Honda CR-V
Der Softie unter den SUVs

Wer fährt mit einem Geländewagen denn heute tatsächlich noch ins Gelände? Das fragten sich wohl auch die Entwickler, als sie die Neuauflage des Honda CR-V auf den Weg brachten. Er ist außen SUV, und innen Kombi.
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BerlinSchon bei der Premiere der ersten Generation des Honda CR-V vor knapp 20 Jahren eher für den Alltag als fürs Abenteuer gemacht, kommt die vierte Auflage jetzt vollends in der Zivilisation an: Flacher und sportlicher gezeichnet als früher, innen dafür praktischer geschnitten und zum ersten Mal auch ohne Allrad-Antrieb erhältlich, wird der CR-V zum Softie unter den SUVs.

Kaufen kann man den Japaner ab Mitte Oktober, die Preise gibt erst kurz vorher. Aber eine Tendenz lässt sich bereits absehen: Durch den abgespeckten Antrieb wird das Basismodell günstiger und könnte schon bei 25.000 Euro starten.

Im neuen CR-V möchte Honda das Beste aus zwei Welten vereinen: Man sitzt so hoch wie in einem Geländewagen und genießt eine entsprechend gute Übersicht. Gleichzeitig bietet der CR-V aber fast so viel Platz wie ein großer Kombi, den man nun auch noch besser nutzen kann. Das Volumen des Kofferraums ist um 20 Prozent auf 589 Liter gewachsen, damit zählt das Gepäckabteil zu den größten in diesem Segment.

Zudem gibt es erstmals eine elektrische Heckklappe, die Ladekante ist etwas tiefer gerutscht. Und die beiden Hälften der Rückbank kann man mit je einem Handgriff umlegen: Einfach am Hebel hinten im Kofferraum ziehen, schon fallen Kopfstützen, Lehnen und Sitzkissen förmlich in sich zusammen. Nur um sie wieder aufzurichten, muss man selbst Hand anlegen und stolpert über schlichte Schlaufen zwischen den Polstern.

Überhaupt ist das mit der Materialanmutung so eine Sache. Honda selbst spricht von einer deutlichen Verbesserung. Und tatsächlich fühlt man sich gut aufgehoben in der weitläufigen Sitzlandschaft, die jetzt für Kopf, Knie und Ellbogen etwas mehr Platz bietet. Aber sobald man genauer hinschaut, stößt sich das Auge an billigen Kunststoffen und vor allem an den altbackenen Displays mit grobpixeligen Grafiken und trüben Farben.

Innen mag der CR-V ein wenig patzen, und das Karosseriedesign mit der stark geneigten Heckscheibe ist sicher Geschmackssache. Doch unter dem Blech bleibt der Wagen frei von Tadel. Der neue und für das Basismodell nur noch optionale Allradantrieb reagiert schneller und schluckt nicht mehr so viel Kraft. Die Geräuschdämmung ist so gut, dass man sich am Steuer fühlt wie in Watte gepackt. Und die Motoren sind kraftvoller, kultivierter und sparsamer als vorher.

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Gemütlicher Dauerläufer

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