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Hohes Absatzziel für den C30: Volvos neuer Schneewittchensarg?

Nie war Volvo italienischer als beim P 1800 S. Spitzname: der Ferrari aus Gothenburg. Der Volvo P 1800 S ist eines der schönsten Autos aller Zeiten.

Neustart in der Kompaktklasse: Volvo rundet mit dem C30 die Modellpalette nach unten ab. Foto: dpa
Neustart in der Kompaktklasse: Volvo rundet mit dem C30 die Modellpalette nach unten ab. Foto: dpa

SVS BERLIN. In Stahl gegossen hatten den Wagen, der als Schneewittchensarg seinen unvergänglich-märchenhaften Spitznamen bekam, Volvo-Hausdesigner Pelle Petterson und der Italiener Pietro Frua, der neben dem P 1800 den Renault Floride und den Rolls-Royce Phantom VI entwarf.

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Im P 1800 wurde die Eleganz Selbstzweck – ein Anblick genügte, um sich unsterblich zu verlieben. Vor allem gilt Volvo seither als Designlegende, auch wenn in den folgenden Jahrzehnten vor allem klobige Panzer produziert wurden.

Diese Frische im Design könnte Volvo 2006 wieder gut tun. Der coupéhafte Zweitürer C30 mit gläserner Heckklappe weckt Erinnerungen an den legendären Vorgänger. Volvo will wieder Trendsetter guten Geschmacks sein. Das tut auch dringend Not, denn gegenwärtig versprühen allenfalls Coupé und Cabrio des C 70 Raffi nesse.

Hohes Absatzziel

Spontan möchte man dem Designer auf die Schulter klopfen. Das Team um Designchef Steve Mattin hat einen Zweitürer geformt, der trotz gewisser Anleihen mit dem P 1800 kein Retro-Modell ist. „Wir fühlen uns zu skandinavischem Design mit Klarheit und Nüchternheit verpfl ichtet.“ Mit dem puristischen Kleid wollen die Schweden hoch hinaus. Denn so süß die Erinnerungen an das Image des P 1800 sind, an die Stückzahlen erinnern sich die Schweden weniger gern zurück: knapp 10.000 Autos pro Jahr rechneten sich ebenso wenig wie die 15.000 Stück, die zwischen 1986 und 1994 vom völlig verunglückten Nachfolger namens 480ES vom Band liefen.

Das Absatzziel für den C30 ist deutlich höher gesteckt. Weltweit werden 65.000 Autos pro Jahr angepeilt; knapp 10.000 sollen in Deutschland verkauft werden, dem größten Markt nach Italien. Preislich ist der Volvo deutlich unter dem Audi A3 und 1er BMW, aber teurer als Mini angesiedelt. Die C30-Zielgruppe sind junge Leute, Singles oder kinderlose Paare, die sich jenseits von VW Golf und Konsorten aufhalten wollen. Bei der Zielgruppe hat der iPod seinen festen Platz im Handschuhfach.

Kein Raumwunder

Und da kommen wir zum Schwachpunkt. Nur 250 Liter fasst das Gepäckabteil, umgeklappt kommen 900 Liter zusammen. Für Schneewittchen mit ihren sieben Zwergen wäre es reichlich eng. Volvo-Chef Fredrik Arp entgegnet selbstbewusst: „Der C30 ist nicht für den Waschmaschinen- Transport gedacht. Dafür haben wir andere Modelle“.

Dafür kann der Wagen mit anderen Werten glänzen. Laut Herstellerangaben soll der Diesel-Vierzylinder 1,6D mit 109 PS und serienmäßigem Russpartikelfi lter lediglich 4,9 Liter pro 100 Kilometer benötigen. Doch allem Lob zum Trotz: An die Ikone „Schneewittchensarg“ reicht der Volvo C30 auch unter Mühen kaum heran. Mitunter brav geraten, ist er vielmehr ein Ford denn der Ferrari aus Gothenburg.

Quelle: » BusinessNews

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