. Experten fürchten nicht nur um die Sicherheit der Daten. Es ist auch unklar, wem diese eigentlich gehören.
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Düsseldorf/GenfLängst konkurrieren die Autobauer nicht mehr nur um die sparsamsten Motoren, das gefälligste Design und die höchste Sicherheit – die Zukunft liegt auch in der Verschmelzung von Auto und IT. Doch die Branche tut sich bei der Umsetzung schwer. Autokäufer und Datenschützer fürchten um die Sicherheit der Daten. Und dieses Risiko kommt aus zwei Richtungen: Einmal holen sich viele Autofahrer freiwillig per Apps und vernetztem Infotainment die Gefahr ins Fahrzeug, zum anderen kommt das vom Gesetzgeber verordnete Rettungssystem E-Call verpflichtend in alle Neuwagen.

Auto und Internet wachsen immer mehr zusammen. Auf dem 84. Genfer Autosalon zeigen erste Hersteller das jüngste Ergebnis der Zusammenarbeit mit Apple – und Google ist auch nicht weit. Was sich der moderne Kunde durch die Verschmelzung von Smartphone und Auto erhofft, bei der das Fahrzeug zum Bestandteil des „Internets der Dinge“ wird, glaubt unter anderem Ford zu wissen. „Moderne Kunden erwarten, dass sie ihr digitales Konsumverhalten nahtlos mit ihrer täglichen Mobilität verknüpfen können“, sagte Paul Mascarenas, Technischer Leiter und als Vizepräsident des US-Autoherstellers verantwortlich für Forschung und Innovationen. „Sie wollen auch unterwegs so online und vernetzt sein wie zu Hause.“

Ford erweitert daher beispielsweise im neuen Kompakt-SUV EcoSport sein Angebot von Smartphone-Applikationen, die während der Fahrt mit der Sprachsteuerung Sync 2 bedient werden können – also ohne, dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad oder die Augen von der Straße nehmen müsste.

Ein Beispiel für ein solches Mini-Programm heißt Parkopedia. Es kann aus einem Angebot von 15 Millionen Parkplätzen in ganz Europa jene ausfindig machen, die vom aktuellen Standort aus wahlweise am leichtesten zu erreichen oder am günstigsten und natürlich frei sind. Hierfür greift die App auf eine ständig aktualisierte Datenbank zurück, die 3000 Städte in 20 europäischen Ländern abdeckt.

Solche Angebote werden vom Kunden gut angenommen, allein in Nordamerika rollen bereits mehr als 1,5 Millionen Fahrzeuge mit dem sprachsteuerbaren Multimedia-Kommunikationssystem Ford Sync mit AppLink.

Volvo geht noch einen Schritt weiter und bietet in seinen vernetzten Fahrzeugen künftig nicht nur die automatisierte Parkplatzsuche an, sondern auch das mobile Bezahlen des Parktickets aus dem Auto heraus. Die neuen, cloud-basierten Angebote des Systems Sensus Connect erlauben es dem Fahrer außerdem, neue Restaurants am Zielort zu entdecken oder seine Lieblingsmusik per Online-Stream zu hören.

„Technik soll das Leben leichter machen. Es geht nicht darum, Tausende von Apps anzubieten; es geht darum, den Kunden genau den Service anzubieten, den sie brauchen – und zwar noch bevor sie überhaupt wissen, dass sie ihn brauchen“, erläutert David Holecek, Connectivity Brand Manager bei der schwedischen Marke den Volvo-Ansatz.

Und Audi-Chefentwickler Ulrich Hackenberg sagt: "Unsere Autos werden zu mobilen Endgeräten." Warum eigentlich? Weil die Welt vernetzt ist, unsere Geräte sind ‚always on‘. Der Austausch von Daten rund um die Uhr ist Normalität geworden. Früher trugen wir Bilder unserer Familie im Geldbeutel, heute haben wir ganze Fotoalben in der Cloud.

Und die Datensicherheit? Es gibt Zweifel, ob die Hersteller auf die Digitalisierung und die damit verbundenen Datenströme und Rechtsfragen bereits gut vorbereitet sind, wie sie beispielsweise IT-Sicherheitsmanager Ramsés Gallego im Interview äußert.

Ford allerdings gibt Entwarnung: „Persönliche Daten, die den Fahrer und sein Verhalten im Straßenverkehr identifizieren, liegen nicht im Interesse von Ford und sollten daher besonders geschützt werden“, erklärt Christian Ress, Global Driver Assistance and Active Safety Europe, vom Ford-Forschungszentrum Aachen (FFA).

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  • Die Rechtslage ist offen...

    Die Daten sind bestimmt nicht als geistiges Eigentum geschützt, wie ein Kunstwerk oder oder ein architektonischer Entwurf.

    Wem gehören auch ausgeatmete Atemluft und Schallwellen?

    Da müßte der Gesäzzgeber.. ach so, die warten natürlich auf Vorgaben aus usa...

  • Irgendwie kann ich mir niemanden vorstellen, der einen Porsche oder Ferrari kauft, der übermittelt, wie oft man die Geschwindigkeitsbegrenzung übertritt...

    Autos sind immer noch vor allem ein Männerspielzeug und wer spielt schon gerne mit jemandem, der dauernd petzt...

  • ich würd das nicht so schwarz sehen. fangen wir doch harmlos an: Der autofahrer steigt morgens ins auto zur arbeit und startet das betriebssystem, dann steht auf dem bildschirm "bka-virus"..."bitte überweisen sie per smart-app nr kostenlos 100 euro zur feischaltung ihrer zündanlage"
    Das bka hat damit natürlich nichts zu tun, weil alle BKA beamte gerade videos schaun auf denen kleine jungs .... :-))

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