Honda CR-Z: 800 Kilogramm Fahrspaß

Honda CR-Z
800 Kilogramm Fahrspaß

Mit dem Honda CR-Z fällt die Beschleunigung besonders leicht - im wahrsten Sinne des Wortes. Der Prototyp wiegt ein Drittel weniger als das Serienfahrzeug - und wird damit zur locker-leichten Rennmaschine.
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Das Hybrid-Coupé Honda CR-Z läuft auf dem deutschen Markt aus.  Wie viel Potential in dem kompakten Sportler aber noch steckt, zeigt das Experimentalfahrzeug CR-Z Carbon, das wir im Honda-R&D Center in Tochigi testen konnten. Seine Struktur ist konsequent aus Kohlefaser-Verbundstoff gefertigt und damit um rund 250 Kilogramm leichter.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich der CR-Z Carbon von der Serie nur durch den markanten, silbernen Gitter-Kühlergrill und die Haubenverschlüsse aus dem Motorsport. Bei geöffneten Türen ist deutlich mehr zu sehen. Und hier liegt bereits die erste Besonderheit - das leichte Chassis aus karbonverstärktem Kunststoff (CFRP) benötigt nämlich relativ hohe Schweller. Anstatt einer Flügeltür verfügt die Studie über schmalere Türen und aufklappende Dachsegmente, die sich elektrisch öffnen und schließen - ein überflüssiger Gag bei einem eigentlich auf Leichtbau getrimmten Fahrzeug. Der Vorderbau ist als Aluminium-Spaceframe ausgeführt - mit karbonverstärkten, thermoplastischen Crashelementen.

Laut Honda wiegt der Prototyp 800 kg, er ist damit um 30 Prozent leichter als das Serienfahrzeug. Der Antrieb wurde vom Serienmodell übernommen. 91kW/124 PS leistet demnach das Hybridsystem. Der Sprint von 0 auf 100 km/h wird in 8.3 Sekunden absolviert. Durch den um fünf Prozent tieferliegenden Schwerpunkt verbessert sich das Handling nach Angaben der Techniker "um 30 bis 40 Prozent". Mit dem hier eingebauten Sechsgang-Handschaltgetriebe sinkt der Verbrauch insgesamt um 20 Prozent gegenüber dem Serienfahrzeug. Das wären dann noch rund 4 Liter.

Schon beim Einsteigen in den Rechtslenker zeigt sich der Sportwagencharakter des Konzepts. Es erfordert schon etwas Beweglichkeit, um über den hohen Schweller in die sehr schmale Sitzschale zu gleiten. Dort sitzt dann alles wie ein hautenger Maßanzug. Das Interieur gibt sich spartanisch und ohne jegliche Dämmung am Fahrzeugboden. Es handelt sich eben um einen Technologieträger und nicht um ein Vorserienmodell. Das Fahrgefühl erinnert schon auf den ersten Metern an die Lotus Elise - ein Eindruck, der sich auf dem anspruchsvollen Handlingkurs noch verstärkt. Jedes Geräusch und jede Unebenheit wird praktisch ungefiltert in den Innenraum übertragen; es knarzt und rumpelt heftig.

Die für das Fahrzeuggewicht groß dimensionierte Serienbremse spricht bissig an, und der tiefere Schwerpunkt verbessert die Straßenlage deutlich - mit einem Hang zum Untersteuern. Die etwas zu leichtgängige Lenkung trübt den Fahrspaß ein wenig. Dennoch: Das Gesamtpaket überzeugt.

In einem Umfeld immer schwerer werdender Automobile weist der CR-Z Carbon einen anderen Weg; Fahrspaß ohne Leichtbau funktioniert nicht. Da bleibt Ernüchterung nicht aus, wenn Honda verlauten lässt, dass die Karbon-Technologie noch nicht serienreif sei. Erst langfristig sei mit einem Serieneinsatz zu rechnen. Vielleicht im kommenden NSX?

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